
Die Landesliga Württemberg, Staffel 2, ist zur Halbzeit ein Statement für die Stärke ihrer Aufsteiger. Mit dem TSV Köngen und dem 1. FC Eislingen führen zwei Neulinge das Feld an, dicht gefolgt von bewährten Kräften wie Bernhausen, Waldstetten und Ehningen. Gleichzeitig zieht sich der Abstiegskampf weit nach oben – auch, weil die endgültige Zahl der Absteiger noch nicht feststeht und jeder Ausrutscher doppelt schmerzt.
Aufsteiger geben den Ton an, Traditionsklubs kontern
Schon der Auftakt ließ erahnen, dass diese Saison wenig Routine bieten würde. Köngen gewann 3:1 in Maichingen, Eislingen startete trotz der 0:2-Niederlage in Bernhausen mit einem 5:3 gegen MTV Stuttgart in die Spur, Waldhausen setzte mit dem 3:0 gegen Waldstetten früh ein Ausrufezeichen. Ehningen fegte in Echterdingen 5:0 über den Absteiger hinweg und ließ später ein 8:0 gegen MTV folgen, Böblingen schoss Neuhausen 6:0 ab, Neuhausen antwortete seinerseits mit einem 6:3 gegen MTV – die Hinrunde war reich an Ergebnissen, die eher nach Offensivfestival als nach Abtasten klingen.
Köngen marschierte mit Auswärtssiegen in Waldhausen (3:0) und Waldstetten (3:2) sowie Heimsiegen gegen Böblingen (3:2) und Bernhausen (2:1) vorneweg, während Eislingen mit klaren Erfolgen wie dem 5:0 gegen Waldhausen oder dem 6:0 gegen Köngen eindrucksvoll nachzog. Dahinter behaupteten sich Bernhausen und Waldstetten mit stabilen Serien, Ehningen und Waldhausen blieben mit disziplinierter Defensivarbeit verlässlich in Schlagdistanz.
Breites Spitzenfeld – Köngen vorn, aber nicht enteilt
Zur Winterpause führt der TSV Köngen die Tabelle mit 36 Punkten aus 16 Spielen an, doch der Vorsprung auf die Konkurrenz ist fragil. Eislingen (32 Punkte) hat ebenso viele Partien absolviert und stellt mit 44 Treffern den gefährlichsten Angriff der Liga – nicht nur im 6:0 gegen Köngen, sondern auch in den 5:0-Siegen gegen Waldhausen und Sontheim wurde die Wucht der Offensive sichtbar.
Dahinter lauern mit jeweils einem Spiel weniger der TSV Bernhausen und der TSGV Waldstetten (je 31 Punkte): Bernhausen schlug zum Auftakt Eislingen 2:0, fertigte Geislingen 7:1 und Bad Boll 3:1 ab, Waldstetten konterte mit einem 4:1 gegen Bernhausen, einem 6:2 in Sontheim und dem 2:1 in Plattenhardt. Ehningen (28 Punkte) mischt mit wegweisenden Partien wie dem 4:0 in Köngen und dem 8:0 gegen MTV ebenso mit wie Waldhausen (27 Punkte), das zu Hause nur einmal verlor. Fünf Teams liegen innerhalb von neun Punkten, mehrere mit Nachholspielen – das Titelrennen ist eher verdichtet als entschieden, und schon eine kleine Serie im Frühjahr kann die Hierarchie an der Spitze neu sortieren.
Tiefer Keller, breiter Abstiegsstrudel
Am anderen Ende der Tabelle ist die Lage deutlich schärfer konturiert. Aufsteiger FV Sontheim/Brenz steht mit vier Punkten und 9:49 Toren abgeschlagen am Ende, kassierte deutliche Niederlagen wie das 0:4 in Ehningen, das 0:6 in Waldstetten oder das 0:5 in Geislingen, ehe zumindest der 1:0-Heimsieg gegen Sindelfingen und das 1:1 gegen Maichingen zarte Hoffnung nährten. MTV Stuttgart (11 Punkte) schwankt zwischen Ausreißern wie dem 6:0 in Sindelfingen und dem 5:3 gegen Sontheim einerseits und klaren Rückschlägen wie dem 0:8 in Ehningen andererseits.
Der Ex-Oberligist SC Geislingen (14 Punkte, zwei Spiele weniger) und der ehemalige Verbandsligist TV Echterdingen (15 Punkte) sind zwar punktuell präsent – Geislingen mit dem 5:0 in Sontheim und dem 2:1 in Echterdingen, Echterdingen mit Siegen gegen Böblingen, Sontheim und Neuhausen –, doch die Abstiegszone bleibt bedrohlich nah. Auch Maichingen (17 Punkte) sowie Plattenhardt und Neuhausen (je 20) sind längst nicht aus dem Schneider. Offiziell sind derzeit drei direkte Abstiegsplätze und ein Relegationsrang vorgesehen, doch je nach Entwicklung in den höheren Ligen kann sich die Zahl der Absteiger noch verändern – ein Szenario, das den Druck auf das gesamte untere Mittelfeld weiter erhöht.