Brutaler Polizeieinsatz in der Regionalliga: Beamte gingen gegen Fans der FC Bayern Amateure vor, um ein Banner zu konfiszieren.
Brutaler Polizeieinsatz in der Regionalliga: Beamte gingen gegen Fans der FC Bayern Amateure vor, um ein Banner zu konfiszieren. – Foto: IMAGO/Mladen Lackovic

Banner-Eklat: Brutale Polizei am Pranger – Grünen-Politiker stellt Einsatzhärte in Frage

Anfrage im Bayerischen Landtag

Ein Banner mit der Aufschrift „FC Bayern Fanclub Kurdistan“ hat beim Regionalligaspiel zwischen Türkgücü München und den Bayern-Amateuren zu einem Polizeieinsatz mit Pfefferspray und Schlagstöcken geführt.

München – Nach dem Einsatz mit 19 Verletzten (zehn Polizisten, neun FCB-Fans, darunter ein Kind) wurde die Partie am Samstag in Heimstetten abgebrochen.

Nun wird der Eklat ein Thema für die Politik. Maximilian Deisenhofer sitzt für die Grünen als Abgeordneter im Bayerischen Landtag, stellte am Montag eine Anfrage im Plenum. „Die Aufgabe des Parlaments ist es, die Regierung zu kontrollieren. Dazu zählt auch die Polizei. Wenn es Dinge gibt, bei denen es sich lohnt, genauer hinzuschauen, haben wir ein Fragerecht. Dieses nutze ich“, erklärt Deisenhofer gegenüber unserer Zeitung. Er stellt der Staatsregierung u.a. die Frage, welche Anzeichen der Eskalation die Einsatzkräfte wahrgenommen hatten. Deisenhofer, privat übrigens 1860-Fan: „Ich kenne Menschen, die vor Ort waren, und habe auch Videos von den Vorkommnissen gesehen. Auf den ersten Blick drängt sich mir der Verdacht der Unverhältnismäßigkeit bei der Härte des Polizeieinsatzes auf.“

Banner-Eklat um FC-Bayern-Fans – Politiker merkt an: Fahne aus strafrechtlicher Sicht nicht verboten

Zudem stellt der Politiker die Frage, ob die Staatsregierung das gewaltsame Konfiszieren der Zaunfahne, „die aus strafrechtlichter Sicht keine verbotenen Inhalte enthält“, für angemessen befindet. Am Donnerstag gibt es Antworten. Fakt ist: Türkische Fans und Verantwortliche von Türkgücü sahen sich durch das Banner provoziert. Einen beim FC Bayern registrierten Fanclub mit diesem Namen gibt es nicht.

Fakt ist auch: Die Vereine wurden am Sonntag vom BFV aufgefordert, eine Stellungnahme einzureichen – innerhalb von drei Tagen. Die Vorermittlungen führt der Verbandsanwalt. Danach geht der Komplex ans Sportgericht, das entscheidet, wie es weitergeht. (Philipp Kessler)

Aufrufe: 022.11.2022, 08:57 Uhr
Philipp KesslerAutor