
Der VfB Hallbergmoos-Goldach bekommt von Kastl sieben Tore eingeschenkt und beschert den Hausherren "eines der schlechtesten Spiele der Vereinsgeschichte." Murnau hingegen siegt weiter und lässt auch Türkgücü keine Chance. Die Stimmen der Trainer.
Andreas Giglberger, Trainer des VfB Hallbergmoos-Goldach: "Auch wenn es mir natürlich schwerfällt: Nach dem 0:7 gestern gegen Kastl sind wir maßlos enttäuscht, mir fehlen eigentlich die Worte. Das war sicher eines der schwärzesten und schlechtesten Spiele in der Vereinsgeschichte des VfB und für mich persönlich mit Abstand einer der schlimmsten Tage meiner Fußballlaufbahn. Heute ist zum ersten Mal der Moment gekommen, an dem ich mich nicht schützend vor die Mannschaft stellen kann, sondern mich stattdessen von Herzen bei jedem VfB-Fan im Namen des Trainerteams und bei jedem Ehrenamtlichen entschuldigen möchte, der sich jeden Tag den Arsch für den Verein und für die Jungs aufreißt. Jetzt machen wir uns unsere Gedanken und dann schauen wir, wie es weitergeht."
Martin Göppinger, Trainer des TSV Kastl: "Als Erstes meinen Respekt und Glückwunsch an meine Mannschaft für so eine Leistung über 90 Minuten. Sie hat wieder gezeigt, dass es für andere Teams unangenehm wird, gegen uns zu spielen, wenn wir mit vollem Willen und Ehrgeiz auftreten. Wir haben sehr konzentriert gegen den Ball gearbeitet, gut verteidigt, Hallbergmoos zu Fehlern gezwungen und unsere Angriffe sauber und präzise ausgespielt, sodass wir uns mit den Toren belohnt haben. Dennoch gibt es auch für so einen Sieg nur drei Punkte. Wir müssen weiter hart arbeiten und schauen, dass wir solche Leistungen Woche für Woche abrufen können, sonst erleben wir wieder böse Überraschungen, wie es sie in dieser Saison ja auch schon gab."
Andreas Faber, Trainer des FC Unterföhring: "Wir haben heute bewusst wieder auf Tugenden gesetzt, die klar in Richtung Ergebnisfußball gehen. Wir hatten eine starke erste Halbzeit und waren in allen Belangen überlegen, die Mannschaft hat gezeigt, was in ihr steckt. Es waren tolle Tore, guter Fußball und vor allem wieder Leidenschaft und Herz dabei. Jetzt freuen wir uns auf Murnau. Respekt an die Jungs heute, aber das ist auch der Maßstab ab jetzt, und ich hoffe, dass wir künftig konstanter abliefern können."
Steven Zepeda, Trainer des FC Schwabing: "Heute hatten wir mal das Glück, dass auch beim Gegner Stützen gefehlt haben. Wie die letzten Wochen kamen wir auch heute wieder gut ins Spiel und gingen verdient in Führung. Gia Sibilia ist einfach on fire und auch Eddie Johnson macht sein erstes Tor für uns sehr sehenswert. Der Schlüssel heute war, dass der erste Fehler nicht gleich bestraft wurde. So sind die Jungs mutig geblieben, was dann auch mit einem zu Null belohnt wurde.
Man merkt aber einfach in jedem Spiel in dieser Liga, dass Jeder Jeden schlagen kann. Es sind oft ganz feine Nuancen, die das Spiel in die eine oder die andere Richtung kippen lassen. Heute ist es auf unsere Seite gekippt und das tut gut. Die Ergebnisse in der Liga sind verrückt! Wir brauchen nach wie vor jeden Punkt und entsprechend werden wir am Dienstag wieder arbeiten!"
