2026-05-06T12:44:31.715Z

Ligabericht

Ausgerechnet in Meckelfeld: Elstorf stolpert im Aufstiegsrennen

Bezirksliga Lüneburg 2: Westercelle erledigt seine Hausaufgaben und verkürzt den Rückstand auf fünf Zähler

von Moritz Studer · Heute, 20:00 Uhr · 0 Leser
– Foto: Felix Schlikis

Mit einer gewissen Konstellation hätte der TSV Elstorf den vorzeitigen Aufstieg feiern können, stattdessen kassierte der Tabellenführer die erste Niederlage. Die Bravehearts wurden ihrem Namen gerecht und erarbeiteten sich mit einer leidenschaftlichen Vorstellung einen wichtigen Sieg im Kampf um den Klassenerhalt. Elbmarsch gewinnt wiederum den Keller-Krimi gegen Borstel.

Nachdem der SV Altencelle in Führung ging (17.), gelang es Jan Kunstmann mit einem Freistoß schnell auszugleichen (20.). Zudem war es mitentscheidend, dass Dominik Gärtner kurz vor der Pause einen Strafstoß zur Führung verwertete (45.+4). Nach dem Seitenwechsel zog der Favorit dem Tabellenvorletzten mit einem Doppelschlag von Kolja Überheim endgültig den Zahn (53., 56.). Gärtner (73.) und Max Aurin machten den Deckel drauf (80.).

VfL-Cheftrainer Sebastian Zich: „In der ersten Halbzeit waren wir zwar spielbestimmend aber nicht zwingend genug. Nach der Pause haben wir mehr Tempo in unser Spiel bekommen. Sie sind dann gar nicht mehr in unseren Strafraum gekommen, während wir uns viele Chancen herausgearbeitet haben. Damit können wir zufrieden sein. Dass Max Aurin nach seinem Kreuzbandriss trifft, freut mich dann auch sehr.“

Der dünnen Personaldecke der SG Estetal half nicht, dass sich Torhüter Sebastian Menzel schon in der Anfangsphase verletzte. Dafür rückte Offensivspieler Steffen Glade zwischen die Pfosten. Selbst SGE-Betreuer Michael Brügmann ergatterte mit 61 Jahren einen Platz im Kader, dazu bauten die Hausherren den einen oder anderen Youngster ein. Letztlich reichte das nicht, um Punkte auf der eigenen Anlage zu behalten.

SGE-Co-Trainer Sascha Mummenhoff:"Dieses Spiel hatte eigentlich alles, was man für einen ordentlichen Fußball-Nachmittag braucht. Improvisation, Chaos, Verletzungspech, junge Wilde und irgendwo dazwischen auch noch ein Fußballspiel. Stattdessen sprach nach Abpfiff fast jeder nur über die Leistung des Schiedsrichters. Und das leider völlig zurecht. Nahezu jede Aktion wurde anders bewertet. Für ähnliche Vergehen gab es mal Gelb und Freistoß, mal lief das Spiel einfach weiter, als wäre nichts gewesen. Dadurch wurde ein eigentlich faires Spiel immer hektischer und am Ende zu einem wilden Gekicke mit insgesamt zehn Gelben Karten. Besonders bitter für uns: Das vermutlich spielentscheidende 3:1 fällt nach einer krassen Fehlentscheidung. Nach einem klaren Schlag ins Gesicht unseres Spielers lässt der Schiedsrichter einfach weiterlaufen. Das ist schwer zu akzeptieren. Ich hoffe, der Schiedsrichter sieht sich das Video der Partie an. Trotzdem gehört zur Wahrheit auch: Selbst mit einer besseren Spielleitung hätten wir heute vermutlich keine drei Punkte geholt. Dafür waren wir über weite Strecken einfach nicht präsent genug. Uns gelang es nicht, die vielen weiten Bälle des Gegners zu unterbinden. Wobei man der Mannschaft zugutehalten muss, dass sie die Rückschläge, Rückstand und verletzter Torwart, ordentlich weggesteckt hat. Jetzt müssen wir die Niederlage schnell aus den Köpfen bekommen und am kommenden Sonntag gegen Westercelle wieder deutlich präsenter auftreten. Und hoffentlich wieder mit einem deutlich ausgeglicheneren Kader antreten werden."

