2026-04-16T10:11:10.190Z

Ligabericht

Basara jubelt, die Keller-Kinder leiden

Mainzer Japaner schließen zu Rang zwei auf +++ Horror-Spieltag für Bretzenheim, Marienborn und Bodenheim +++ Drei Neuzugänge

von Torben Schröder · Gestern, 21:37 Uhr · 0 Leser
Marienborn (weiße Trikots) hadert, Basara jubelt.
Marienborn (weiße Trikots) hadert, Basara jubelt. – Foto: Keita Sugawara

Während der FC Basara Mainz sich an die Aufstiegsplätze heran pirscht, erlebten die regionalen Abstiegskämpfer der Verbandsliga einen Spieltag zum Vergessen. Der VfB Bodenheim freut sich zumindest über drei Neuzugänge.

Nils Strassel drehte schon frustriert ab, doch sein Schuss kullerte über den Innenpfosten doch noch ins verwaiste Tor (90.+6). Der Schlusspunkt war symptomatisch für ein Spiel, in dem wenig wie geplant lief.

Armin Paulus krönte nach einem Freistoß per Kopf (21.) den guten Marienborner Start, ehe Keeper Paul Bienefeld daneben griff (27./Niklas Wangler). Kristof Scherpf bestrafte einen Stellungsfehler (49.), bei Strassels erstem Streich reklamierte die TuS vehement Foulspiel an Michael Kohns (60.). Mateo Trapp verkürzte aus dem Gewühl prompt (63.). Chancen zum Ausgleich gab es, doch die Marienborner Probleme, aus hohem Ballbesitz viel Druck zu erzeugen, waren nicht zu übersehen.

„Wir hatten es in der Hand, alles zu regeln“, blickt Trainer Ali Cakici auf das Nichtabstiegsduell. „Wir haben immer noch eine super Ausgangssituation, sollten jetzt aber hellhörig werden.“

TuS Marienborn: Bienefeld – Kohns, Beck, Breier (69. Laissar) – Hofmann, Serratore (87. Markiefka), Schwab (56. Trapp), Melament (64. Zeghli) – Paulus, Huth (80. Beydoun), Baljak.

Die Serie von sechs Spielen ohne Gegentor ist zu Ende, doch das ist den Mainzer Japanern herzlich egal. Denn durch den siebten Sieg am Stück besteht Samstag (16 Uhr, VRM-Livestream) im direkten Duell die Chance, Jahn Zeiskam von Rang zwei, der die Teilnahme an den Aufstiegsspielen mit sich bringt, zu schubsen.

Beim Tabellenvierten legte Basara eine souveräne erste Halbzeit hin. Yuto Utsugi vollendete eine Kombination (24.), Zen Sakatsume dribbelte an drei, vier Mann vorbei und knallte den Ball mit dem Vollspann rein (39.). „In der zweiten Halbzeit kam Kandel mehr ins Spiel“, resümiert der Sportliche Leiter Andreas Mayer. Shelby Printemps Seitfallzieher zum 3:0 (54.) kam sehr gelegen, und doch verkürzten die Pfälzer durch Spielertrainer Yasin Özcelik (56., FE) und Nathan Ikubu (60., Konter).

Der Doppelwechsel mit Makoto Saeki und Taiga Ishida veränderte das Spiel, wie Mayer betont, wieder von Grund auf zugunsten der Gäste. Auch wenn Saeki schon bald die Zeitstrafe sah, weil er sich vor den Ball stellte, was wiederum Özcelik so aufregte, dass er ebenfalls für zehn Minuten raus geschickt wurde (75.). Saekis Vorlage für Gianni Aulettas 4:2 (87.) brachte die Entscheidung.

„Das war eine schwere Geburt“, sagt Mayer, „aber wir können von der Bank jetzt richtig gut nachlegen und haben unser Endspiel. Wobei wir derzeit eigentlich nur noch Endspiele haben.“

FC Basara: Pohlenz – Seib, Dillitz (90.+2 Wronkowski), Wakeshima – Nakashima, Utsugi (80. Kimura), Papela, Sakatsume (64. Ishida) – Okamoto (90.+2 Osaka), Printemps (64. Saeki), Auletta.

Fünfte Pleite am Stück, vier Mal ohne eigenes Tor – mit dem, so Trainer Marco Streker, letzten Aufgebot taumelt der Letzte dem Abstieg entgegen. „Die Jungs waren bemüht, aber es reicht so einfach nicht.“

Zumal der VfB früh dem Standard-Gegentor von Daniel Meisenheimer (5.) hinterher lief. „Danach haben wir den besseren Ball gespielt, ohne uns klare Chancen herauszuspielen.“ Zwei Pfälzer Konter endeten am Pfosten, bei den Bodenheimern blieb es bei Halbchancen. Leon Schmitt traf aus der Distanz (45.) und sorgte bereits für die Entscheidung.

Unterdessen wurden fünf weitere Kaderplätze vergeben. Nico Dorn und Thomas Meyenburg bleiben dabei. Aus dem Nachwuchs von 1817 Mainz kommen für die linke Seite Mohamed Ben Hazaz und der offensive Mittelfeldspieler Younes Faiz, aus der Königsteiner U19 Sechser Matti Gottfreund.

VfB Bodenheim: Simon – Laghrini, Ziewers, R. Meyenburg (85. Röth), Heine – Cande (76. Melcher) – Ben Hazaz, Tokhi – Faßnacht – T. Meyenburg (65. Abdelaali), Abou Daya.

Nils Gräff beendete die Serie der Platzherren von vier Niederlagen in Serie. Bitter für die Gäste, die über die komplette Spielzeit hinweg in einem chancenarmen Spiel ebenbürtig waren. Gräff traf nach einer Flanke aus dem Gewühl (51.).

„Wenn es 0:0 oder 1:1 ausgeht, ist es ein gerechtes Ergebnis, mit dem beide Seiten leben können. So wurden wir für unsere einzige Unaufmerksamkeit bitter bestraft. Das tut weh“, bilanzierte Trainer Timo Schmidt. „Wir können uns keinen Vorwurf machen, hatten lange Zeit unsere Situationen, haben aber einmal gepennt“, sagt Ex-Alemanne Serdal Günes.

TSG Bretzenheim: Rosinus – Japke, Scherer, Günes (83. Radice) – Tasdemir (43. Leismann), Zimmermann, Balik (65. Loran), Fischer – Noory (58. Koutny), Gehrling, Ko (73. Frick).