
Mainz. „Wir haben unser Schicksal in der eigenen Hand“, betont Shelby Printemps. „Wir sind bereit“, verspricht Niklas Dillitz. „Wir sind alle heiß und können es kaum abwarten“, sagt Gianni Auletta. Die Verbandsliga-Fußballer des FC Basara Mainz wollen unbedingt aufsteigen. Ein Sieg im direkten Duell mit Jahn Zeiskam (Samstag, 16 Uhr), und der Sprung auf Rang zwei wäre geschafft. Zu sehen ist das Topspiel im AZ-Livestream.
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Sieben Spiele haben die Mainzer Japaner zuletzt am Stück gewonnen, die ersten sechs zu null. In der heißen Phase der Saison scheint das Team vom ehemaligen 05-Profi Shinji Okazaki auf den Punkt in Topform zu sein. Der Japaner, der den FC Basara 2014 gemeinsam mit Clubchef Takashi Yamashita und dessen altem Gonsenheimer Kumpel Babak Keyhanfar gegründet hatte, weiß, wie man die ganz großen Spiele gewinnt. 2011 wurde Okazaki Asienmeister, 2016 gewann er mit Leicester City sensationell die Premier League.
„Man darf keine Angst haben, aber man will auch kein unnötiges Risiko eingehen“, umschreibt Okazaki seine Topspiel-Philosophie. „Wichtig ist, Mut zu zeigen.“ Entscheidend sei gewesen, wie die Mannschaft die Niederlage zum Jahresstart gegen den designierten Meister TuS Mechtersheim (1:2) weggesteckt hat – mit der imposanten Siegesserie nämlich. „Deshalb haben wir jetzt Selbstvertrauen.“
„Shinji gibt uns Sicherheit, vor allem den Japanern, für die die Situation in Deutschland neu ist“, sagt Abwehrchef Dillitz. „Er gibt seine Erfahrung weiter. Das beruhigt uns alle.“ Alle im und um das Team, betont Torjäger Auletta, unterstützen einander in dieser wichtigen Phase: „Das ist die Basara-Mentalität. Und ein Ex-Profi aus der besten Liga der Welt spielt da natürlich eine wichtige Rolle.“
„Ernsthaftigkeit, Kampf, Wille, Gier“, um diese Attribute geht es, sagt Auletta. Doch auch der Spaß darf nicht zu kurz kommen, wie die kleine Tortenschlacht zu Okazakis 40. Geburtstag vorige Woche im Training bewiesen hat. Der Heimvorteil ist in Dillitz' Augen von großer Bedeutung. Und es gibt etwas gutzumachen. Nach dem 0:2 in der Hinrunde in Zeiskam lautete der Befund, dass die „Diamanten“ noch nicht reif sind für die oberen Plätze.
Seither hat sich einiges getan. Nach der höchst erfolgreichen Winter-Transferperiode legte sich Okazaki auf ein 3-4-3, an dem sich nur punktuell personell etwas verändert, fest. „Das bringt Sicherheit rein“, sagt Dillitz, „die Abstimmung ist jetzt eine ganz andere.“ Hinzu kommt die große Gier nach dem Aufstieg. Schon am Montag, direkt nach dem 4:2-Sieg in Kandel, spürte Auletta, dass es eine ganz besondere Woche ist.
„Wir sind das Team, das es zu schlagen gilt“, unterstreicht Winter-Zugang Printemps, der mit seiner Wucht in der Sturmmitte noch mal ein neues Element einbringt. „Ihm den Ball abzunehmen, ist unglaublich schwer“, berichtet Dillitz aus den Trainingsduellen mit dem Siegtorschützen gegen Waldalgesheim.
Vor zwei Jahren, erinnert sich Stürmer Joscha Marzi, schrammten die „Diamanten“ schon mal hauchzart an Rang zwei vorbei: „Zeiskam ist eine große Hürde. Die wollen und werden wir überwinden.“ Sechs Jahre Verbandsliga, findet Verteidiger Takahiro Okuno bei seinem ersten Statement auf Deutsch, sind nun wirklich genug: „Wir müssen langsam in die Oberliga aufsteigen. Ich glaube, die Oberliga ist eine Spaß-Liga!“