Zunächst brachte Eintracht-Kapitän Dennis Lawitzki die abstiegsbedrohten Gäste noch in Führung (14.). Die Buchholzer schlugen aber schnell zurück, weil Manuel Alscher eine Freistoß-Hereingabe aus dem Halbfeld am ersten Pfosten einnickte (35.). Nach dem Seitenwechsel gelang es dem BFC die Begegnung zu drehen, weil Maximilian Haar den 2:1-Siegtreffer markierte (51.). Munster muss damit auf entsprechende Ergebnisse der Konkurrenz hoffen, um nicht tiefer in den Abstiegssumpf zu sinken.

Der TuS Hermannsburg ist zum vierten Mal in Folge ungeschlagen geblieben. Der MTV Soltau legte zwar durch Lukas Meyer im ersten Durchgang vor, doch nach dem Seitenwechsel gelang dem Tabellenschlusslicht der Ausgleich durch einen Strafstoß von Marcel Look (62.).

Weil die Bendestorfer im Stau standen, wurde die Begegnung später angepfiffen. Trotzdem fanden die Gäste besser in die Partie und gingen kurz vor der Pause auch in Führung. Jannik Thees markierte den Treffer des Tages, als JesBe nach einem Ballgewinn gut durchspielte und der Abschluss erst beide Innenpfosten traf, bevor der über die Linie sprang (39.). Eversen war zwar bemüht, selten aber zwingend genug. Während der FC damit den Klassenerhalt feiert, rutscht der Aufsteiger tiefer in den Abstiegssumpf.

TuS-Cheftrainer Nils Rogge: „In der ersten Halbzeit hätten wir mehr Druck machen müssen, waren dann aber die bessere Mannschaft. Ab dem Gegentor haben wir das Spiel gemacht, ohne uns aber nennenswerte Torchancen zu erspielen. Wir müssen uns dabei einfach mehr zwingende Torchancen erspielen. Wir sind jetzt richtig unten drin und müssen im Derby abliefern, trotzdem behalten wir alles in der eigenen Hand. Es reicht nicht, die bessere Mannschaft zu sein, sondern wir müssen auch die Tore wieder erzwingen.“

Ein gebrauchter Nachmittag für den MTV Egestorf! Der Tabellendritte musste bereits früh zweifach verletzungsbedingt wechseln und geriet dann ordentlich unter die Räder. Auf der anderen Seite feiert Düshorn/Krelingen einen wichtigen Sieg im Kampf um den Ligaverbleib und füttert sein Polster auf vier Zähler an.

Der TSV Elstorf muss sich auf den Schlussmetern doch noch geschlagen geben! Zwar hätte selbst ein Sieg nicht für den vorzeitigen Aufsteig gereicht, trotzdem schmilzt der Vorsprung auf Verfolger Westercelle nochmal auf fünf Zähler. Die Bravehearts wollten einerseits einen wichtigen Dreier im Kampf um den Ligaverbleib einfahren, andererseits aber auch viele ehemaligen Teamkollegen auf der anderen Seite ärgern. Mit zwei Sonntagsschüssen drehten Constantin Felleckner (80.) und Kristopher Kühn die Begegnung in der Schlussphase (83.). Der TVM sammelt Bonuspunkte und klettert damit über den Strich.

Elstorf-Cheftrainer Michel Welke: „Wir sind auf eine Mannschaft getroffen hat, die komplett ihr Herz auf den Platz gelassen hat und alles reingeworfen hat – nicht nur wegen des Abstiegskampfs. Jordi hat es geschafft, die Jungs anzuzünden, die sehr giftig, laut und gut waren. Für uns war der Knackpunkt, dass wir das vierte Tor nicht machen. Wir haben auch nach dem Rückstand noch eine hundertprozentige Torchance, die wir nicht nutzen. Wir haben verloren, weil wir nicht gierig genug waren. Die Mannschaft funktioniert aber, weswegen das ein einmaliger Ausrutscher bleibt. Dass wir heute vier Gegentore kassieren, nervt uns sehr. Wenn du selbst drei schießt, musst du gewinnen.“

Die Eintracht Elbmarsch feiert einen überlebenswichtigen Sieg im Kampf um den Klassenerhalt und verweist den MTV Borstel-Sangenstedt auf einen Abstiegsplatz. Der umjubelte Matchwinner war Ole Lilienthal, der kurz vor der Pause für den Treffer des Tages sorgte (37.).