Voller Einsatz für den ASV Ortenburg: Christian Unrecht (vorne).
Voller Einsatz für den ASV Ortenburg: Christian Unrecht (vorne). – Foto: Franz Kirchmayr

Unrecht in Ortenburg? Bitte mehr davon

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Fußball ist ihr Leben! Die Helden der Kreisklasse sind selten im Fokus, aber ohne sie wäre der der Sport mit dem runden Leder nur halb so liebenswert. Die dritte Halbzeit nach dem Spiel ist dabei mindestens so wichtig wie die 90 Minuten davor. In dieser Ausgabe beschäftigen wir uns mit Christian Unrecht vom ASV Ortenburg.

Wie das dann wohl so werden wird? Christian Unrecht weiß es selbst nicht so genau. Als Spieler und Teammanager in Personalunion - den Posten des Kaderplaners übt er zusammen mit Georgios Dimou aus - ist er beim ASV Ortenburg unabdingbar. Seit eineinhalb Jahren nun schon arbeitet er im Schichtdienst als CNC-Programmierer bei einer Firma in Pleinting, für gewöhnlich nicht die optimalste Kombination, um immer präsent zu sein. Bloß: "Bisher ist das nicht groß aufgefallen, weil wir ja seit fast einem Jahr pausieren müssen", schmunzelt er süß-säuerlich. Ein Leben ohne seinen ASV. für den 34-Jährigen unvorstellbar. "Der Verein kommt für mich gleich nach der Familie", sagt er. Die mittlerweile 13 Monate der Pandemie haben auch bei ihm zwangsweise zu einer Entwöhnung geführt. Er sehnt das Vereinsleben zurück: "Der ASV mit seinen ganzen Abteilungen wie Fußball, Leichtathletik oder Turnen hat für den Ort eine riesige Bedeutung", versichert er.

»Der Kampfbauch ist auch schon ein wenig ausgeprägter.«


Seit seinem sechsten Lebensjahr ist der ASV Ortenburg ein Teil von Christian Unrecht. Aus sportlichen Gründen hatte er sich rund um die 2010er Jahr mal dem FC Alkofen angeschlossen, anschließend war er aber wieder zu seinem Heimatverein zurückgekehrt. Mittlerweile ist der zweikampfstarke Abwehrspezialist 34 und biegt auf die Zielgerade seiner aktiven Laufbahn ein - zumindest in der ersten Mannschaft. "Das Alter nagt schön langsam an mir", lacht er und schiebt nach: "Der Kampfbauch ist auch schon ein wenig ausgeprägter, aber auch wenn ich nicht mehr der Schnellste bin, auf mein Stellungsspiel ist noch Verlass. Und in der zweiten Mannschaft aushelfen, dafür wird`s schon noch ein paar Jahre reichen." Was macht für ihn Amateurfußball aus? "Ich freue mich immer wieder, auf den Fußballplätzen der Region bekannte Gesichter zu sehen und einen Ratsch zu halten. Fußball verbindet einfach, ich habe dadurch viele Freunde gefunden."

Hart, aber herzlich: Christian Unrecht (oben) im Zweikampf.
Hart, aber herzlich: Christian Unrecht (oben) im Zweikampf. – Foto: Peter Solek


Und auch wenn ihn die Füße eines Tages nicht mehr auf das Rasenrechteck tragen werden, dass er beim ASV im Hintergrund immer mit anpacken wird, das steht für den Vereinsmenschen Christian Unrecht außer Frage. Die größte Herausforderung der kommenden Jahre wird es werden, die Leute, die sich auch mental entfernt haben, wieder in die Vereine zurückzuholen. "Bei den Herren sehe ich das nicht so arg, die kommen wieder. Bei den Jugendmannschaften ist das schon etwas anderes. Die suchen sich halt jetzt in der Zeit etwas anderes. Ob du die wieder kriegst, da bin ich eher skeptisch."


Sentimentale Erinnerungen ans Weißbierzelt.


Abseits des Platzes mag es Christian Unrecht gemütlich. "Ich bin ein ruhiger und geselliger Typ, mit dem man Spaß haben kann", meint er über sich selbst. In Ermangelung sonstiger Festivitäten im Moment bleibt nur die Erinnerung an bessere Zeiten. "Normalerweise betreiben wir als ASV im Ortenburger Volksfest das Weißbierzelt. Das ist immer ein Riesenaufwand. Aber ich kann sagen: Samstag ein Heimsieg, dann ab ins Fest, das waren schon immer legendäre Abende." Wo eine helfende Hand gebraucht wird, packt der 34-Jährige mit an. Und so sagen sie sich beim ASV Ortenburg: Unrecht? Bitte mehr davon.

1608 Aufrufe6.4.2021, 10:30 Uhr
Mathias WillmerdingerAutor

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