
Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört, hat der Friedensnobelpreisträger Willy Brandt anlässlich des Mauerfalls 1989 in einem erfreulichen Zusammenhang geäußert. Das Landgericht in Krefeld hat am Dienstag darüber informiert, dass nun auch die Anklage gegen den früheren Präsidenten des KFC Uerdingen, Michail Ponomarev, wie bereits die Anklagen gegen den früheren Steuerberater und zwei ehemalige Geschäftsführer der KFC Uerdingen 05 Fußball GmbH in einem gemeinsamen Verfahren am Donnerstag, 23. Oktober, vor der 4. Großen Strafkammer als Wirtschaftsstrafkammer am Landgericht Krefeld verhandelt und zu einem Komplex zusammengeführt werden sollen.
Das Amtsgericht hatte gegen Ponomarev, den einst allmächtigen Investor und Funktionär des damaligen Fußball-Drittligisten, einen Strafbefehl mit einer Gesamtfreiheitsstrafe von zehn Monaten zur Bewährung verhängt. Außerdem sollte er 10.000 Euro an karitative Einrichtungen zahlen. Dagegen legte er Widerspruch ein. Das Amtsgericht hatte es als erwiesen angesehen, dass Ponomarev sich der Beihilfe zur Untreue schuldig gemacht hatte und im Zeitraum Januar 2019 bis Dezember 2020 zu Unrecht Leistungen des KFC Uerdingen im Wert von fast 100.000 Euro sowie 30.000 Euro in Bar erhalten hatte.
Den beiden ehemaligen Geschäftsführern wird vorgeworfen, diese Untreue durch die Zahlungen an den russischen Geschäftsmann begangen zu haben und darüber hinaus sich der Insolvenzverschleppung, Vorenthalten von Arbeitnehmerentgelten und des Subventionsbetrugs schuldig gemacht zu haben.
Das Thema Subventionsbetrug ist bereits in einem Zivilprozess am Landgericht Düsseldorf gegen den früheren Steuerberater aktenkundig. Das Bundesverwaltungsamt verlangte von dem Beschuldigten Coronahilfen in Höhe von 764.000 Euro zurück, die er zu einem Zeitpunkt beantragt haben soll, als die Insolvenz des KFC schon absehbar gewesen sei.
Die Staatsanwaltschaft Krefeld hat ihre Ermittlungen vor ziemlich genau vier Jahren abgeschlossen und Anklage erhoben. Nun wird das Hauptverfahren eröffnet.