2026-10-05T13:53:51.974Z

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Auftakt schon am Samstag: Leuscheid gegen Rheidt unter Zugzwang

Bezirksliga, Staffel 2: Spieltag sechs wird bereits am Samstag eingeläutet, wenn der SV Leuscheid Verfolger Hertha Rheidt empfängt. Am Sonntag kommt es dann unter anderem zum Topspiel zwischen den noch ungeschlagenen SV Wachtberg und MSV Bonn.

von Tom Kunze · 02.10.2026, 07:00 Uhr · 0 Leser
Der SV Leuscheid ist bereits am Samstag gefordert.
Der SV Leuscheid ist bereits am Samstag gefordert. – Foto: Jörg Henkel

Schon am Samstag fällt der Startschuss für den sechsten Spieltag der Bezirksliga, Staffel 2, wenn der SV Leuscheid den FC Hertha Rheidt auf heimischer Anlage begrüßt und nach zwei aufeinanderfolgenden Niederlagen drei Punkte beansprucht. Am Sonntag stehen sich dann neben den beiden Tabellennachbarn SV Wachtberg und MSV Bonn auch der FC Rheinsüd Köln und der 1. FC Niederkassel gegenüber. Letzterer will nach dem sensationellen 10:2-Kantersieg über Aufsteiger Rot-Gelb Wesseling 1992 erneut jubeln, wohingegen der Liga-Neuling aus Wesseling mit Spitzenreiter TuRa Germania Oberdrees direkte das nächste Schwergewicht vor der Brust hat.

Leuscheid will zurück in die Spur

Nach den Auftaktsiegen gegen Uckerath (7:0) und Merl (5:3) grüßte der SV Leuscheid nach Spieltag zwei noch von der Tabellenspitze, konnte seither jedoch keinen weiteren Erfolg mehr verbuchen. Auf die Spielabsage gegen Niederkassel folgten Niederlagen gegen Oberdrees (0:2) und Fortuna Bonn (0:5). Dementsprechend peilt die Elf von Übungsleiter Slobodan Kresovic, der am vergangenen Spieltag ebenso wie zahlreiche Akteure krankheitsbedingt nicht zur Verfügung stand, im dritten Saison-Heimspiel drei Punkte an. Verhindern will dies der FC Hertha Rheidt, der am vergangenen Wochenende im Krisenduell gegen Schlusslicht Bergheim seinen ersten Saisondreier verbuchen konnte und demzufolge selbstbewusst in die Partie gehen kann.

„Müssen unsere kleinen Fehler mit großer Wirkung abstellen“

Mitsamt drei aufeinanderfolgenden Aufstiegen in Serie gab es für Rot-Gelb Wesseling 1992 in den vergangenen Jahren einiges zu feiern. Im Sommer bejubelte die Elf von Erfolgscoach Oguz Imrencler den erstmaligen Aufstieg in die Bezirksliga. Doch dort wurde der Neuling abrupt auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Sage und schreibe 29 Gegentore musste die Elf um Schlussmann Mislav Sapina bereits hinnehmen, und das in nur fünf Partien. Dabei setzte der Aufsteiger gleich zum Auftakt gegen Volmershoven-Heidgen (3:2) ein Ausrufezeichen, ehe anschließend vier Niederlagen in Serie folgten. Die deftige 2:10-Klatsche gegen den 1. FC Niederkassel in der Vorwoche setzte dann den negativen Höhepunkt. Nun stehen die Rot-Gelben vor der nächsten Hürde, die größer kaum sein könnte. Mit TuRa Germania Oberdrees reist schließlich der noch punktverlustfreie Ligaprimus nach Wesseling. Was es braucht, damit ein weiteres Debakel wie in der Vorwoche am Sonntag vermieden wird, bringt Wesseling-Coach Imrencler im Vorfeld der Partie zum Ausdruck:

