
Die Mazmannhalle in Albstadt wurde am heutigen Sonntag genau zu dem, was der Burger-King-Super-Cup versprochen hatte: eine Bühne für hochklassigen Hallenfußball, für Tempo, für den unmittelbaren Druck der kurzen Wege und langen Turnierdauer. Vier Gruppen, 14 Minuten Spielzeit pro Partie, der enge Takt von Begegnung zu Begegnung – alles führte zu einem Tag, an dem sich keine Mannschaft verstecken konnte. Am Ende stand ein Sieger, der nicht nur durch Ergebnisse, sondern durch Konsequenz auffiel: Die TSG Balingen U19 gewann das Finale mit 3:2 gegen die TSG Balingen II und setzte sich damit in einem vereinsinternen Endspiel durch. Dahinter holte sich der FC Holzhausen nach einem starken Turnier den dritten Platz, während der Gastgeber FC 07 Albstadt bis ins Halbfinale kam.
Schon am Vormittag zeigte sich, wie stark die Dynamik dieses Turniers sein würde. In Gruppe A setzte Croatia Reutlingen mit einem 6:1 gegen den SV Egesheim ein erstes Ausrufezeichen, doch der Gastgeber FC 07 Albstadt antwortete mit Wucht: 9:1 gegen Türk Pamukkalespor Haigerloch, 3:2 gegen Croatia, 5:0 gegen Egesheim. Drei Spiele, drei Siege, 17:3 Tore, neun Punkte – Albstadt gewann Gruppe A und machte klar, dass an diesem Tag in der Mazmannhalle keiner an ihm vorbeikommt, ohne Spuren zu hinterlassen.
In Gruppe B bestätigte der FC Holzhausen die im Vorfeld zugeschriebene Favoritenstellung mit einer Dominanz, die in Hallenfußball selten so klar zu sehen ist. Der Auftakt gelang mit 7:2 gegen die TSG Reutlingen, es folgte ein 8:1 gegen den SV Zimmern. Selbst das späte Gruppenspiel gegen den FC 07 Albstadt II geriet zum Schaulaufen: 11:2. Holzhausen beendete die Gruppe mit 26:5 Toren und neun Punkten auf Platz eins. Zimmern wurde mit sechs Punkten Zweiter (9:10 Tore), Albstadt II sammelte drei Zähler, die TSG Reutlingen blieb ohne Punktgewinn und musste 6:21 Tore hinnehmen.
In Gruppe C drückte die TSG Balingen U19 dem Turnier ihren Stempel auf. Das 4:1 gegen Balingen II, ein 6:0 gegen Tuttlingen, ein 1:0 gegen Straßberg – neun Punkte, 11:1 Tore, Platz eins. Balingen II folgte als Zweiter mit sechs Punkten und 12:6 Toren, Straßberg holte drei Zähler, Tuttlingen blieb punktlos und kassierte insgesamt 2:19 Tore. In dieser Gruppe entstand früh das Gefühl, dass Balingen nicht nur mitspielen, sondern entscheiden will.
Ganz anders Gruppe D, die im Gleichschritt und mit Reibung verlief. SC 04 Tuttlingen, SG Empfingen und TSV Frommern standen am Ende punktgleich bei vier Zählern, selbst der FC 07 Albstadt blieb mit drei Punkten in Reichweite. Tuttlingen eröffnete die Gruppe mit einem 4:0 gegen Frommern, Empfingen gewann 3:1 gegen Tuttlingen, Frommern schlug Empfingen 2:0 – dazu die beiden Remis des Gastgebers: 1:1 gegen Empfingen, 1:1 gegen Frommern und 2:2 gegen Tuttlingen. Die Tabelle spiegelte diese Unberechenbarkeit: SC 04 Tuttlingen wurde mit 7:5 Toren und vier Punkten Erster, Empfingen (4:4) Zweiter, Frommern (3:5) Dritter, Albstadt (4:4) Vierter.
Mit dem Übergang in die K.-o.-Runde erhöhte sich der Druck sofort. Der FC 07 Albstadt traf im Viertelfinale auf den SV Zimmern und musste in ein Spiel, das erst nach Neunmeterschießen entschieden wurde: 5:3. Ein Weiterkommen, das nicht nur sportlich, sondern auch emotional Gewicht hatte. Parallel gewann die TSG Balingen U19 souverän 4:0 gegen die SG Empfingen. Balingen II setzte sich mit 6:2 gegen SC 04 Tuttlingen durch. Und Holzhausen ließ im Topduell gegen Croatia Reutlingen keine Zweifel: 6:2.
Im Halbfinale bekam der Gastgeber den nächsten Härtetest – und diesmal reichte die Wucht nicht aus. Die TSG Balingen U19 besiegte den FC 07 Albstadt mit 6:2 und zog verdient ins Endspiel ein. Im zweiten Halbfinale fiel die vielleicht bedeutendste sportliche Zäsur des Abends: Die TSG Balingen II gewann gegen den FC Holzhausen 3:2. Der Favorit war geschlagen, der Weg frei für ein Finale, das den Namen Balingen tragen sollte.
Holzhausen reagierte auf das Halbfinal-Aus mit einem klaren Signal. Im Spiel um Platz drei gewann der Verbandsligist mit 5:2 gegen den FC 07 Albstadt. Damit blieb für Holzhausen ein Podiumsplatz – und für Albstadt die Erkenntnis, dass ein starker Gruppensieg und ein gewonnenes Viertelfinale nicht zwingend bis ganz nach oben reichen.
Das Endspiel wurde zum vereinsinternen Duell – und zur Krönung eines Tages, an dem die TSG Balingen U19 schon in der Gruppe kaum etwas zugelassen hatte. Gegen die TSG Balingen II gewann die U19 mit 3:2. Ein enges Ergebnis, aber ein klarer Schlussakkord: Der Turniersieg geht an die Jugend, an ein Team, das mit 9 Punkten in der Gruppe begann, im Viertelfinale 4:0 gewann, im Halbfinale 6:2 nachlegte und im Finale den letzten Schritt machte.
Der Burger-King-Super-Cup des FC 07 Albstadt hielt, was sein Rahmen versprach: 14 Minuten Spielzeit, ein straffer Turniertag, viele Tore – und am Ende eine Entscheidung, die sportlich wie symbolisch wirkt. Der Gastgeber gewann seine Gruppe souverän, Holzhausen dominierte seine Vorrunde eindrucksvoll und stand dennoch nicht im Finale. Stattdessen wurde Albstadt Zeuge eines Balingen-Doppelschlags: Die U19 holt den Titel, Balingen II wird Zweiter.