
Der 26. Spieltag der Gruppenliga Fulda bietet aus nordhessischer Sicht gleich mehrere interessante Konstellationen. Die SG Aulatal steht nach dem Rückschlag in Hönebach bei der SG Bad Soden II unter Zugzwang, die SG Niederaula/Kerspenhausen will ihre starke Serie gegen Freiensteinau fortsetzen. Im Tabellenkeller kommt es derweil zum direkten Duell zwischen der bereits abgestiegenen SG Neuenstein und dem ESV Hönebach.
Höhenflug bestätigen
Die SG Niederaula/Kerspenhausen gehört zu den positiven Geschichten der vergangenen Wochen. Der Aufsteiger hat sich mit starken Ergebnissen bis auf Rang neun vorgearbeitet und steht mit 37 Punkten inzwischen deutlich stabiler da, als es lange Zeit zu erwarten war. Der Punkt gegen Spitzenreiter Bronnzell war dafür der nächste Beleg: Niederaula führte lange, musste zwar spät den Ausgleich hinnehmen, bestätigte aber erneut seine neue Widerstandsfähigkeit.
Nun kommt mit der SG Freiensteinau 1947 ein Tabellennachbar nach Niederaula. Nur ein Punkt trennt beide Teams, entsprechend eng dürfte die Partie werden. Freiensteinau hat zwar eine defensive Grundstabilität, spielt aber mit neun Remis auch auffällig häufig unentschieden. Für die Mannschaft von Ernest Veapi bietet sich die Chance, den jüngsten Lauf weiter zu veredeln und sich im Mittelfeld der Liga festzusetzen. Aus dem Aufsteiger im Abstiegskampf ist längst ein Team geworden, das auch gegen etablierte Gegner selbstbewusst auftreten darf.
Stolpergefahr für Hönebach?
Besondere Brisanz besitzt das nordhessische Duell zwischen der SG Neuenstein und dem ESV Hönebach. Neuenstein steht nach dem feststehenden Abstieg zwar sportlich nicht mehr unter demselben Ergebnisdruck, zeigte zuletzt beim 2:2 gegen Schlüchtern aber, dass die Mannschaft die Saison nicht austrudeln lassen will. Nach dem schweren 0:6 wenige Tage zuvor war diese Reaktion bemerkenswert.
Hönebach kommt mit Rückenwind. Das 1:0 gegen Aulatal war nicht nur ein überraschender Erfolg gegen den Tabellenzweiten, sondern auch ein weiterer Beweis dafür, dass sich der ESV in der Rückrunde deutlich stabilisiert hat. Mit 20 Punkten liegt die Mannschaft von Olaf Gabriel zwar weiter auf einem Abstiegsplatz, hat aber Thalau hinter sich gelassen und tritt längst nicht mehr wie ein abgeschlagenes Schlusslicht auf.
Für Hönebach geht es darum, den Schwung aus dem Aulatal-Spiel mitzunehmen und im direkten Duell nachzulegen. Für Neuenstein ist es eine Frage der Haltung und des Prestiges. Gerade weil beide Teams die schwierige Saison kennen, dürfte dieses Derby trotz der Tabellenlage Intensität versprechen.
Antwort gesucht
Für die SG Aulatal ist das Auswärtsspiel bei der SG Bad Soden II vor allem eine Charakterprüfung. Nach dem 3:2 gegen Spitzenreiter Bronnzell schien sich noch einmal eine kleine Tür im Aufstiegsrennen zu öffnen, doch das 0:1 beim ESV Hönebach war ein herber Dämpfer. Statt den Rückstand auf Bronnzell zu verkürzen, blieb Aulatal bei 43 Punkten stehen und hat nun acht Zähler Abstand zur Spitze.
Gleichzeitig ist der Blick nach hinten fast ebenso wichtig wie der nach vorn. Schlüchtern liegt nur zwei Punkte zurück, dahinter drängen mehrere Teams. Bad Soden II steht mit 38 Punkten zwar auf Rang acht, ist aber wegen der engen Tabelle weiterhin Teil des breiten oberen Mittelfelds. Zudem bringt der Gegner mit 57 Treffern eine der stärkeren Offensiven der Liga mit. Für Aulatal wird es deshalb darauf ankommen, nach den zuletzt schwankenden Ergebnissen wieder Stabilität und Effizienz zu finden. Wer oben bleiben will, darf sich den nächsten Ausrutscher nicht leisten.