
Vor wenigen Tagen noch war der ASV Habach ein heißes Eisen im Aufstiegsrennen der Kreisliga 1. Zwei Spieltage später ist die Elf vom Steinberg in den Dampfgarer gerutscht, muss nun auf Ausrutscher der Konkurrenz hoffen. Nach dem 1:1 im Nachholspiel beim TSV Murnau setzte es am Samstag vor eigenem Publikum eine 1:3 (1:1)-Niederlage gegen den MTV Berg.
Einig waren sich beide Trainer, dass der Gast vom Starnberger See die Partie ob der besseren Spielanlage für sich entschieden hatte. Doch lassen sich die Einwände von Habacher Seite nicht als Petitesse abtun. Ein Tor zur 2:0-Führung wäre möglich gewesen, hätte nicht Schiedsrichter Simon Hofmann in der Szene sein akustisches Veto eingelegt. Aus Sicht der Gäste eine ausgleichende (Un-)Gerechtigkeit, wollte MTV-Trainer Maximilian Wagner doch schon beim Führungstor der Hausherren – einer Co-Produktion der Brüder Kevin und Manuel Diemb – eine unlautere Positionierung des Torschützen erkannt haben. „Muss man so hinnehmen, aber nicht zweimal in einem Spiel.“ Worauf der aus Antdorf stammende MTV-Coach abzielte, war eine Kontersituation im zweiten Abschnitt. Da kassierte Hofmann einen Querpass von Marcel Höhne auf Christoph Speth. Die Fragwürdigkeit der Sanktion räumte sogar ASV-Trainer Michael Schmid ein.
Zwar stellte Berg nahe des Schlusspfiffs durch einen Bilderbuchvortrag eines Gegenzugs doch noch auf 3:1. Dazwischen fand jene Situation statt, die alles hätte verändern können. Einer der für Schlussphasen typisch aktionistischen Bälle segelte in den Strafraum des MTV. Und nicht nur einmal vor die Füße von Thomas Andrä, der zunächst einen Gegenspieler an der Wade anschoss, ehe er den Abpraller aus kurzer Distanz und bester Kimme an den Pfosten setzte. Damit aber nicht genug. Der Ball kullerte aus dem Sechzehner, nahezu ideal auf den Schlappen von Martin Leiß. Obgleich Bergs Tormann John Vaasen längst nicht wieder in Position war, zielte auch der zweite Habacher zu ungenau. „Ist nicht so einfach, dieses Spiel zu erklären“. urteilte Schmid. „Ich glaub‘ schon, dass das 2:0, das man uns wegpfeift, entscheidend gewesen wäre“, untermauert der 50-Jährige. „Hätte uns heute diese Sicherheit gegeben.“
So aber fing sich der ASV den Ausgleich ein, weil nach einer Berger Ecke zu schludrig verteidigt wurde. „Wir schauen alle nur zu und stehen da“, monierte Schmid. Was folgte, war ein Bruch im Spiel der Habacher. Kurz nach Seitenwechsel passte dann bei einer flachen Hereingabe die Zuordnung im Zentrum nicht – 1:2. Habach mühte sich, blieb aber ungenau und fehleranfällig. Der Wille war erkennbar, die Spielidee indes nicht. Bis Andrä es unterließ, den Nachmittag zu retten. „Wenn du die Möglichkeit nicht machst, hast du es am Ende auch nicht verdient“, sagte Schmid.
ASV Habach – MTV Berg 1:3 (1:1) Tore: 1:0 (8.) M. Diemb, 1:1 (20.) Wopper, 1:2 (48.) Crnjak, 1:3 (90.+7) Höhne. Gelbe Karten: Habach 2, Berg 3. Schiedsrichter: Simon Hofmann. Zuschauer: 120.