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Spielbericht

„Auch solche Spiele bringen uns weiter“

Bezirksliga West: Mehr Mühe als von vielen erwartet hatte Tabellenführer FSV Trier-Tarforst mit Aufsteiger SG Wiesbaum. Am Ende hing der 1:0-Sieg sogar am seidenen Faden. VIDEOINTERVIEWS und BILDERGALERIE

von Lutz Schinköth · 08.09.2025, 13:00 Uhr · 0 Leser
Nico Neumann (links hier im Duell mit Wiesbaums Kapitän Leon Bauer) brach mit seinem Treffer kurz nach der Pause den Bann und erzielte das 1:0 für den FSV Tarforst.
Nico Neumann (links hier im Duell mit Wiesbaums Kapitän Leon Bauer) brach mit seinem Treffer kurz nach der Pause den Bann und erzielte das 1:0 für den FSV Tarforst. – Foto: Sebastian Schwarz

Nach der neunminütigen Nachspielzeit atmeten die Tarforster tief durch: Der Rheinlandliga-Absteiger hatte sich soeben zum fünften Sieg im fünften Spiel gekämpft und war am Ende trotz klarer optischer Überlegenheit froh, den Dreier geholt zu haben. Der FSV machte das, was er am besten kann: Bis zur 52. Minute blieb das Team von Trainer Patrick Zöllner geduldig und fokussiert, ehe es nach gefühlten 90 Prozent Ballbesitz und etlichen Hochkaräter zum einzigen Treffer kam.

Hatte Nico Neumann noch kurz vor der Halbzeit per Kopf aus kurzer Distanz im starken Wiesbaumer Torwart Justus Köhler seinen Meister gefunden, so war der Tarforster Stürmer dann nach einem Diagonalball von Abwehrchef Florian Weirich mit einem Kopfballaufsetzer zur Stelle.

Wie erwartet agierte der Ligaprimus dominant, hatte ein Übergewicht im Mittelfeld und sorgte mit temporeichen Aktionen mehrfach für Konfusion in der Wiesbaumer Hälfte. Doch der immense Druck führte nicht zum angestrebten frühen Führungstreffer. Wiesbaum stand tief in der eigenen Hälfte und war gut organisiert. Einige Tarforster Möglichkeiten konnten die aufopferungsvoll kämpfenden Gäste bei aller Konzentration und Kampfkraft aber nicht verhindern: Nach einer Ecke von Benedikt Decker, der für nahezu alle Standards beim FSV zuständig war, strich ein Dropkick aus 15 Metern von Weirich knapp übers Tor von Köhler. Der Gästekeeper parierte vornehmlich im zweiten Durchgang einige Male großartig und hielt seine Mannschaft trotz des 0:1 im Spiel.

Videointerview mit Tarforsts Trainer Patrick Zöllner

Die Vulkaneifeler machten das, was ein Aufsteiger bei einem Titelfavoriten machen muss: Sie generierten aus tiefen Räumen etliche Ballgewinne, sodass nach vorn anschließend öfters die Post abging. So wurde es gefährlich in der Tarforster Hälfte, als es über Leon Bauer, Timon Mathar und Lucas Duvivier schnell ging. Doch immer wieder blieben die Gäste hängen.

Auch nach dem Führungstreffer ging der Tarforster Einbahnstraßenfußball weiter: Ein Flachschuss von Fabian Wey lenkte Köhler zur Ecke (65.), ein Schrägschuss desselben Spielers landete am Außennetz. Anschließend prüfte Neumann Köhler mit einem 25-Meter-Hammer. Der Schlussmann des Aufsteigers blieb schließlich auch bei einem Schlenzer von Decker Sieger.

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In der Schlussviertelstunde änderte sich das Bild: Wiesbaum witterte Morgenluft und inszenierte einige gute Aktionen nach vorn. So flog ein Distanzschuss von Christian Eich nur knapp am diesmal von Johannes München gehüteten FSV-Gehäuse (Felix Kloy fehlte wegen des Besuchs einer Hochzeit) vorbei. Die meist über 35 Meter lang geschleuderten Einwürfe des eingewechselten Daniel Gurin entfachten zusätzliche Gefahr. Eine Eckballserie brachte in der Nachspielzeit nochmals Gefahr, doch mit vereinten Kräften rettete der FSV den Sieg über die Zeit.

Videointerview mit Wiesbaums Spielertrainer Marco Michels

So sprach SG-Spielertrainer Marco Michels (coacht das Team gemeinbsam mit Alexander Volk) davon, dass „wir uns hier super verkauft haben. Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht und ich bin stolz auf die Jungs, was die für einen Fight abgeliefert und um jeden Grashalm gekämpft haben“. Der 31-Jährige merkte weiter an: „Es war nicht davon auszugehen, dass wir hier das Spiel machen. Dennoch haben wir das Spiel 90 Minuten offen gehalten. Falls einer von den drei, vier weiten Einwürfen von Daniel Gurin verwertet wird, steht es 1:1. So aber stehen wir mit leeren Händen da. Kompliment an Justus Köhler, der das Vertrauen des Trainerteams mit starken Paraden gerechtfertigt hat.“ Sein Pendant Patrick Zöllner war vor allem darüber froh, mit einem Arbeitssieg weitere drei Punkte auf das Konto gebracht zu haben: „Der Gegner hat das über weite Strecken gut gemacht. Sie waren gut eingestellt und haben auf Umschaltaktionen gelauert. Doch wir sind geduldig geblieben, hatten die bessere Spielanlage und Dominanz – auch, wenn die letzten Pässe im gegnerischen Drittel nicht so gestimmt haben. Am Ende wurde es durch die weiten Einwürfe und langen Bälle in den Sechzehner sogar noch mal spannend. Doch ich bin absolut zufrieden mit dem Spiel. Auch solche Spiele bringen uns weiter, wenn man sie mit 1:0 auch mal dreckig gewinnt.“

FSV Trier-Tarforst – SG Wiesbaum/Hillesheim/Berndorf/Walsdorf ⇥1:0 (0:0)

Tarforst: München – Quint, Suder, Weirich, Kiesewetter, Stüber (71. Barbion), Arnold, Rigoni (88. Gouverneur), Decker, Neumann, Wey.

Wiesbaum: Köhler – Bungartz (88. Hennes), Lender, Heck (65. Eich), Müller (77. Blech), Bleser, Hattenrath (65. Gurin), Leon Bauer, Mathar (65. Lutz Bauer), Michels, Duvivier

Schiedsrichter: Adrian Seide (Wittlich)

Zuschauer: 200

Tor: 1:0 Nico Neumann (52.)