
Die TSV-Reserve aus Heiligenrode hat das Relegationsduell um den Aufstieg in die Kreisliga A gewonnen und an einem Abend mit großer Kulisse auf der Kasseler Hessenkampfbahn den letzten entscheidenden Schritt gemacht. Vor 1492 Zuschauern setzte sich der TSV 1892 Heiligenrode II knapp gegen den TSV 1892 Vellmar durch und verwandelte den traditionsreichen Fußballabend an der Orangerie in ein Aufstiegsfest.
Dabei begann die Partie für den TSV Vellmar nahezu perfekt. Gerade einmal fünf Minuten waren gespielt, als Amir Abbas Sharifi den Ball von der linken Seite scharf in den Strafraum brachte und Kenneth Söder sehenswert per Volley zur frühen Führung traf.
Die Antwort der Heiligenröder ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Nach einem Foul im Strafraum zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt, Christian Brandt übernahm Verantwortung und verwandelte den Elfmeter trotz leichter Berührung von Thomas Cramm sicher zum 1:1 (8.). Die Partie war damit früh wieder auf null gestellt – und kippte in der Folge zunehmend zugunsten der „Knilche“.
Heiligenrode II wirkte nun präsenter, gewann mehr Zweikämpfe und erarbeitete sich Vorteile. Dennis Joedecke prüfte Vellmars Torhüter Cramm gleich zweimal mit gefährlichen Freistößen, David Schneiderat verpasste aus kurzer Distanz die Führung nur knapp. Ein weiterer Treffer der Heiligenröder fand wegen eines Handspiels keine Anerkennung, doch der Druck der Böcking-Elf blieb hoch – und wurde schließlich belohnt. In der 35. Minute verlor Okan Öztürk zwar zunächst den Ball im Strafraum, doch Lukas Walter schaltete am schnellsten und schob zur 2:1-Führung ins rechte Eck ein.
Mit diesem Vorsprung ging Heiligenrode verdient in die Pause, auch weil Vellmar nach dem Traumstart kaum noch zu klaren Offensivaktionen kam. Im zweiten Durchgang verflachte die Partie zunächst etwas. Heiligenrode verwaltete den Vorsprung klug, ließ wenig Tempo aufkommen und hielt den Gegner damit lange vom eigenen Tor fern. Vellmar fand zunächst kein Mittel, um den Abwehrriegel entscheidend zu knacken.
Erst in der Schlussphase wurde das Relegationsspiel noch einmal richtig dramatisch. Vellmar warf nun alles nach vorn und kam zu großen Möglichkeiten: Zunächst vergab Tim Bittroff nach Vorarbeit von Nils Spangenberg aus kurzer Distanz per Volley, wenig später köpfte Spangenberg selbst knapp vorbei. Als der Ball in der 90. Minute schließlich im Heiligenröder Tor lag, ging der Jubel der Vellmarer jedoch sofort ins Leere – wegen einer Abseitsstellung zählte der Treffer nicht.
Auf der Gegenseite verpasste Paul Henry Haßlöwer in der Nachspielzeit die endgültige Entscheidung, als er das leere Tor verfehlte. Die letzten Minuten blieben hektisch, Kenneth Söder sah nach dem Abpfiff sogar noch Gelb-Rot wegen Unsportlichkeit. Am Ausgang der Partie änderte das nichts mehr: Heiligenrode II brachte den knappen Vorsprung über die Zeit und durfte nach dem verlorenen Pokalfinale sowie dem verpassten direkten Aufstieg diesmal den großen Jubel genießen.
So bekam dieser Abend an der Hessenkampfbahn seinen passenden Sieger. Heiligenrode II zeigte nach dem frühen Rückschlag die reifere, stabilere und über weite Strecken bessere Leistung. Vellmar hielt bis zuletzt dagegen, blieb am Ende aber in der Kreisliga B. Für die Heiligenröder dagegen war es der umjubelte Aufstieg – an einem Fußball-Kultort, wie er für solche Geschichten kaum passender hätte sein können.