2026-04-23T13:43:33.969Z

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Aulatal hält Aufstiegsrennen offen – Neuenstein steigt ab

25. Spieltag der Gruppenliga Fulda

von red · Heute, 09:45 Uhr · 0 Leser
– Foto: Foto Schwalm-Eder Amateurfussb

Der 25. Spieltag der Gruppenliga Fulda hat aus nordhessischer Sicht große Geschichten geliefert. Die SG Aulatal fügte Tabellenführer Bronnzell die erste Niederlage der Restrunde zu und meldete sich im Kampf um die vorderen Plätze eindrucksvoll zurück. Die SG Niederaula/Kerspenhausen setzte ihren Lauf fort und kletterte mit dem dritten Sieg in Serie weiter nach oben. Im Tabellenkeller feierte der ESV Hönebach einen wichtigen Erfolg gegen Thalau, während für die SG Neuenstein in Schlüchtern der Abstieg feststeht.

Keine Chance

Für die SG Neuenstein endete der Spieltag dagegen mit der bittersten Nachricht. Nach dem 0:6 bei der SG Schlüchtern steht der Abstieg aus der Gruppenliga fest. Bis kurz vor der Pause hielt die Mannschaft von Fabian Kallee das Spiel noch offen, dann leitete Jan Breitenberger mit dem 1:0 den klaren Schlüchterner Sieg ein.

Direkt nach Wiederbeginn erhöhte Daniel Qamar sehenswert auf 2:0, danach brach Neuenstein auseinander. Breitenberger erzielte insgesamt vier Treffer und prägte das Spiel fast im Alleingang, auch Spielertrainer Andreas Drews trug sich in die Torschützenliste ein. Dass das Ergebnis nicht noch deutlicher ausfiel, lag vor allem an mehreren Paraden von Torhüter Philipp Streck.

Für Neuenstein ist der Abstieg nach einer Saison mit zu vielen Gegentoren, zu wenigen stabilen Phasen und nur 14 Punkten die Konsequenz einer schwierigen Runde. Der Derby-Coup in Aulatal und einzelne Achtungserfolge konnten am Ende nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Rückstand zu groß geworden war.

Lauf fortgesetzt

Die SG Niederaula/Kerspenhausen ist derzeit die stabilste nordhessische Mannschaft im unteren Tabellenbereich. Mit dem 2:1 beim SV Neuhof holte der Aufsteiger den dritten Sieg in Folge und kletterte auf Rang elf. Nach dem 4:0 im Derby gegen Hönebach war das der nächste Beleg dafür, dass die Mannschaft von Ernest Veapi die Anforderungen der Gruppenliga inzwischen verinnerlicht hat.

Bei einem spielerisch starken Gegner ging Niederaula kurz vor der Pause durch Przemyslaw Chomicz in Führung. Neuhof kam nach gut einer Stunde durch Viktor Nikolaev Gitsov zurück, doch Moritz Ickler sorgte in der 73. Minute für den entscheidenden Treffer. Die Gelb-Rote Karte gegen Chomicz in der Nachspielzeit änderte am Auswärtssieg nichts mehr.

Besonders wertvoll ist dieser Erfolg, weil Niederaula damit nicht nur die Abstiegsplätze verlassen, sondern sich auch in das breite Mittelfeld der Liga vorgearbeitet hat. 36 Punkte bedeuten zwar noch keine endgültige Sicherheit, aber die Tendenz ist eindeutig: Der Aufsteiger hat sich aus eigener Kraft in eine deutlich bessere Ausgangslage gebracht.

Noch nicht aufgegeben

Die SG Aulatal hat die passende Antwort auf die zuletzt wechselhaften Wochen gegeben. Gegen Spitzenreiter SG Bronnzell gewann die Mannschaft von Martin Friedrich mit 3:2 und stoppte damit den starken Lauf des Ligaprimus. Alle Treffer fielen bereits vor der Pause – und diese erste Halbzeit hatte es in sich.

Jaron Silas Effner brachte Aulatal schon in der zweiten Minute in Führung, doch Bronnzell schlug durch Tim Niklas Horenkamp zurück. Als Jan-Niklas Jordan nach gut einer halben Stunde sogar das 1:2 erzielte, drohte das Topspiel zugunsten des Tabellenführers zu kippen. Doch Aulatal zeigte genau jene Widerstandskraft, die zuletzt nicht immer über 90 Minuten zu sehen gewesen war. Nils Fischer glich nur drei Minuten später aus, ehe Effner mit seinem zweiten Treffer noch vor der Pause das 3:2 erzielte.

Nach dem Seitenwechsel blieb es beim knappen Vorsprung, auch wenn Aulatal in der Schlussphase nach Gelb-Rot gegen Dustin Bambey noch einmal in Unterzahl bestehen musste. Für die SGA ist dieser Sieg mehr als ein Achtungserfolg: Sie verkürzte den Rückstand auf Bronnzell auf sieben Punkte und festigte Platz zwei. Bronnzell bleibt zwar klarer Spitzenreiter, doch Aulatal hat gezeigt, dass der Tabellenführer verwundbar ist.

Spiel gedreht

Auch der ESV Hönebach durfte im Tabellenkeller aufatmen. Gegen den FSV 1950 Thalau gewann die Mannschaft von Olaf Gabriel mit 3:1 und gab die Rote Laterne wieder ab. Nach dem deutlichen 0:4 in Niederaula war dieser Erfolg für den ESV dringend nötig – und er kam trotz eines schwierigen Spielverlaufs zustande.

Thalau zog sich weit zurück, verteidigte kompakt und nutzte vor der Pause eine seiner wenigen Chancen durch Linus Aha zur Führung. Für Hönebach wurde es dadurch zu einem Geduldsspiel. Erst nach der Pause fanden die Gastgeber bessere Lösungen, vor allem über die Außen. Marcel Katzmann wurde dann zur entscheidenden Figur: Erst traf er mit einem Schuss aus der Drehung zum Ausgleich, wenig später vollendete er nach Doppelpass mit Tom Lindemann zum 2:1. Jan Luca Schwachheim sorgte in der Schlussphase mit einem Abschluss aus 16 Metern für die Entscheidung.

Hönebach hat damit wieder Hoffnung im Tabellenkeller. Der Rückstand auf die Relegationszone bleibt groß, doch der Sieg gegen einen direkten Konkurrenten bringt zumindest neue Energie – und zeigt, dass sich der ESV auch nach Rückschlägen noch einmal wehren kann.