Maximilian Fellinger hat den steilen Aufstieg des ASV Steinach entscheidend mitgeprägt.
Maximilian Fellinger hat den steilen Aufstieg des ASV Steinach entscheidend mitgeprägt. – Foto: Charly Becherer

"Märchen-Max", "Schub-Kare" und Oli Heins legendäre Übernachtung

Meine Top-11: Steinachs Ex-Spielertrainer Maxi Fellinger verrät intime Details über seine ganz persönliche Wunschformation +++ "Tobi Richter musste ich erklären, was ein 'Scherhaufa' ist"

Im Laufe einer langen Fußballerkarriere trifft man den einen oder anderen besonderen Menschen, mit dem man gemeinsam auf dem Platz um Punkte kämpft. Wir lassen in der FuPa-Serie "Meine Top-Elf" Spieler zu Wort kommen, die elf Akteure vorstellen, die bei ihnen nachhaltig Eindruck hinterlassen haben - egal ob sportlich oder gesellschaftlich. Heute: Maximilian Fellinger (30).




Tor:
Max Putz (DJK Vilzing): "Ein überragender Torwart, eine Stimmungsgranate und mein Kabinennachbar in Hankofen. Hat sich fast immer selbst trainiert und ging dann für die Torschussübungen der Mannschaft ins Tor. Kabinen- und Einstandspartys wurden von ihm organisiert, er heizte der Mannschaft vor dem Spiel mit seinen Ansprachen ein, war ein richtiger Leader und mit ein Grund, dass wir immer den Klassenerhalt geschafft haben. Im Volksfest eine Macht. Auch bekannt als "Märchen-Max" aufgrund seiner ausufernden Erzählungen."


Abwehr:
Simon Schub (ASV Steinach): "Einer der feinsten Menschen, die ich kenne und Aufstiegsheld in Steinach. "Schub-Kare" erzielte 2016 im Relegationsspiel um den Aufstieg gegen Neustadt/Donau das wichtige 1:0, natürlich per Kopf. War in Hankofen schon mein Teamkamerad und hätte es dort auch gepackt, weil er nach ein bisschen Anlaufzeit überragend trainiert und gespielt hatte. Als er in der Mannschaft war, kam ihm die Winterpause dazwischen und am Ende ging er nach Steinach und wurde dort zum Abwehrchef. War auch für das eigene Tor stets gefährlich (schmunzelt)."

Oliver Hein (SSV Jahn Regensburg): "Seine Karriere spricht für sich. Die Klub-Legende beim Jahn schlechthin. Unvergessen sein Tor im Aufstiegsspiel gegen Karlsruhe, dazu Abstiege und Aufstiege mit dem Jahn und jetzt Stammspieler in der zweiten Liga. Hat sich nach schweren Verletzungen immer zurück gekämpft und sein Name wird auf ewig mit dem Jahn verbunden bleiben. Ich durfte in der Schülermannschaft sein Mitspieler sein, mit ihm Abi machen und bis heute befreundet sein. Dafür durfte er nach dem Johannifeuer in Steinach in meiner Einfahrt schlafen."

Johannes Götz (Karriereende): "Er wohnte auf einem Berg und war seit der F-Jugend mein Mitspieler. "Lumberjack" war aufgrund seiner imposanten Erscheinung sein Spitzname. Einer der dynamischsten Spieler, die ich jemals gesehen habe. War in den Aufstiegssaisons mit Steinach eine unfassbare Waffe und nicht zu stoppen. Hätte das Zeug zum Profi gehabt, hätte sein Körper mitgespielt."

– Foto: Helmut Weiderer



Mittelfeld:
Tobias Richter (SpVgg Hankofen-Hailing): "Konnte einiges von mir lernen. Nicht so sehr fußballerisch, da ist er über alle Zweifel erhaben. Aber was den "Bledschmatz" betrifft, bestimmt. Ich musste ihm erklären, was ein "Scherhaufa" (Maulswurfshügel) ist. War in den Vorbereitungen permanent verletzt, Uli Karmann behandelte seinen Zeh Woche für Woche mit einer Dose Eisspray, damit er überhaupt spielen konnte. War aber trotzdem oft der beste Spieler auf dem Platz. Ist ein großer Fan von Basaren aller Art."


