Auf dem Sprung ins Halbfinale: Artur Fellanxa trifft vor Robert Kerek (Endingen) zum 1:0 für Bahlingen.  | Foto: Achim Keller
Auf dem Sprung ins Halbfinale: Artur Fellanxa trifft vor Robert Kerek (Endingen) zum 1:0 für Bahlingen. | Foto: Achim Keller

Pokal als Bühne für den Bahlinger SC?

Der Oberligist ist im Halbfinale klar favorisiert +++ VfR Hausen rnerhofft sich ein Heimspiel +++ Lange Gesichter beim Freiburger FC

Einen Überraschungsgast und einen Topliner hat das Halbfinale des südbadischen Vereinspokals aus Sicht des Bezirks Freiburg zu bieten: Mehr denn je wird der Bahlinger SC als heißer Anwärter für den diesjährigen Pokalerfolg gehandelt, weil neben dem Oberligisten nur noch ein Verbandsligist (1. FC Rielasingen-Arlen) und zwei Landesligisten übrig sind. Einer dieser quicklebendigen Außenseiter ist der VfR Hausen. Der Verbandsligist Freiburger FC schied hingegen im Viertelfinale aus.

Bahlinger Entschlossenheit
Mehr als 1300 Zuschauer bildeten am Mittwoch den würdigen Rahmen für das Kaiserstuhlderby im Viertelfinale. Womöglich wären noch mehr Zuschauer ins Bahlinger Kaiserstuhlstadion gekommen, hätte die Partie nicht schon um 17.30 Uhr ihren Anfang genommen. Am Ende konnten beide Seiten zufrieden ihren Wasserhaushalt auf der Ponderosa regulieren: Die Bahlinger schalteten beim 4:2 (1:1)-Heimerfolg immer dann einen Gang hoch, wenn es erforderlich war. Der Außenseiter aus Endingen verkaufte sich teuer und tankte Selbstvertrauen für den Abstiegskampf in der Verbandsliga.

Unübersehbar war bei den Gastgebern das Bemühen um spielerische Linie, vor allem als Kapitän Tobias Klein ins Mittelfeld vorrückte und hinten durchaus ansprechend von Fabian Nopper vertreten wurde. Unübersehbar jedoch auch die Anfälligkeit der BSC-Abwehr, vor allem bei Standards. Immerhin: „Wir lassen uns durch unnötige Gegentore nicht zurückwerfen und haben jeweils noch mal nachlegen können“, stellte der auffälligste Bahlinger Angreifer Erich Sautner fest.

Somit scheint der Weg frei für den vierten Bahlinger Pokaltriumph – wenn es im Halbfinale nicht grad zu den Rielasingern gehen sollte, vor denen die BSC-Verantwortlichen großen Respekt haben: „Die hauen alles rein, wir werden vorbereitet sein“, sagt Trainer Alfons Higl. Allzu gerne würde der BSC mit dem seit Januar engagierten Ex-Profi über die laufende Spielzeit hinaus den Kontrakt verlängern. Wie es heißt, werde man sich nach dem Heimspiel am Samstag gegen den FSV Bissingen zusammensetzen. Eine Entscheidung vor Ostern ist zu erwarten.

SVE-Trainer Axel Siefert wertet den Behauptungswillen seiner Spieler als Indiz für eine erfolgreiche Restrunde in der Liga. „Das gibt uns Kraft und Motivation. Der Weg ist der richtige“, sagte Siefert. Auch der Ex-Bahlinger Manuel Gleichauf ist überzeugt: „Wenn wir so spielen, steigen wir nicht ab.“ Das Problem verortet die Endinger Abwehrkraft irgendwo im Hinterstübchen: „Wir tun uns schwer, Motivation und Leidenschaft gegen vermeintlich schwächere Teams abzurufen.“

Hausener Überraschungscoup
Die Hoffnung war nicht umsonst, die Mission Pokal geht für den VfR Hausen weiter. Dabei hatten die wenigsten damit gerechnet, dass sich der Landesligist gegen den Verbandsligisten SV Linx durchsetzen wird – gar mit 3:0. „Die Mannschaft hat heute vieles von dem umgesetzt, was ich ihr vorher mitgegeben habe“, zeigte sich VfR-Coach Daniel Kreisl erfreut. Vor allem die mannschaftliche Geschlossenheit sollte sich als großer Pluspunkt gegenüber den Gästen erweisen. Keiner scheute sich, weite Wege zu gehen.

„Heute dürfen sie den Sieg genießen, doch morgen aber heißt es, sich wieder auf den Ligaalltag konzentrieren.“ Keine leichte Aufgabe für den Trainer. Und wie soll es nun weitergehen? Welches Los erhofft sich Kreisl? „Das ist mir ehrlich gesagt ziemlich egal. Wenn ich aber einen Wunsch frei hätte, wäre dieser ein Heimspiel.“ Die weiten Auswärtsfahrten zum zweiten Landesligisten FC Schonach oder nach Rielasingen würde er seinem Team gerne ersparen. Verschmitzt lächelnd fügt er an: „Jetzt sind wir so weit gekommen, da wollen wir natürlich auch ins Finale.“

Freiburger Enttäuschung
Niederlagen schmerzen, keine Frage. Doch Niederlagen im Pokal schmerzen ungleich mehr, denn sie haben etwas Endgültiges. „Klar wäre ich gerne weitergekommen“, sagt FFC-Trainer Ralf Eckert nach dem 0:3 beim Ligakonkurrenten Rielasingen-Arlen. Bereits nach neun Minuten war der Matchplan Makulatur, als es 2:0 für die Heimelf stand. „Dann wird es gegen eine solche Supermannschaft natürlich schwer“, so Eckert. In der zweiten Halbzeit fehlte das Quäntchen Glück für den Anschlusstreffer. Die Voraussetzungen waren alles andere als optimal. Es war offensichtlich, dass die Mannschaft die Ausfälle von Verteidiger Kevin Senftleber, der sich bei einem Arbeitsunfall verletzt hatte, Kapitän Fabian Sutter (Sperre) und Elias Reinhardt, der verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste, nicht kompensieren konnte. Notgedrungen waren zu viele junge und daher unerfahrene Spieler auf dem Platz. „Die dürfen auch Fehler machen“, so Eckert, „doch im Pokal sollten es nicht zu viele sein, wenn man weiterkommen will“.


Die Halbfinalspiele des südbadischen Pokals werden am 25./26. April ausgetragen und am heutigen Freitag in der Geschäftsstelle des SBFV von 17.30 Uhr an ausgelost (Livestream auf der Facebookseite des Verbandes). Das Endspiel findet im Rahmen des bundesweiten Finaltages der Amateure am 25. Mai (Christi Himmelfahrt) statt. Ort und Zeit sind noch offen.
Aufrufe: 06.4.2017, 21:10 Uhr
Matthias Kaufhold, Benedikt Hecht & Andreas Klein Autor

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