
"Ich weiß auch nicht, was wir verbrochen haben", versucht Andreas Schön die personelle Misere beim FC-Astoria Walldorf mit einer gesunden Portion Humor zu nehmen. Am Montag hatte der Trainer des Regionalligisten gar nur zehn Spieler im Training. Keine berauschenden Vorzeichen also vor dem Gastspiel am Samstag beim SV Eintracht Trier (Anpfiff, 14 Uhr).
Die größte "Baustelle" betrifft fraglos die Defensive. Im Vergleich zum Saisonauftakt im August fehlen derzeit mit dem für zwei Spiele gesperrten Lennart Grimmer, Last-Minute-Abgang Dennis Egel sowie den beiden Kreuzbandverletzten Roman Hauk und Maik Goß gleich vier potenzielle Verteidiger der Dreierkette. Goß hat sich die Verletzung vor Wochenfrist gegen Sandhausen zugezogen. Es ist bereits der dritte Kreuzbandriss in der Karriere des 27-Jährigen. Auf die Operation muss er noch zwei, drei Wochen warten, da die Schwellung im Knie noch zu stark ist.
Zwangsläufig wird der ein oder andere aus der Verbandsliga- in die Regionalliga-Elf hochgezogen. "Am Dienstag haben drei Jungs schon mittrainiert", verrät Schön. Ein möglicher Kandidat ist Max Müller, der bis vor anderthalb fest zum Regionalliga-Stamm gehörte und seitdem als einer der Etablierten im Team von Andreas Kocher die Richtung vorgibt.
Im Laufe der Trainingswoche kehrten glücklicherweise die angeschlagenen Offensivkräfte Marce Carl und Felix Kendel zurück. Die zahlreichen Ausfälle haben zeitgleich Akteure in den Fokus gerückt, mit denen vor wenigen Wochen nicht unbedingt zu rechnen gewesen ist. Einer davon ist Bennet Schieber im Abwehrzentrum. Der 22-Jährige hatte in den Vorjahren selbst mit mehreren Verletzungen zu kämpfen, aktuell gehört er aber zu den wenigen "Lichtblicken" nach neun Spieltagen. "Ich habe immer viel von Bennet gehalten", sagt Schön über Schieber und ergänzt, "er hat es wie von uns erwartet direkt gut gemacht und mit Leistung überzeugt."
Zum Trier-Spiel: Die Bilanz gegen den ehemaligen Zweiligisten – von 2002 bis `04 – könnte ausgeglichener nicht sein. In zwölf Regionalliga-Duellen hat jeder fünf Siege bei zwei Unentschieden. Auswärts gibt es jedoch reichlich Verbesserungspotenzial für die Astorstädter. In sechs Partien gab es lediglich zwei Punkte und gar erst einen einzigen Torerfolg. Viel zu verlieren gibt es also nicht am Samstagnachmittag für den FCA.