Tobias Beck (SpVgg Hankofen): "Nicht umsonst schon Spielertrainer in der Bayernliga. Wir kamen gleichzeitig nach Hankofen. Ich liebte es, mit ihm auf der Sechs zu spielen, er war kommunikativ, zweikampf-, spiel- und kopfballstark, einfach ein kompletter Spieler. Hörte Udo Tolksdorf und mir liebend gerne beim Erörtern verschiedener Themen zu und konnte sicherlich auch davon profitieren. Bei der Einstandsfeier haben wir einmal die gesamte Karte durchprobiert, seitdem waren wir befreundet und sind es immer noch."



Matthias Daniel (ASV Steinach): "Kam in der Bezirksliga nach Steinach und war ein Grund dafür, dass wir gleich wieder aufgestiegen sind und im Anschluss die Klasse gehalten haben. Einer der treuesten und zielstrebigsten Menschen, die ich kenne. Immer noch beim ASV aktiv. Unvergessen sind unsere Aufstiegsfeiern, als "Hias" im Mittelkreis des Fußballfeldes übernachtet hatte und sich nur mit einem Tisch aus dem Sportheim zugedeckt hatte. Wir waren damals 4 Tage lang nicht daheim, eine wunderschöne Zeit."


Manuel Mikutta (ASV Steinach): "Mein längster Mitspieler und die Steinacher Legende schlechthin. Man müsste ihm eigentlich eine Statue in Steinach bauen. Einmal sagte ein Gegenspieler zu ihm, seine Zeit wäre schon lang vorbei, genau zwei Minuten später klingelte es im Kasten und er hatte ein Tor erzielt. Wahnsinnsansprachen vor den Spielen, großer Motivator und ging immer mit Leistung voran. Ein Mann der klaren Worte. Leider hat er sich zum zweiten Mal das Kreuzband gerissen, bleibt dem Fußball aber hoffentlich erhalten."

Für die SpVgg Hankofen bestritt Fellinger 67 Spiele in der Bayernliga.
Für die SpVgg Hankofen bestritt Fellinger 67 Spiele in der Bayernliga. – Foto: Paul Hofer



Sturm:
Christian Schedlbauer (SV Salching): "Teamkamerad in Hankofen, Spielertrainerkollege in Steinach und nach meinem Rückzug mein Trainer. Vor allem aber einer meiner besten Freunde. Mentalitätsmonster, gerade heraus, torgefährlich, unbändiger Einsatz und der Schrecken aller Verteidiger. Privat die Ruhe selbst und total ausgeglichen und entspannt. Sieht sich selber auf der Sechs, ist aber natürlich von den Anlagen her ein rechter Verteidiger."


Martin Gierl (Karriereende): "Torschützenkönig in der Bezirksliga, er lehrte mir die Kunst des Furtgehens und hatte Jahr für Jahr im Volksfest einen Platz in seiner Box mitsamt Biermarkerl für mich übrig. Sportlich ein absolutes Vorbild. Kopfballstark ohne Ende, auch wenn er beteuerte, dass er bis zu seinem 26. Geburtstag noch nie einen Kopfball gemacht hatte. Einfach ein kompletter Stürmer, aber ein noch coolerer Typ."


Philipp Bosl (ASV Steinach): "Eine weitere Steinacher Vereinslegende. War in seiner Karriere nie bei einem anderen Verein, gewiss fünf oder sechsmal interner Torschützenkönig. Wurde von einem früheren Trainer nur "Sportstudent" genannt, sein Studium war aber nicht der Grund für seine Leistungen. Selten einen Spieler gesehen, der so großen Willen und "Jetzt-erst-recht-Einstellung" hatte, wie er. Schnell, beidfüßig und den Kopf nur dafür, dass es nicht reinregnet. Gewann einige Jahre hintereinander den "goldenen Schwamm" - eine besondere Auszeichnung, die nur wenigen jemals zu Teil wurde."


Trainer:
Andreas "Stonie" Wagner
: "Menschlich, emotional, kameradschaftlich, erfolgreich. Er war der Vater unseres Erfolgs in Steinach. Bei jeder seiner Kabinenansprachen musste man Gänsehaut bekommen. Er wusste jeden Spieler richtig anzupacken und war in Kombination mit Sepp Kammermeier der personifizierte Erfolg. Seine Vita spricht für sich. Für mich war er damals der optimale Trainer, weil er alles verbindet, was im Fußball wichtig ist."

