Ein Aufsteiger ohne Anlaufzeit
32 Punkte nach der Hinrunde, Platz zwei in der Tabelle: Der 1. FC Eislingen hat sich in der Landesliga Württemberg, Staffel 2, schneller etabliert als viele erwartet hatten. Für Trainer Tim Schöller, 33 Jahre alt, liegt der Schlüssel nicht in einzelnen Faktoren, sondern in der Grundhaltung seines Teams. „Die Basis für unseren bislang positiven Saisonverlauf ist die mannschaftliche Geschlossenheit sowie die Gier und der Ehrgeiz, mit dem die Mannschaft Woche für Woche in jedes Training und Spiel gegangen ist“, sagt Schöller. Der Erfolg sei das Resultat kontinuierlicher Arbeit – und eines Lernprozesses, der früh begonnen habe.
Die lehrreiche Niederlage zum Auftakt
Ein entscheidender Moment der Hinrunde liegt für Schöller im ersten Saisonspiel. Die Auftaktniederlage gegen Bernhausen habe der Mannschaft wichtige Erkenntnisse geliefert. „Bei der wir spielerisch stark, aber nicht reif genug aufgetreten sind“, bilanziert der Trainer rückblickend. Gerade diese Erfahrung habe die Entwicklung beschleunigt und zu mehr Klarheit geführt – im Spiel wie im Umgang mit Drucksituationen.
Eine erkennbare DNA auf dem Platz
Im weiteren Saisonverlauf gelang es Eislingen, eine klare Identität zu entwickeln. „Im bisherigen Saisonverlauf haben wir es, mit wenigen Ausnahmen, in nahezu jedem Spiel geschafft, unsere DNA auf den Platz zu bringen“, erklärt Schöller. Die Mannschaft sei „von Spiel zu Spiel gereift“, Automatismen hätten zunehmend gegriffen. Diese Stabilität zeigte sich besonders in Spielen auf Augenhöhe – und ließ Eislingen zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten für die etablierten Teams werden.
Das prägende Topspiel
Ein Spiel sticht für Schöller besonders hervor. „Die Leistung sowie der damit verbundene Sieg im Topspiel gegen den TSV Köngen war mit Sicherheit eines der prägendsten Spiele der Hinrunde“, sagt er. Dort habe seine Mannschaft bewiesen, dass sie auch gegen direkte Konkurrenz bestehen könne – nicht nur kämpferisch, sondern auch spielerisch.
Verlängerung aus Überzeugung
Im Dezember verlängerte Schöller seinen Vertrag. Ausschlaggebend war für ihn weniger die aktuelle Tabellenlage als das Umfeld. „Wir haben innerhalb des Trainerteams sowie zu den Funktionären und Verantwortlichen ein sehr vertrauensvolles Verhältnis“, betont er. Zudem entwickle sich die Infrastruktur des Vereins stetig weiter. Entscheidend sei aber etwas anderes: „Am wichtigsten für mich ist jedoch das Vertrauen in unsere Mannschaft.“ Schöller ist überzeugt: „Unser Weg ist noch nicht abgeschlossen.“
Strukturierte Wintervorbereitung
In der Winterpause setzt Eislingen auf Kontinuität. Derzeit absolvieren die Spieler einen individuellen Laufplan, ehe „wir ab dem 14.01 wieder mit gemeinsamen Einheiten auf dem Platz beginnen“. Inhaltlich liegt der Fokus klar definiert. „Unser Fokus liegt dabei insbesondere im Aufbau der fußballspezifischen Fitness sowie der Festigung unserer Spielprinzipien“, so Schöller. Ein Trainingslager ist nicht geplant.
Bewusste Kaderpolitik
Auch personell bleibt der Verein seiner Linie treu. „Wir haben uns in dieser Saison bewusst für einen nicht allzu großen Kader entschieden, um möglichst eng zusammen und geschlossen zu bleiben“, erklärt der Trainer. Im Winter gibt es dennoch eine Veränderung: „Mit Mattia Gianni haben wir im Winter leider einen Abgang zu verzeichnen.“ Ersatz oder weitere Verpflichtungen seien jedoch nicht vorgesehen.
Zielsetzung ohne Tabellenfixierung
Trotz nur vier Punkten Rückstand auf Platz eins wahrt Eislingen demonstrativ Distanz zu Aufstiegsszenarien. „Unser vor der Saison formuliertes Saisonziel war es, Woche für Woche unsere eigenen Ansprüche an Leistung und Ergebnis zu erfüllen“, stellt Schöller klar. Diese Zielsetzung bleibe auch für die Rückrunde bestehen. „Wofür die Leistungen dann am Saisonende tabellarisch reichen, davon lassen wir uns überraschen.“
Der nächste Entwicklungsschritt
Ganz zufrieden ist der Trainer trotz der starken Hinrunde nicht – bewusst. Entwicklungspotenzial sieht er vor allem in der Konstanz. „Insbesondere im Umgang mit für uns unerwarteten Herausforderungen durch gegnerische Spielsysteme und individuelle Herangehensweisen“, erklärt Schöller. Ziel sei es, „unsere Widerstandsfähigkeit zu optimieren und während des Spiels schneller flexible Lösungen umzusetzen“.