„Die Niederlage war in dieser Höhe natürlich heftig und so sicherlich nicht zu erwarten. Dass wir vier Spiele in Folge gegen Mannschaften spielen, die zu den Favoriten gehören, war uns aber bewusst. Natürlich ärgert uns das Ergebnis, weil wir einige Gegentore auch selbst verschuldet haben. Diese kleinen Fehler müssen wir am Sonntag mit großer Wirkung abstellen und uns zugleich mental darauf einstellen, dass Fehler im Fußball immer passieren können“, versichert der Übungsleiter und resümiert: „Entscheidend wird sein, wie wir als Mannschaft damit umgehen und füreinander einstehen. Es kann nur über den Teamgedanken funktionieren.“

Denn mit Germania Oberdrees reist nicht nur das formstärkste Team der Liga, sondern auch das bis dato einzige Team ohne Punktverlust an. Weder die hochgehandelten Niederkassel, Leuscheid und Fortuna Bonn noch Aufsteiger Troisdorf oder Hertha Rheidt konnten dem Ligaprimus Paroli bieten, weshalb die Germania mit breiter Brust nach Wesseling kommen dürfte. Zumal unter der Woche Kreisligist SV Boluspor Bonn 1992 mit 13:2 abgefertigt wurde. Dass der Tabellenführer den Kontrahenten aus Wesseling trotz seines ausbaufähigen Saisonstarts aber keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen dürfe, stellt Cheftrainer Wolfgang Schlösser unmissverständlich klar: „Ich warne davor, den Gegner zu unterschätzen. Sie haben vier, fünf Jungs, die auch schon in der Mittelrheinliga gespielt haben. Ich glaube die Qualität beim Gegner ist durchaus da“, lässt der Coach verlauten und schlussfolgert: „Für uns gilt es, konsequent zu verteidigen und mit unserer Qualität in der vordersten Reihe den Unterschied auszumachen.“

„Haben das Pokalaus verdaut“

Im Rahmen des Kreispokal Bonn sorgte Bezirksliga-Aufsteiger SV Wachtberg unter der Woche für Furore, allerdings nicht von positiver Natur: Gegen B-Ligist VTA Bonn hatte der bislang noch ungeschlagene Bezirksliga-Neuling völlig überraschend mit 0:3 das Nachsehen. Bereits am Sonntag steht nun wieder der Ligaalltag auf dem Programm, und hat ein richtiges Top-Duell zu bieten. Schließlich empfängt der SV mit dem MSV Bonn den direkten Verfolger, der mit ebenfalls 13 Zählern auf der Habenseite ebenso unbesiegt wie der Kontrahent daher kommt. Dementsprechend groß ist die Vorfreude auf das direkte Aufeinandertreffen:

„Am Sonntag erwartet uns mit dem MSV Bonn ein echter Hochkaräter der Liga. Eine Mannschaft, die sicher im Favoritenkreis der Liga einzuordnen ist, spielerisch sehr stark daher kommt und überragende Einzelspieler hat“, zollt SV-Coach Patric Engels dem bevorstehenden Gegner großen Respekt, betont aber zugleich: „Wir werden versuchen müssen, die Herausforderung anzunehmen und über den Kampf zum Spiel zu finden. Wir wollen zuhause ungeschlagen bleiben und etwas mitnehmen.“ Schließlich kann der Gastgeber nach dem bockstarken Saisonstart voller Selbstvertrauen in sein drittes Heimspiel gehen, was auch Engels hervorhebt: „Saisonübergreifend sind wir aktuell seit 24 Ligaspielen ungeschlagen. Der Saisonstart war überragend, mit der bisherigen Ausbeute können wir zufrieden sein“, attestiert der Coach und verdeutlicht, dass auch das überraschende Pokalaus unter der Woche daran nichts ändert: „Das Aus haben wir verdaut und richten den Blick jetzt wieder nach vorne. Ich denke, dass das Team einiges aus dem Pokalspiel mitnehmen wird“, so Engels.