Sportlicher Leiter:
Richard Maierhofer
: "Rich holte mich damals nach Hankofen, was nicht unbedingt für seinen Fußballverstand spricht. Ein unfassbares Auge für Talente, immer ruhig und besonnen und zusammen mit Walter Brunner "Mister Hankofen" schlechthin. Wir waren irgendwie auf einer Wellenlänge und immer wenn ich ihn sehe oder von ihm höre, freut es mich brutal. Hankofen wäre ohne ihn nicht mal ansatzweise dort, wo sie heute sind."

Von 2016 bis 2019 fungierte Maxi Fellinger als Spielertrainer bei seinem Heimatverein ASV Steinach.
Von 2016 bis 2019 fungierte Maxi Fellinger als Spielertrainer bei seinem Heimatverein ASV Steinach. – Foto: Charly Becherer


Ersatzbank:
Thomas Seidl (SC Rain): "Schätzte sich selbst, was Trinkfestigkeit anging, auf Platz drei oder vier ein, als er nach Steinach kam. Effektiv war er auf Platz 21. "Tom Turbo" war bekannt für seine unmenschlichen Paraden. Ein ehrgeiziger Torwart, der jedes Spiel, egal ob im Training oder Wettkampf gewinnen wollte. Versuchte man, ihn zu überlupfen, konnte man danach seinen Ball auf dem Nebenplatz suchen. Sein Credo lautete: "Butterbrot und Peitsche". Immer noch ein sehr guter Freund von mir."

Benjamin Schiller (SV Deggenau): "Ein kopfballstarker Innenverteidiger, aber nur im Defensivkopfball. Propagierte nach Muskelverletzungen die Methode der "Wodka Lemon-Kur", die angeblich den Heilungsprozess - egal welcher Muskelverletzung - auf unter eine Woche verkürzen sollte. Unvergessen auch seine Rhythmuswechsel. Ging es ihm zu schnell, stieg er auch mal während des Spiels auf den Ball und sagte laut "Stopp", um das Geschehen etwas zu beruhigen. Im Bledschmatz einer der größten, wenn es drauf ankam, war er aber immer zuverlässig und auf und neben dem Platz ein echter Leader."

Udo Tolksdorf (FC Vilshofen): "Wir bildeten zusammen mit Marius Dimmelmeier und Luki Reif die Fahrgemeinschaft von Regensburg ins Training. Tobi Beck lauschte unseren Unterhaltungen immer sehr interessiert, vielleicht weil auch einige pikante Themen dabei waren. War am Junggesellenabschied von Tobi Richter in Prag der inoffizielle Reiseleiter, weil er sich viel zu gut dort auskannte."

Lukas Reif (Karriereende): "Von gegnerischen Trainern als "Psycho" betitelt, wenn man ihn aber persönlich kennt, kann man das gar nicht nachvollziehen. Er hat sogar ein eigenes Bienenvolk. Ein gemütlicher Zeitgenosse neben dem Platz, auf dem Platz ehrgeizig und immer unter Spannung."

Zur Person:
Maximilian Fellinger steht stellvertretend für den steilen Aufstieg, den der ASV Steinach in den letzten eineinhalb Jahrzehnten hingelegt hat. Schon im Nachwuchsbereich schaffte er sowohl mit der B- als auch der A-Jugend der JFG Kinsachkickers den Aufstieg in die Bezirksoberliga. Gleich in seinem ersten Jahr bei den Senioren feierte er 2008 die Meisterschaft in der Kreisklasse Straubing mit seinem Heimatverein und führte diesen unter Coach Andreas Wagner innerhalb von drei Jahren bis in die damalige Bezirksoberliga.

2013 wagte der Standardspezialist dann den Sprung zur SpVgg Hankofen, für den er in den folgenden drei Spielzeiten 67 Bayernligapartien absolvierte. 2016 kehrte Fellinger dann als Co-Spielertrainer nach Steinach zurück, wurde aber in der Winterpause nach dem Rückzug von Christian Probst zum Chefanweiser befördert. Den Abstieg aus der Bezirksliga konnte er zwar nicht mehr verhindern, machte den ASV aber dann zu einer festen Größe in der Kreisliga. Als Vizemeister verpassten die Steinacher 2019 nach einer Niederlage im Relegationsspiel gegen Schöfweg in Deggendorf die ersehnte Rückkehr auf Bezirksebene. Mit diesem Spiel trat der Lehrer von der Kommandobrücke ab und läuft seitdem nur mehr sporadisch für seinen Heimatverein auf.

– Foto: Charly Becherer

Aufrufe: 023.1.2021, 15:55 Uhr
Tobias WittenzellnerAutor

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