
Eigentlich könnten der SV Rittersdorf und der SV Speicher das Spitzenspiel zum Saisonabschluss in der Kreisliga C18 ganz entspannt angehen: Egal, ob sich die Gastgeber am Sonntag ab 12.30 Uhr durchsetzen, die Töpferstädter gewinnen oder die Partie unentschieden endet – über die Quotientenregel steigt auch der Tabellenzweite in die B-Klasse auf. „Wir wollen als Meister hoch in die B-Klasse. Das ist unser klares Ziel“, bekräftigen Rittersdorfs Spielertrainer Jannick Rings und Speichers Coach Frank Grohsmann unisono.
Mit bis zu 300 Zuschauern rechnen sie in Rittersdorf. Speicher chartert eigens einen Bus und wird von zahlreichen Fans begleitet. „Da wird einiges los sein“, frohlockt Rings, der vor der Saison vom Bezirksligisten SV Schleid zum SVR gewechselt war. Nach neun Jahren wird Rittersdorf ab August wieder in der B-Klasse spielen. „Das war das Ziel. Da haben wir jetzt schon mal einen Haken hinter gemacht. Nun gilt es, die Saison zu krönen“, sagt der 32-Jährige.
Mit einem 5:2 beim FC Bitburg III stimmte sich seine Mannschaft auf das Gipfeltreffen ein. „Es war kein besonders gutes Spiel, aber ein verdienter Sieg“, blickt Rings zurück. Speicher feierte zuletzt ein 3:1 im Derby gegen die SG Dist-Gilzem II und machte damit ebenfalls den Aufstieg perfekt – zwei Jahre, nachdem man sich nach dem Abstieg aus der A-Klasse mangels ausreichenden Spielermaterials direkt in die C-Klasse zurückgezogen hatte.
„Dist II verlangte uns alles ab. Man merkte, dass sie von Rittersdorf wohl noch etwas geboten bekommen hatten“, sagt Grohsmann mit einem Augenzwinkern. Aufgrund mehrerer Ausfälle halfen sogar einige Spieler aus der AH aus. Der mittlerweile 39-jährige Artur Poloshenko, einst für die SG Badem in der Rheinlandliga sowie für Victoria Rosport in Luxemburgs höchster Spielklasse aktiv, traf dabei zum 2:1 und 3:1. Auch Alexander Wagner und Fabian Frank unterstützten die erste Mannschaft und trugen ihren Teil zum 21. Sieg im 23. Saisonspiel bei. Für das Saisonfinale erwartet Grohsmann die wiedergenesenen Jeremy Jackson und Alexander Berg zurück. Ausfälle beklagt dagegen Rittersdorf: David Weber muss wegen eines Außenbandrisses passen, Simon Willmes fällt weiterhin mit Kniebeschwerden aus.
Das hart umkämpfte Hinspiel entschied Speicher dank eines Treffers des damals noch 18-jährigen Gioele Balder knapp mit 1:0 für sich. „Im Spiel nach vorne ist Rittersdorf sehr stark besetzt“, betont Grohsmann. Gleichzeitig verweist er auf die eigene Bilanz: „Wir haben erst zwölf Gegentreffer kassiert und mit 103 Treffern auch 18 Tore mehr erzielt als Rittersdorf.“ In der Tabelle liegt der SVR allerdings einen Punkt vor den Speicherern.
Vereinsurgestein Grohsmann, das seit Ende Oktober 2024 wieder als Trainer fungiert, coacht den SVS auch in der kommenden Saison. Der Kader bleibt weitgehend zusammen. Patrick Reicherts wird seine Laufbahn verletzungsbedingt beenden. Hoffnung gibt es zudem bei Dillon Jackson: Der seit Mitte Oktober wegen einer schwereren Schulterverletzung fehlende Offensivspieler (16 Treffer und fünf Vorlagen in acht Partien) soll im Sommer wieder zur Verfügung stehen.
Der eine oder andere Neuzugang sei bereits eingeplant, konkreter will sich Grohsmann dazu aber noch nicht äußern. Auch Rings und Co-Trainer Sascha Tietze bleiben in Rittersdorf an Bord. Abgänge gibt es dort nach aktuellem Stand keine. Zu möglichen Verstärkungen wollte sich allerdings auch Rings noch nicht äußern – zu sehr liegt der Fokus derzeit auf dem großen Saisonfinale am Sonntagmittag.