
Der 25. Spieltag der Gruppenliga Fulda hält aus nordhessischer Sicht gleich vier Partien mit sehr unterschiedlicher Bedeutung bereit. Während die SG Aulatal im Topspiel gegen Spitzenreiter SG Bronnzell ihre wohl letzte große Chance wahren will, im Aufstiegsrennen noch einmal Druck zu erzeugen, kämpfen die SG Neuenstein und der ESV Hönebach weiter um jeden Punkt im Tabellenkeller. Die SG Niederaula/Kerspenhausen reist derweil mit Rückenwind zu einem Gegner aus dem oberen Mittelfeld.
Kleinen Aufwärtstrend stützen
Auch bei der SG Neuenstein gab es zuletzt zumindest leise Lebenszeichen. Dem überraschenden 4:2-Erfolg in Aulatal folgte zwar nur ein 0:0 gegen Oberzell/Züntersbach, doch die Mannschaft blieb damit zum zweiten Mal in Folge ungeschlagen. In der Tabelle steht Neuenstein mit 14 Punkten weiter auf Rang 15, hat aber den Anschluss an Hönebach hergestellt und darf sich zumindest wieder realistischer mit dem Tabellenkeller beschäftigen.
In Schlüchtern wartet nun eine unangenehme Auswärtsaufgabe. Der Gastgeber ist Sechster, hat nur 27 Gegentore kassiert und zählt damit defensiv zu den stabileren Mannschaften der Liga. Für Neuenstein wird entscheidend sein, ob es gelingt, die neu gewonnene Widerstandskraft auch gegen ein Team aus dem oberen Drittel auf den Platz zu bringen. Nach dem Punkt gegen Oberzell und dem Derby-Coup in Aulatal wäre ein weiterer Achtungserfolg ein wichtiger Beleg dafür, dass der Aufwärtstrend Substanz hat.
Steigendes Selbstvertrauen
Die SG Niederaula/Kerspenhausen hat sich in den vergangenen Wochen spürbar gefestigt. Nach dem 1:0 in Schlüchtern und dem überzeugenden 4:0-Derbysieg gegen Hönebach steht der Aufsteiger inzwischen bei 33 Punkten und hat sich auf Rang zwölf vorgeschoben. Laut der aktuellen Tabelle beträgt der Vorsprung auf den ersten der vier direkten Abstiegsplätze bereits vier Punkte bei zudem einem Spiel weniger als einige Konkurrenten.
Die Aufgabe in Neuhof bleibt dennoch anspruchsvoll. Der Gastgeber rangiert mit 39 Punkten auf Platz vier und gehört damit weiter zur erweiterten Spitzengruppe. Für Niederaula wird es vor allem darauf ankommen, die in den vergangenen Wochen gezeigte Konstanz beizubehalten. Die Mannschaft von Ernest Veapi hat zuletzt mehrfach bewiesen, dass sie enge Spiele annehmen und auch emotional aufgeladene Partien kontrolliert lösen kann. Ein weiterer Punktgewinn in Neuhof wäre für den Aufsteiger deshalb ein starkes Zeichen.
Aulatals letzte Chance
Die größte Bühne aus nordhessischer Sicht gehört an diesem Wochenende der SG Aulatal. Der Tabellenzweite empfängt mit Bronnzell den Ligaprimus, der nach 23 Spielen bei 50 Punkten steht und nur drei Niederlagen kassiert hat. Aulatal folgt mit 40 Zählern auf Rang zwei, hat aber nur einen Punkt Vorsprung auf Künzell und damit kaum noch Spielraum für weitere Ausrutscher. Das Hinspiel verlor die SGA klar mit 0:3, nun steigt in Kirchheim die erste Heimpartie der Saison auf diesem Platz. Zudem kehren mit Luca Eckhardt, Jannik Hahl, Pascal Honstein und Joshua Piel mehrere zuletzt angeschlagene oder fehlende Spieler in den Kader zurück.
Für Aulatal geht es nach dem 1:1 in Künzell und zuvor wechselhaften Wochen nicht nur um drei Punkte, sondern auch um ein Signal. Bronnzell hat nach der Winterpause 19 von 21 möglichen Punkten geholt und steuert stabil Richtung direkter Wiederaufstieg. Die SG Aulatal braucht daher fast zwingend ein starkes Heimspiel, um die Resthoffnung auf den Spitzenplatz am Leben zu halten und zugleich die Verfolger auf Distanz zu halten.
Kellerkracher in Wildeck
Im Tabellenkeller könnte der Sonntag für den ESV Hönebach besondere Bedeutung bekommen. Nach dem deutlichen 0:4 im Nordhessen-Duell in Niederaula ist die Mannschaft wieder auf den letzten Platz zurückgefallen und steht bei 14 Punkten. Gegner FSV Thalau hat als Tabellen-14. aktuell 17 Zähler und liegt damit nur drei Punkte vor dem ESV. Rein tabellarisch ist das somit eines der wichtigsten Spiele des Wochenendes für die Gastgeber.
Dabei ist die Ausgangslage für Hönebach trotz der Derby-Niederlage nicht hoffnungslos. Vor dem Rückschlag in Niederaula hatte das Team einen klaren Aufwärtstrend gezeigt, blieb mehrere Spiele ungeschlagen und wirkte vor allem defensiv deutlich stabiler als in der Hinrunde. Gegen Thalau geht es nun darum, den direkten Konkurrenten unter Druck zu setzen und den Abstand nach unten nicht zu groß werden zu lassen. Gerade in solchen direkten Duellen kann ein Sieg mehr bewirken als nur drei Punkte.