
Aus der Bezirksliga in die Champions-League des Kleinfeldfußballs: Staas Mitko gewinnt mit seinem Team die Kings League und träumt vom Aufstieg mit dem VfR.
München ‒ Das Bild zeigt Spieler in weinroten Trikots. Die Fäuste zum Jubel erhoben, die Münder offen vom Siegesschrei. Ganz vorne hockt Weltmeister Bastian Schweinsteiger, neben ihm ein Schild mit der Aufschrift „Kings Cup Europe“ ‒ und nur wenige Meter weiter steht Bezirksliga-Kicker Staas Mitko vom VfR Garching mit einem Grinsen im Gesicht. Der 25-Jährige hat allen Grund zur guten Laune, denn er hat eben mit seinem Team G2FC die Kings-League Germany gewonnen.
Mitko ist einer von 14 Spielern aus dem Kader des G2 Football Club, die sich künftig offiziell Kings-League-Könige von Deutschland nennen dürfen. Mit dem Team von Ex-E-Sport-Weltmeister „MoAuba“ gewann der Münchner am 15. November die deutsche Ausgabe des Kleinfeldturniers von Gründer Gerard Piqué.
Als Mitko vor etwas mehr als einem Jahr Teilnehmer eines Scouting-Combines von Icon-League-Team Berlin Underdogs war, hätte er all das kaum voraussehen können. Über eine Talentsichtung rutschte der Mittelfeldmotor damals in das Team von Hertha-Profi Fabian Reese und spielte eine Saison in der Kings-League-Konkurrenzliga „Icon League“ von Gründer Toni Kroos. Im Anschluss folgte der Wechsel zur Konkurrenz. „Ich fand das Modell 7vs7 aus der Kings League attraktiver und fußballnaher als das Icon-League-Modell mit vier Feldspielern“, sagt Mitko im Gespräch mit Fußball Vorort/FuPa Oberbayern.
Von den „Underdogs“ in der Icon League verschlug es Mitko zum Underdog der Kings League ‒ und viel erfolgreicher hätte Mitkos Debütsaison kaum laufen können. Der G2FC kassierte über die gesamte Spielzeit nur eine Niederlage, gewann dazu das Finale des Kings Cup Germany im Penaltyschießen und qualifizierte sich für die „Champions-League“ der Piqué-Liga, den Europe Cup. „Wir haben ein Statement gesetzt“, sagt Mitko, „man hatte das Gefühl, wir wurden von der Liga nicht richtig ernst genommen“.
Auf dem Weg ins Finale setzte sich G2 gegen namhafte Konkurrenz durch. Mit NoRulesFC schaltete Mitkos Team im Halbfinale die Mannschaft von Brazzo Salihamidžić aus. Ex-Profis wie Danny Blum, Marcel Heller oder Moritz Leitner gehörten regelmäßig zu Mitkos Gegenspielern. „Das Niveau in der Kings League ist unglaublich hoch“, sagt Mitko, „den Ex-Profis merkst du die individuelle Klasse an und auch abseits davon spielen Topspieler mit.“
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Beim Europe Cup gegen die Sieger der italienischen und spanischen Liga schien der G2FC dann allerdings entzaubert. Nach deutlichen Niederlagen gegen die ausländischen Mitstreiter landete Mitkos Team auf Platz drei hinter dem FC Caesar und Porcinos FC. Von Enttäuschung ist bei Mitko trotzdem keine Spur. „Die Kings League Saison war eine unglaubliche Erfahrung“, schwärmt der Bezirksliga-Kicker. Und das Kapitel Kleinfeldfußball soll für Mitko noch nicht zu Ende sein. Zur kommenden Saison der Kings League will der Münchner mit seinem Team wieder angreifen. „Wir wollen und können weiterhin den Cup holen“, sagt Mitko.
Wichtig ist nur: Es muss alles passen. Der private Aufwand ist für Mitko enorm. Für eine erneute Teilnahme an der Kleinfeldliga braucht es außerdem das Einverständnis des VfR Garching, bei dem Mitko weiter unter Vertrag steht. Schon dieses Jahr musste der VfR aufgrund der gleichzeitig zu Bezirksligaspielen stattfindenden Kings-League-Spieltage oft auf seinen Stammspieler verzichten.
„Ich will mit Garching aufsteigen.“
Staas Mitko kehrt zur Rückrunde zum VfR Garching zurück und hat große Ziele.
Jetzt steht für den 25-Jährigen aber erstmal wieder der Fußball auf Großfeld auf dem Programm. Der Mittelfeldmann möchte zur Rückrunde auch wieder bei seinem VfR aufribbeln. „Ich will mit Garching aufsteigen“, sagt Mitko, „ich würde gerne spielen, wäre zu 100 Prozent bereit, den Jungs zu helfen“. Momentan rangiert der ehemalige Regionalligist auf Rang drei der Bezirksliga Nord, steht in Schlagdistanz zu Relegationsrang zwei. Anders als bei der Kings League würde Mitko einen mögliche Erfolg diesmal nicht mit Bastian Schweinsteiger feiern ‒ grinsen dürfte der Kleinfeldkicker aber trotzdem. (Tobias Höllrich)