
Nach bitteren Wochen voller Enttäuschungen feiert die TSG Balingen am heutigen 23. Spieltag der Regionalliga Südwest ein spektakuläres 3:2 beim FSV Frankfurt. Vor 1222 Zuschauern schien die Partie bereits zur Pause verloren, als der Aufsteiger mit zwei Toren in Rückstand lag. Doch mit einer leidenschaftlichen Aufholjagd und einem überragenden Simun Birkic kämpfte sich die Mannschaft von Trainer Murat Isik zurück. Dieser Sieg ist mehr als nur drei Punkte; er ist ein emotionales Lebenszeichen im Kampf um den Klassenerhalt.
Ein Lebenszeichen nach dunklen Wochen im Tabellenkeller
Es war eine Erlösung am heutigen Samstagnachmittag im Frankfurter Volksbank Stadion. Nach dem denkbar schlechten Start in das Jahr 2026, der durch ein 0:4 in Homburg und ein verheerendes 0:6 gegen Freiberg geprägt war, stand die TSG Balingen unter gewaltigem Druck. In der Regionalliga Südwest geht es für den Aufsteiger um das nackte Überleben. Trainer Murat Isik schickte mit Elvin Kovac, Marvin Jäger, Ole Deininger, Tim Hannak, David Girmann, Enrique Katsianas-Sanchez, Denis Latifovic, Ivo Colic, Pedro Almeida Morais, Halim Eroglu und Amney Moutassime eine Formation auf das Feld, die von Beginn an gewillt war, das Blatt zu wenden. Doch zunächst drohte das bekannte Muster der Vorwochen sich zu wiederholen.
Der Schock kurz vor dem Pausenpfiff am Bornheimer Hang
Trotz einer engagierten Leistung der Balinger schlug der FSV Frankfurt eiskalt zu. In der 42. Minute erzielte Amin Farouk das 1:0 für die Hessen. Es kam noch dicker für die Gäste: In der 45. Minute erhöhte Ismail Harnafi auf 2:0. Co-Trainer Daniel Güney beschrieb die Gefühlslage nach dem Spiel treffend: „Was soll ich sagen, es ist eigentlich so wie in den letzten Wochen. Wir machen ein gutes Spiel, wir kommen gut ins Spiel und der Gegner führt, und das tut dann natürlich weh.“ Zur Halbzeit schien die TSG am Abgrund zu stehen, während Frankfurt die Kontrolle zu haben schien.
Die spektakuläre Rückkehr durch den Balinger Doppelschlag
Doch was nach dem Seitenwechsel geschah, wird als einer der emotionalsten Momente der laufenden Saison in die Vereinsgeschichte eingehen. Balingen kam mit einer völlig veränderten Energie aus der Kabine. Nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff, in der 47. Minute, gelang Amney Moutassime der Anschlusstreffer zum 1:2. Dieser Moment wirkte wie eine Initialzündung.
Nur drei Minuten später war es der zur zweiten Halbzeit für Pedro Almeida Morais eingewechselte Simun Birkic, der in der 50. Minute den Ausgleich zum 2:2 erzielte. Innerhalb kürzester Zeit hatte die TSG das Spiel egalisiert. Daniel Güney analysierte diesen Wendepunkt später: „Aber dieses Mal haben wir den Faktor Zufall, harte Arbeit und Glück auf unsere Seite gezogen. Und das Ergebnis sieht man, indem wir dann mit einem Doppelschlag ausgleichen konnten.“
Simun Birkic krönt die Aufholjagd in der Schlussphase
In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Während der FSV Frankfurt versuchte, durch Einwechslungen von George Iorga, Elias Breir, Hassan Mourad und später Sinan Orhan wieder die Oberhand zu gewinnen, blieb Balingen stabil. Murat Isik bewies ein glückliches Händchen und brachte im Verlauf der zweiten Halbzeit Ferdinand Schmidt, Zeki Görkem Koca und in der Schlussminute Jonas Fritschi.
Der Held des Tages war jedoch Simun Birkic, der in der 80. Minute erneut zuschlug und den 2:3-Siegtreffer für die Gäste markierte. Die Freude auf der Balinger Bank kannte keine Grenzen mehr. „Wir konnten am Ende sogar den Siegtreffer erzielen. Und das ist das, was uns als Balinger Gemeinschaft auch auszeichnet und was wir dann natürlich in dem Fall gerne mitnehmen und diesmal mit den drei Punkten nach Hause fahren“, so ein sichtlich bewegter Daniel Güney.
Faktor Glück und die Stärke der Balinger Gemeinschaft
Dieser Sieg in Frankfurt ist das Ergebnis unermüdlicher Arbeit. Die TSG hat bewiesen, dass sie auch gegen qualitativ hochwertige Mannschaften wie den FSV bestehen kann, wenn alle Räder ineinandergreifen. Die Worte von Daniel Güney verdeutlichen, wie wichtig dieser Erfolg für die Moral ist: „Und das ist das, was uns als Balinger Gemeinschaft auch auszeichnet.“ Das Team hat sich das Glück, das in den Vorwochen fehlte, durch Leidenschaft zurückerarbeitet.
Der Blick auf die Tabelle und die kommende Herkulesaufgabe
Durch den Sieg klettert die TSG Balingen zwar nicht in der Tabelle, verkürzt aber den Abstand. Mit 19 Punkten belegt die TSG weiterhin den 16. Tabellenplatz, liegt nun aber nur noch drei Zähler hinter Bayern Alzenau (22 Punkte).
Die Vorfreude auf das nächste Heimspiel gegen Sandhausen
Die Erleichterung über die drei Punkte aus Frankfurt soll nun in positive Energie für die nächste Aufgabe umgemünzt werden. Am Samstag, 14.03.2026, empfängt die TSG Balingen um 14 Uhr den SV Sandhausen. Nach der Galavorstellung am Bornheimer Hang hofft die gesamte „Balinger Gemeinschaft“, dass die Mannschaft diesen Schwung mitnehmen kann, um auch vor heimischer Kulisse gegen den Drittliga-Absteiger zu punkten. Der Kampf um den Klassenerhalt ist seit dem heutigen Samstagnachmittag wieder völlig offen und die Hoffnung in Balingen lebt mehr denn je.