2026-04-16T10:11:10.190Z

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„Auf gar keinen Fall ein Selbstläufer“: RFC warnt vor Tapfer 06

Trotz der deutlichen Favoritenrolle warnt Trainer Carlo Kästner vor dem Gastspiel beim Tabellenvierzehnten SV Tapfer 06 Leipzig und verweist auf die historische Erfolglosigkeit in der Messestadt.

von red · Heute, 17:00 Uhr · 0 Leser
– Foto: Tilo Schneider

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Wenn am Samstagmittag (Anstoß 13:00 Uhr) der Reichenbacher FC auf dem Sportgelände des SV Tapfer 06 Leipzig aufläuft, bietet die Tabelle der Sachsenliga das Bild einer höchst ungleichen Begegnung. Hier der Tabellensiebte aus dem Vogtland, der mit 36 Punkten eine solide Spielzeit absolviert; dort der Gastgeber, der mit lediglich zwölf Zählern tief im Tabellenkeller feststeckt und gegen den drohenden Abstieg kämpft. Doch in der Welt des Carlo Kästner, Trainer des RFC, ist der Tabellenstand eine höchst unzuverlässige Kennziffer für die bevorstehende Aufgabe.

„Wenn man auf die Tabelle schaut, könnte man von einer klaren Angelegenheit reden. Davon bin ich aber meilenweit entfernt“, stellt Kästner klar. Der erfahrene Übungsleiter hat die Trainingswoche genutzt, um jegliche Anzeichen von Selbstgefälligkeit im Keim zu ersticken. Kästners Mahnungen fußen dabei auf einer statistischen Auffälligkeit: In der Ligahistorie blieb der RFC bei Auswärtsspielen gegen den SV Tapfer bislang stets ohne Punkte. Der einzige Erfolg in Leipzig datiert aus dem vergangenen Jahr, als man sich im Sachsenpokal durchsetzen konnte. „Ich habe meiner Mannschaft des Öfteren mitgeteilt, dass das auf gar keinen Fall ein Selbstläufer wird. Schon aus dem Grund, dass wir bis jetzt in Punktspielen auswärts bei Tapfer Leipzig immer leer ausgingen“, so Kästner warnend.

Die Ausgangslage für die Gastgeber ist prekär. Nach der jüngsten 0:3-Niederlage gegen den SSV Markranstädt benötigt der SV Tapfer jeden Zähler, um den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze nicht endgültig zu verlieren. Kästner stellt sich dementsprechend auf einen harten Kampf ein: „Ich erwarte eine kämpferisch aufspielende Mannschaft von Tapfer Leipzig, die natürlich jetzt die letzten Heimspiele versuchen wird, dreifach zu punkten, um doch noch aus dem Keller rauszukommen.“

Für den Reichenbacher FC hingegen bietet das Spiel die Chance, die eigene Formkurve nach dem mühsamen, aber letztlich verdienten 4:2-Sieg gegen den SC Freital II am vergangenen Wochenende zu stabilisieren. Das Ziel ist die Etablierung einer Konstanz, die dem Team in der Rückrunde phasenweise fehlte. „Wir wollen natürlich jetzt eine kleine Serie starten“, gibt der Trainer die Marschrichtung vor. Ein Erfolg in der Messestadt wäre zudem ein wichtiges psychologisches Polster für die kommenden Wochen. Mit dem SSV Markranstädt und der SG Taucha 99 warten in den nächsten Heimspielen zwei schwere Gegner am Wasserturm.

Die personelle Situation lässt Kästner dabei einigen Spielraum. Trotz der Belastungen der Saison ist das Lazarett derzeit verwaist. Lediglich ein berufsbedingter Ausfall trübt das Bild: „Bis auf Maurice Lange, der fehlt, sind alle Mann an Bord. Ich habe keine Verletzten zu beklagen“, berichtet der Trainer. Damit kann der RFC weitestgehend auf jene Formation zurückgreifen, die bereits im Hinspiel beim souveränen 3:0-Erfolg gegen die Leipziger überzeugte. Damals avancierte Chris Ben Giesel mit einem Doppelpack zum Matchwinner – ein Szenario, das man sich im Reichenbacher Lager für den Samstagnachmittag nur zu gerne erneut ausmalen würde, um den „Auswärtsfluch“ bei Tapfer endlich zu besiegen.