Und auch auf der Gegenseite sieht die Gemengelage durchaus rosig aus. Denn auch der MSV Bonn konnte bislang auf ganzer Linie überzeugen und vier Siege aus den ersten fünf Partien verbuchen. Einzig gegen den ebenfalls stark gestarteten FC Rheinsüd Köln kam die Elf von Übungsleiter Recep Kartal nicht über ein Remis (4:4) hinaus. Dass mit Wachtberg - der ebenso wie der MSV am Sonntag mit voller Kapelle anrückt - nun ein unangenehmer Kontrahent bevorsteht, dessen ist sich der 37-Jährige bewusst: „Die Punkte, die sie geholt haben, sprechen für sich. Wachtberg steht nicht ohne Grund so weit oben in der Tabelle, weshalb ich am Sonntag einen starken Gegner erwarte“, ordnet der Chefcoach den Kontrahenten mahnend ein und bilanziert: „Wir hatten punktetechnisch ebenfalls einen guten Start und wollen die nächsten drei Punkte mitnehmen. Dafür müssen wir von der ersten bis zur letzten Minute an hochkonzentriert sein.“

„Bester Saisonstart der vergangenen drei Jahre gibt uns Selbstvertrauen“

Ebenfalls in der obersten Tabellenregion mischen auch der FC Rheinsüd Köln und Herausforderer 1. FC Niederkassel mit, die sich am Sonntag im direkten Duell gegenüberstehen. Während Letzterer einzig im Auftaktspiel gegen Oberdrees das Nachsehen hatte, steht der FC Rheinsüd nach fünf absolvierten Partien noch ungeschlagen da. Diese Erfolgsserie gilt es aus Sicht der Hausherren nun auch gegen den Kontrahenten aus Niederkassel aufrechtzuerhalten, der seinerseits jedoch mit einer 10:2-Machtdemonstration gegen Aufsteiger Wesseling im Rücken anreist:

„Natürlich war der Kantersieg in Wesseling ein sehr gutes Ergebnis für uns. Gleichzeitig war es bereits der dritte Sieg in Folge, und diese Serie hat sich die Mannschaft absolut verdient. Man merkt, dass wir von Woche zu Woche besser in Schwung kommen, dazu haben wir den besten Saisonstart der vergangenen Jahre hingelegt, was uns Selbstvertrauen gibt“, zeigt sich Niederkassel-Coach Fatih Tuysuz sichtlich zufrieden mit den gezeigten Leistungen seiner Mannen zum Saisonauftakt und hofft auf einen weiteren Erfolg am Sonntag: „Mit diesem Rückenwind und breiter Brust wollen wir jetzt auch in Köln auftreten und unsere positive Serie weiter ausbauen. Uns erwartet am Sonntag ein sehr starker Gegner, der bislang ungeschlagen ist. Rheinsüd ist eine spielstarke und kompakte Mannschaft, deshalb wird das ein ganz anderes Spiel als zuletzt gegen Wesseling“, ist sich der Übungsleiter bewusst.

Auf der Gegenseite blickt man derweil völlig sorgenfrei auf den anstehenden Spieltag. Mit Punkten auf der Habenseite darf sich der FC Rheinsüd Köln schließlich erster Oberdrees-Verfolger nennen, was keines allzu schlechte Ausgangslage darstellt. Gegen Niederkassel peilt die Elf von Übungsleiter Stefan Krämer nun den dritten Heimdreier im dritten Heimspiel an, wie der Chefcoach selbstbewusst kundtut: „Wir wissen, dass mit Niederkassel ein starker Gegner bevorsteht, der sehr viel individuelle Qualität mitbringt. Wir müssen gucken, dass wir mit geschlossener mannschaftlicher Geschlossenheit auftreten und wollen es dem Gegner dabei so unangenehm wie möglich machen“, verrät Krämer den Matchplan seiner Elf und resümiert: „Unser Ziel ist es, die Punkte zuhause zu halten, dafür brauchen wir eine entsprechende Leistung. Dass der 40-Jährige dabei erneut auf den ein oder anderen Leistungsträger verzichten muss, verunsichert beim Tabellenzweiten niemanden.

Das sind die restlichen Begegnungen:

Derweil ist der SV Rot-Weiß Merl beim VfR Hangelar auf Wiedergutmachung aus. Nach dem verkorksten Saisonauftakt mitsamt der Niederlagen gegen Fortuna Bonn (1:3) und Leuscheid (3:5) zeigte der selbsterkorene Titelanwärter in den folgenden Duellen gegen die Aufsteiger Troisdorf (7:0) und Wesseling (7:4) zunächst eindrucksvolle wie auch torreiche Reaktionen, ehe es am vergangenen Wochenende eine bittere 2:5-Schlappe gegen Rheinsüd Köln setzte. Damit rangiert die Elf von Chefcoach Rida Boutziri mit einzig sechs Zählern auf der Habenseite auf dem achten Tabellenrang, weit hinter dem vor Saisonbeginn ausgerufenen Saisonziel Platz drei.

