
Der KFC Uerdingen kommt nicht mehr zur Ruhe. Es vergeht aktuell kein Tag ohne neue Hiobsbotschaft. Nachdem die angekündigte Mitgliederversammlung wegen Formfehler nun nicht mehr am 22. Januar stattfinden dürfte, rückt eine weitere Insolvenz dagegen offenbar immer näher.
Angesprochen auf die angekündigte Mitgliederversammlung erklärte Peter Kahstein gegenüber der RP auf Nachfrage, dass die Versammlung lediglich verschoben sei, dass man die kommenden Tage aber zeitnah einen neuen Termin finden möchte. Möglich sei dies auch im Januar, fix sei aber noch nichts.
Ebenso trat am Freitag auch die Mannschaft mit einem langen offenen Brief auf den Plan, wo sie nochmals bestätigte, dass Peter Kahstein erneut auf sie zugekommen sei und dort eine mögliche Insolvenz dargelegt habe. Auf Nachfrage bestätigte das Vorstandsmitglied, bei der Mannschaft gewesen zu sein. Dort aber soll er explizit nicht davon gesprochen haben, das man in die Insolvenz gehen wolle, sondern nur, dass sie bei weiterhin ausbleibenden Einnahmen mit immer fortschreitender Dauer wahrscheinlicher werde. „Bei 1,2 bis 1,6 Millionen Euro Schulden, einem Kader von über 100.000 Euro pro Monat und demgegenüber Einnahmen von zweieinhalb Tausend Euro pro Spieltag , das kann nicht hinhauen“, so Kahstein. Daher müsse man aufpassen, dass keiner der Gläubiger alsbald eine Insolvenz anmelde.
Zudem warf er den Beteiligten vor, sich nie mit der Ist-Situation zu beschäftigen und stattdessen weiter Luftschlösser zu bauen. „Herr Platzer erzählt immer, er hätte keine Zugänge. Seit der ersten Woche, die er in Krefeld ist, hat er Datev-Zugänge, womit er alle Unterlagen hat“, so das Vorstandsmitglied weiter. Zudem habe man nichts gegen unabhängige Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, wie er weiter betonte. „Wir nehmen doch jede Hilfe dankend an. Aber es wurde nie etwas gebracht.“
Demgegenüber erklärte Thomas Platzer, dass er bis heute keinen Zugang beim Steuerportal Datev habe. Man habe ihm erst nach dem Interview mit Radio „BlauRot“ handschriftlich einen Zettel gegeben, wo Zugangsdaten draufstünden, diese seien aber nicht aktuell, da er nach wie vor nicht auf die Daten zugreifen könne, weil das Passwort auf dem Zettel nicht funktioniere.
Angesprochen auf die unabhängigen Prüfer und Steuerberater erklärte Platzer, dass dies im Aufgabenbereich von Dirk Röthig läge. „Ich habe mich gefreut, als ich hörte, dass ein Jurist zu uns kommt und dachte, jetzt geht es voran. Aber die arbeiten in die falsche Richtung“, so Platzer.
Ein weiterer Punkt sind die Gehälter der Spieler, die bis Dezember bezahlt wurden, es sollen aber keine Sozialabgaben und keine Lohnsteuer von Berater Mehmet Eser geleistet worden sein, so Kahstein. „Dadurch werden die Schulden immer höher. Wir haben Angebote ans Finanzamt, an die Krankenkasse usw. gemacht und wollten Lösungen finden.“ Von der Seite Platzers aber sei nichts gekommen. Vielmehr würden hier Prozesse verschleppt, klagt Kahstein.
Auch hier entgegnet Platzer, dass die beiden Vorstandsmitglieder freie Hand hätten und man gar nicht das Interesse habe, etwas zu verschleppen. Zudem stellte er klar, dass Mehmet Eser zwar die Gehälter bezahlt habe, für die Sozialabgaben aber der Verein zuständig sei.
Fakt ist, die kommenden Tage werden sehr entscheidend für den Verein, ob und wie es weitergeht.