
Der Mittelfeldspieler hütete beim FT-Hallenmasters das Tor. In der Verlängerung erzielte er das entscheidende Golden Goal aus der Distanz.
Freising – Da griff sie wieder, diese besondere Regel beim FT-Hallenmasters. In den Entscheidungsspielen geht es bei einem Unentschieden nach regulärer Spielzeit in die Verlängerung, in der sich nach jeder Minute ein Akteur pro Mannschaft verabschieden muss. Bis jeweils nur noch zwei Feldspieler und der Keeper auf dem Parkett stehen. Doch darauf hatte Domenik Baller, Schlussmann des TSV Allershausen, offensichtlich überhaupt keine Lust.
Es war noch keine Minute der Halbfinal-Verlängerung zwischen dem TSV Allershausen und dem SC Kirchdorf vorüber, als Baller für die Szene des Spiels sorgte: Er eilte aus seinem Kasten, zog kurz vor der Mittellinie einfach ab, traf satt in den Winkel und löste mit seinem Golden Goal zum 1:0 für sein Team das Ticket fürs Finale, das die Allershausener dann mit 2:1 nach Overtime gegen Lohhof gewinnen sollten.
Was die Sache zusätzlich kurios macht: Domenik Baller (23) ist eigentlich Mittelfeldspieler und hat in dieser Saison in zehn Kreisliga-Partien bereits zwei Treffer erzielt. Weil für das Masters im Allershausener Tor aber Not am Mann war, klopfte Trainer Michael Stiller einfach mal bei ihm an – und rannte damit sprichwörtlich offene Tore ein. „Das war überhaupt kein Problem für mich“, erzählte Baller hinterher. „Da helfe ich natürlich aus.“ Auch in der Kreisliga stand er in dieser Runde schon einmal zwischen den Pfosten – und zwar beim 3:1-Sieg Anfang November gegen Berglern. Diese Position war also kein Neuland für ihn.
Im Masters-Halbfinale machte Baller seine Sache ebenfalls gut: Er spielte aktiv mit und war zugleich ein sicherer Rückhalt für sein Team. Einziger Makel im Turnier: Nach zwei gegentorlosen Gruppenspielen fing sich Allershausen in der Vorrunde gegen Lohhof sechs Buden. „Ansonsten war ich schon zufrieden“, bilanzierte Baller. Und letztlich profitierte seine Truppe von seinen Fähigkeiten als Mittelfeldakteur. Baller war als Keeper immer anspielbar – und am Ende der entscheidende Faktor.
Ob das im Tor jetzt öfter was für ihn wäre? Da winkt Domenik Baller sofort ab. „Ich spiele schon lieber weiter vorne.“ Immerhin ist der 23-Jährige beim Kreisliga-Zweiten in der Startelf gesetzt. Wenn Not am Mann sei, würde er aber natürlich im Kasten aushelfen. Wie im Halbfinale des Hallenmasters, als er zum Matchwinner wurde. Als Torwart.