Runderneuert: Die Mannschaft von Hassia Bingen geht mit einer fast vollständig veränderten Besetzung in die neue Saison der Fußball-Verbandsliga Südwest.
Runderneuert: Die Mannschaft von Hassia Bingen geht mit einer fast vollständig veränderten Besetzung in die neue Saison der Fußball-Verbandsliga Südwest. – Foto: Hassia Bingen/Timo Schlitz

Ausfälle treffen Hassia hart

Binger Verbandsligist muss zum Auftakt jede Menge Spieler ersetzen +++ Sonntag kommt Hohenecken

BINGEN. Am Sonntag (15 Uhr) startet Hassia Bingen im Stadion am Hessenhaus mit einem Heimspiel gegen Aufsteiger TuS Hohenecken in die Verbandsligasaison. Für die Binger beginnt nach vier Jahren Oberliga eine Klasse tiefer ein Neuanfang, nachdem die Vereinsführung im vergangenen Frühjahr die Notbremse gezogen hatte, sogar kurzzeitig eine Komplettabmeldung der Aktiven im Raum stand. Nun geht es mit einem in jeder Hinsicht runderneuerten, motivierten Team und dem Brüderduo Thomas und Christian Klöckner als verantwortlichen Trainern weiter.

Vorbereitung: Bis Anfang dieser Woche war alles im grünen Bereich. Durchschnittlich 20 Spieler im Training, beste Stimmung, Vorfreude. Die Vorbereitung lief lange rund, erzählt Thomas Klöckner. „Wir haben unser Programm super abspulen können, alle haben mitgezogen.“ Der Knall mit einer großen Ausfallwelle kam dann am vergangenen Montag, zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt.

Testspiele: Von Beginn lag bei der Hassia das Hauptaugenmerk weniger auf den Ergebnissen, die Luft nach oben lassen, denn auf der Entwicklung der eigenen Mannschaft, die ein Durchschnittsalter von gerade einmal 22 Jahren aufweist. Die zeigte viele gute Ansätze, traf aber mit Ausnahme der Partie gegen den VfB Bodenheim (5:3) beim Waldalgesheimer Turnier zu selten und machte in der Defensive immer wieder haarsträubende Fehler. Paradebeispiel war die letzte Testpartie bei Oberliga-Mitabsteiger TSV Emmelshausen (2:4), als die Hassia es in der ersten Hälfte versäumte, einen Vorsprung herauszuschießen, dann innerhalb von 13 Minuten 0:4 in Rückstand geriet. Die positive Entwicklung war für die Trainer dennoch klar zu erkennen. „Viele Dinge haben die Jungs richtig gut gemacht“, sagt der ältere der beiden Brüder.

Taktik: Hoch anlaufen und aktiven Fußball spielen. Das waren die Pläne, bevor in dieser Woche statt der geplanten zwei zusätzliche zehn Akteure wegen Krankheiten oder Verletzungen passen mussten. „Ob alles, was wir geplant hatten, jetzt noch möglich ist, werden wir im Abschlusstraining sehen. Auf jeden Fall werden wir auf die Ausfälle reagieren und unsere Ausrichtung ändern“, so Thomas Klöckner.

Personal: Am Hessenhaus tummeln sich fast ausschließlich neue Gesichter. Einkalkuliert war, dass Joshua Iten aus beruflichen Gründen erst im September zur Mannschaft stößt, dass auch Ilker Yüksel den ersten Spieltag verpassen wird. Dass ausgerechnet die beiden Akteure, die in der Vorbereitung in der Offensive am meisten auf sich aufmerksam machen konnten, beim Auftakt nicht dabei sein werden, ist ein Schlag. Marlon Pira knickte im Training um, muss voraussichtlich drei Wochen pausieren. Und Gianni Auletta meldete sich wegen Krankheit ab. Bei ihm hat Klöckner noch eine minimale Hoffnung, dass er dabei sein könnte. Zusätzlich zum ohnehin unerfahrenen Team wurden in dieser Woche weitere A-Jugendspieler zum Training hochgezogen. „Lamentieren bringt nichts. Vom Timing her ist das Ganze aber natürlich denkbar ungünstig“, sagt Klöckner, „denn so kommt das erste Ligaspiel zum absolut schlechtesten Zeitpunkt. Allein mit den Ausfällen könnten wir eine gute erste Elf aufstellen“

Saisonziel: „Wir wollen die junge Truppe entwickeln, uns als Verein konsolidieren und möglichst früh die Abstiegsgefahr minimieren“, sagt Thomas Klöckner. Möglichst in jedem Spiel soll die Mannschaft in der Lage sein, Punkte zu holen. Dazu möchte die Hassia verlorenen Kredit Stück für Stück zurückgewinnen, die Außendarstellung verbessern und mit attraktivem Fußball die Zuschauer begeistern.

Bingen
1:2
Hohenecken

Der erste Gegner: Der wird alles andere als ein Zuckerschlecken, sondern gleich zu einer Bewährungsprobe. „Wir werden nicht bei 100 Prozent sein können, die Jungs müssen sich auch erst an die Liga und die Intensität gewöhnen.“ Thomas Klöckner weist auf eine „steile Lernkurve“ hin. Kernaufgabe gegen Hohenecken sei, den Kampf anzunehmen, körperlich dagegenzuhalten. „Es wird von der ersten Sekunde an voll zur Sache gehen“, ahnt er und fordert von seinen Akteuren, über die Schmerzgrenze zu gehen. Dass die Konzentration hochgehalten werden und Flüchtigkeitsfehler abgestellt werden müssen, versteht sich von selbst.

Shai Neal hat einen neuen Verein gefunden

Der 20-jährige Binger tritt in der nächsten Saison für den FSV Optik Rathenow in der NOFV-Oberliga Nord an. Auch Alemannia Waldalgesheim, das Shai Neals jüngeren Bruder Niko im Sommer unter Vertrag genommen hatte, hätte den Linksverteidiger mit US-Staatsbürgerschaft nach seinem Einsatz als Gastspieler in einem Vorbereitungsspiel gerne verpflichtet. Shai Neal kam bei Hassia Bingen zu 21 Einsätzen in der Oberliga. Dabei erzielte er fünf Tore.

Aufrufe: 05.8.2022, 14:00 Uhr
Jochen WernerAutor