
Gau-Odernheim. Ein Favoritensterben wie bei der diesmaligen Auflage hat das Hallenfußball-Turnier der Alzey-Wormser Schiedsrichtervereinigung schon lange nicht mehr erlebt. Sowohl Titelverteidiger Wormatia Worms II, als auch der ranghöchste TSV Gau-Odernheim verpassten das Endspiel. Den Titel des Hallen-Kreismeisters machten schließlich der VfL Gundersheim und TuS Neuhausen unter sich aus - mit dem besseren Ende für den Bezirksligisten. 3:1 gewann der VfL das Prestige-Turnier.
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Für den meisten Gesprächsstoff sorgte indes eine Viertelfinalpartie. Und zwar die, in der Wormatia Worms U23 ausschied. Da steppte der Bär in der Petersberghalle. Die allermeisten hielten mit dem Underdog SG Armsheim/Flonheim. Die Partie bot einen emotionalen Moment nach dem anderen: Die 1:0-Führung für den A-Ligisten, ein gehaltener Neunmeter durch Christoph Fink, zwei Minuten in Unterzahl und ein Traumtor in letzter Sekunde zum 2:2 durch den Wormser Emir Kolbüken. Er rettete Wormatia, die technisch beste Mannschaft im 16er-Feld, auf den allerletzten Drücker ins Penaltyschießen.
Auch hier: Dramatik pur, ehe die wie Löwen kämpfenden Wiesbachtaler mit dem 6:5-Erfolg für die Sensation des Turniers sorgten. Vorm Anpfiff hatten sie an diesen Coup überhaupt nicht geglaubt. Mit „0:8“, feixten sie zu dem Zeitpunkt noch, würde sie der spielstarke Landesligist aus der Halle fegen. Dass sie ihn hingegen in die Knie zwingen würden – unvorstellbar.
Im Halbfinale zwang die SG Armsheim den VfL Gundersheim dann ins Penalty-Schießen, das sie mit 4:6 verlor. Im Spiel um Platz drei begegnete das Team um Nikolaj Michel dem anderen gestrauchelten Turnierfavoriten – dem TSV Gau-Odernheim. Für eine weitere Überraschung reichte es beim 2:3 (Tore: 1:0 Forg, 2:0 Michel, 2:1 Breitenbruch, 2:2 Breitenbruch, 2:3 Kohlstadt) nicht mehr. Die Mannschaft der Herzen, die mit den temperamentvollsten Fußballern und den leidenschaftlichen Fans, musste mit dem undankbaren vierten Rang vorlieb nehmen.
Auch der TSV Gau-Odernheim verpasste den Einzug ins Endspiel. Der Oberligist kämpfte sich bis ins Halbfinale, wo er in TuS Neuhausen seinen Meister fand. Wie Wormatia retten sich die Petersberger in letzter Sekunde durch einen Luis-Breitenbruch-Gewaltschuss zum 2:2 ins Neunmeter-Schießen. Sven Junkert, der vielleicht stärkste Torhüter des Turniers, und seine Gefährten erwiesen sich in diesen Zitterminuten als die nervenstärkere Mannschaft: 6:4 und sie stand im Finale.
Diese finale Begegnung begann wie alle Spiele mit Gundersheimer Beteiligung: Mit der 1:0-Führung des VfL. Diese Spielverläufe, von der Vorrunde übers Viertel- und Halbfinale nie wegen eines Fehlstarts in Rückstand geraten zu sein, waren nach Ansicht des Gundersheimer Kapitäns Sebastian Engelhardt einer der Schlüssel für den Triumpf des VfL: „Hinten standen wir relativ stabil. Auch dank unseres Torhüters Lukas Ketterer, der in beiden Neunmeterschießen stark hielt“.
Dass er und seine Mitspieler am Ende den Siegerscheck von Schiedsrichter-Obmann Michael Speier in Empfang nehmen würden, damit hatten nicht einmal sie gerechnet. Engelhardt: „Wegen unserer Verletzungsproblematik hatten wir Schwierigkeiten, überhaupt eine Mannschaft zusammenzubringen. Zum Glück halfen noch zwei aus der Zweiten“. Nun hoffen die Gundersheimer, ebenso wie TuS Neuhausen, den Schwung aus der Halle mit ins Feld zu nehmen. Beide kämpfen in ihren Ligen, der Bezirks- beziehungsweise der Landesliga, um den Klassenverbleib.
Die Schiedsrichtervereinigung Alzey-Worms, traditionell Gastgeber dieser Benefiz-Events in Gau-Odernheim, war mit dem Verlauf der insgesamt vier Turniertage sehr zufrieden. 510 zahlende Zuschauer zählte Michael Speier alleine beim Höhepunkt, der sportlich ansprechenden Finalveranstaltung am Sonntag.
Die Fußballer erzielten über alle Turniertage 499 Tore - jedes belohnt die Rheinhessen-Sparkasse mit fünf Euro für den Spendentopf. Die 2495 Euro teilen sich, das steht bereits fest, der DRK Ortsverein Osthofen, der ASB Wünschewagen Worms, der Warbede Frauennotruf Alzey, die Dance Society Worms und der Kindergarten Gau-Odernheim.