Martin Buch, Trainer des SV Aubing: "Das 0:3 heute gegen Schwabing ist für mich ehrlich gesagt ziemlich befremdlich. Einen so blutleeren Auftritt habe ich von der Mannschaft selten erlebt. Wir können nicht jede Woche sagen „Mund abputzen und weiter“, wenn wir immer wieder die gleichen individuellen Fehler machen. Diese Fehler kosten uns Spiele und bringen unseren Matchplan jedes Mal komplett durcheinander. Besonders ärgerlich ist, dass wir viele Dinge vorher besprechen und ansprechen, sie dann aber auf dem Platz nicht umsetzen.
Auch offensiv fehlt uns momentan die nötige Konsequenz und Dringlichkeit. Wir haben Chancen, nehmen sie uns aber teilweise selbst, weil wir den Abschluss nicht konsequent suchen. Dann dürfen wir uns am Ende auch nicht wundern, wenn wir solche Ergebnisse einfahren. Dass wir Spiele drehen können und die Qualität dafür haben, wissen wir alle – aber dafür müssen wir auch entsprechend performen. Heute war das leider überhaupt nicht der Fall. Deshalb kann ich die Mannschaft heute auch nicht wie sonst in Schutz nehmen: Das war schlichtweg ein richtig schlechtes Spiel. Jetzt müssen wir schauen, dass wir daraus die richtigen Konsequenzen ziehen und schnellstmöglich wieder die Kurve bekommen."
Andreas Haidl, Trainer des TSV Murnau: "Wir sind super ins Spiel gekommen und haben schnell mit 2:0 geführt. Danach hatten wir sogar noch ein, zwei Situationen, in denen wir das 3:0 hätten machen können.
In der zweiten Halbzeit hat Türkgücü das richtig gut gemacht und uns nur wenig Luft zum Durchatmen gelassen. Nach dem 2:1 war es dann ein offenes Spiel, in dem beide Mannschaften ihre Möglichkeiten hatten. Nach dem Platzverweis auf Seiten des Gegners konnten wir wieder etwas mehr Kontrolle gewinnen und haben zum richtigen Zeitpunkt das 3:1 gemacht.
Ich freue mich heute einfach riesig für die Jungs. Sie haben unglaublich viel Aufwand betrieben, füreinander gekämpft und bis zum Schluss alles reingehauen. Dafür haben sie sich den Sieg absolut verdient."
Slaven Skeledzic, Trainer von Türkgücü München: "Wir wussten, dass der TSV Murnau sich seit Wochen und Monaten in einem regelrechten „Flow“ befindet und das es extrem schwer sein würde, diese unfassbare Effizienz und Torgefahr zu stoppen. Wir wollten lange die Null halten, jedoch haben die ersten zwei Angriffe auch direkt zu zwei Gegentoren geführt.
Nach einer halben Stunde haben wir das Kommando übernommen und hatten die Spielanteile klar auf unserer Seite. Der TSV Murnau hatte in der Phase kein Zugriff auf uns, jedoch konnten wir nicht genügend Torchancen kreieren, um mehr Torgefahr auszustrahlen. Unsere stärkste Phase war direkt nach Pause, wo wir den Anschlusstreffer durch Albion Vrenezi erzielen und drauf und dran waren das Spiel zu kippen. Mitte der zweiten Halbzeit wurde uns leider ein klarer Elfmeter nicht zugesprochen, kurz darauf haben wir eine gelb-rote Karte bekommen und direkt in der Folgeaktion das 1:3 kassiert. Das waren drei Knackpunkte innerhalb weniger Minuten, die das Spiel wieder gedreht haben.
Ein wirklich großes Kompliment an meine Mannschaft die leidenschaftlich gekämpft hat, die alles versucht und in die Waagschale geworfen hat, um das Spiel zu gewinnen. Im Fußball sind es Kleinigkeiten, die über Spielverläufe entscheiden. In diesem Punkt hat der TSV Murnau derzeit ebenfalls ein „Flow“."