2026-03-09T15:40:23.061Z

Spielbericht

Auswärtssieg im Spitzenspiel

Zeiss-Elf dreht Spiel beim Spitzenreiter und holt verdient drei Punkte beim 1. FC Lok Leipzig.

von PM FCC · Heute, 17:30 Uhr · 0 Leser
– Foto: Imago Images

Leipzig bleibt in dieser Saison zuhause wie auswärts ein gutes Pflaster für den FC Carl Zeiss Jena, der sich auch beim Tabellenführer 1. FC Lok Leipzig durchsetzen und so den vierten Sieg im vierten Saisonspiel gegen eine Leipziger Mannschaft einfahren konnte. Doch der Weg zum "Leipzig-Quadruple" war ein emotional wie sportlich herausfordernder.

BERICHT des FC Carl Zeiss Jena

Mehr als 10.000 Fans pilgerten bei frühlingshaftem Wetter ins Bruno-Plache-Stadion und machten dieses Spitzenspiel auch atmosphärisch zu einem echten Ligagipfel. Die Zeiss-Elf wurde dabei von 1.200 FCC-Fans im restlos ausverkauften Gästeblock des "good old Bruno" unterstützt. Und die sollten ihr Kommen ganz gewiss nicht bereuen.

FCC-Trainer Volkan Uluc machte keine Experimente und ließ im gewohnten 4-2-3-1 agieren. Das Spiel hielt sich nicht lang beim Abtasten auf. Zwar hatte Lok mehr das Spielgerät als der zunächst bis zur Mittellinie gewähren lassende FCC, doch die ersten Möglichkeiten hatte Jena. Es waren gerade etwas mehr als fünf Minuten gespielt, da wurde Nicolas Wähling bei einem Jenaer Konter wunderbar eingesetzt. Der lief allein auf Lok-Keeper Naumann zu, doch wurde im letzten Moment beim Abschluss entscheidend gestört. Keine zwei Minuten später war es wieder der FCC, der offensiv ein Zeichen setzte. Dieses Mal war es Emeka Oduah, der den Ball über die rechte Seite zu Amar Suljic ins Zentrum brachte. Der hielt nur den Fuß hin, von wo der Ball denkbar knapp am zweiten Pfosten vorbeiging (8.). Der FCC war hellwach und von Beginn an gut in der Partie, in der sich aber nun auch Lok anmeldete. Nach einer Jenaer Ecke eroberte Lok den Ball und schaltete blitzschnell um. Malik Talabidis Körpereinsatz und das Wegspitzeln des Balls im buchstäblich letzten Augenblick gegen den frei vor Marius Liesegang stehenden Arcalean bewahrten den FCC vor einem Rückstand. In der Folgezeit beruhigte sich das Spiel etwas. Lok war etwas aktiver, ohne groß zu glänzen, während sich der FCC mit seinen Großchancen sichtlich Respekt verschafft hatte. Der FCC knüpfte defensiv an seine gute Leistung gegen die VSG an und ließ im Grunde fast nichts zu. Doch ein Moment genügte, um gegen extrem effektive Probtsheidaer das Nachsehen zu haben. Nach 37 Spielminuten setzte sich Arcalean auf der rechten Seite durch und kam zur scharfen Hereingabe in Jenas Strafraum, wo Maderer, der von Moritz Fritz noch gestört wurde, mit viel Mut und Überzeugung in den Kopfball ging und aus etwa fünf Metern zum 1:0 für Lok traf. Jena musste sich schütteln und war in den Folgeminuten bis zur Pause angeschlagen, überstand aber diese schwierige Phase, in der Maderer sogar noch auf 2:0 hätte stellen können - es sollte die einzige der Schwäche in diesem Spiel bleiben.

Der FCC, der zur Pause zwei Mal wechselte und Kevin Lankford und Alexander Prokopenko für Nicolas Wähling und Amar Suljic ins Spiel brachte, machte schnell klar, dass er gewillt ist, in diesen zweiten 45 Minuten alles daran zu setzen, diese Partie zu drehen. Maderer, der sich beim Kopfball zum 1:0 leicht verletzte, musste in der Kabine bleiben - für ihn kam Lok-Urgestein Djamal Ziane ins Spiel. Einen Freistoß aus dem linken Halbfeld, den Alexander Prokopenko herausholte, zirkelte Kevin Lankford auf den zweiten Pfosten, wo der Ball ohne weitere Berührung eines anderen Spielers im langen Eck zum 1:1 einschlug (48.). Der FCC war nun die bessere Mannschaft, während Lok an die ersten 45 Minuten nicht mehr anzuknüpfen vermochte. Während man das Gefühl hatte, Lok würde sich mit dem einen Punkt begnügen, um den FCC so auf Abstand zu halten, wollte Jena sichtbar mehr. Die Zeiss-Elf erhöhte den Druck, während Lok offensiv nichts mehr zu entgegnen hatte. Eine Viertelstunde vor Schluss rettete Lok-Torwart Andreas Naumann gegen Emeka Oduah und parierte anschließend den Kopfball von Malik Talabidi. Den Sieg brachte schließlich wieder ein Halbfeld-Freistoß von der exakt gleichen Position wie beim Ausgleich. Nur dieses Mal führte Alexander Prokopenko aus. Lok bekam den Ball, den Sören Reddemann nochmals scharf machte, nicht geklärt, aus dem Gewühl im Fünfmeterraum scheiterten erst Maxim Hessel an Naumann und Talabidi am Pfosten, ehe Oduah den Ball aus Nahdistanz zum 1:2 verwandeln konnte (84.). Alexander Prokopenko hätte nach sehenswertem Solo sogar das dritte Tor für Jena nachlegen können (90.), doch so mussten der FCC und seine Fans noch fünf Minuten in der Nachspielzeit zittern, bevor dann der Schlusspfiff Jenas verdienten Auswärtssieg besiegelte.