Hinzu kommt, dass die Boutziri-Elf künftig ohne seinen langjährigen Co-Trainer Stefan Heindrichs auskommen muss, der in der Vorwoche völlig überraschend und auf ungewöhnliche Art und Weise seinen Rücktritt bekannt gab, als er seinen Posten an der Seitenlinie der Rot-Weißen mitten in der Partie gegen den FC Rheinsüd aufgab und seine Trainerkollegen anschließend per WhatsApp-Mitteilung über seine Entscheidung aufklärte. Aber auch ohne Heinrichs zerlegte der SV unter der Woche im Rahmen des Kreispokal A-Ligist 1. JFC Brüser Berg mit 9:0 und eignete sich Selbstvertrauen an, welches am Wochenende dringend vonnöten sein wird. Schließlich stehen die von vielen als Titelanwärter angesehenen Gäste beim VfR Hangelar in der Pflicht, der seinerseits bislang einzig gegen Ligaschlusslicht SV Bergheim punkten konnte und folglich unmittelbar vor der Abstiegszone steht.

Ebenso klar ist die Rollenverteilung auch in Troisdorf, wo Gastgeber Sportfreunde Troisdorf 05 den SC Fortuna Bonn auf heimischer Anlage begrüßt. Schließlich trennten die beiden aufeinandertreffenden Teams in der Vorsaison noch zwei Ligen voneinander, was sich hinsichtlich des jeweiligen Saisonstarts durchaus bemerkbar macht. Während Aufsteiger Troisdorf nach bislang fünf absolvierten Spielen mit einzig drei verbuchten Punkten auf einem Abstiegsrang steht, setzte die Fortuna aus Bonn mit dem 5:0-Kantersieg gegen den SV Leuscheid ein Ausrufezeichen und heimste den dritten Saisonsieg ein. Hinzu kommt der überzeugende 2:0-Erfolg über Landesligist FC Blau-Weiß Friesdorf im Kreispokal unter der Woche, was sicherlich nicht die schlechtesten Vorzeichen birgt. Demzufolge startet die Fortuna als Tabellensechster favorisiert in die Partie in Troisdorf, während die Hausherren auf die Überraschung hoffen.

Überraschen sollte auch der SV Bergheim so schnell es geht, schließlich lässt sich der bisherige Saisonstart recht schnell als „in den Sand“ gesetzt abstempeln. In allen fünf bisherigen Begegnungen ging die Elf von Cheftrainer Julian Huth als Verlierer vom Platz, weshalb es nun wieder bergauf gehen soll. Die Vorzeichen dafür, dass es am Sonntag endlich mit dem ersten Punktgewinn klappt, sind zumindest nicht die schlechtesten, immerhin konnte auch der Kontrahent SC Volmershoven-Heidgen zum Saisonauftakt nicht wirklich überzeugen und steht mit drei verbuchten Zählern nur knapp über der Grauzone. Wem schlussendlich der ersehnte Befreiungsschlag vergönnt bleibt, wird dann am Wochenende in Bergheim zu sehen sein.

Zu guter Letzt gastiert der SC Uckerath bei TuS Buisdorf, was zugleich ein mit Spannung erwartetes Duell erhoffen lässt. Immerhin reisen die Gäste aus Uckerath nach dem 2:0-Sieg gegen Hangelar am vergangenen Wochenende aller Wahrscheinlichkeit nach selbstbewusst nach Buisdorf, wo bislang acht Zähler zu Buche stehen. Im Falle eines Auswärtserfolges würde der SC am Kontrahenten vorbeiziehen, weshalb die Marschroute für die Begegnung am Sonntag klar sein dürfte. Buisdorf hingegen visiert eine Reaktion auf die erste Saisonpleite in der Vorwoche beim MSV Bonn an und will auf heimischem Terrain weiter unbesiegt verbleiben.