
Fünf Landesliga-Spieler unterstützten TSV Murnau II im Spiel gegen ASV Habach. Diese geben sich mit dem Unentschieden zufrieden.
Murnau – Es waren viele Hände zu schütteln, viele Leiber zu umarmen. Auch wenn Michael Schmid damals mit Nebengeräuschen den TSV Murnau verließ, schätzen ihn dort noch immer viele. Erstmals traf er in neuer Funktion als Trainer des ASV Habach, auf sein altes Team, die Murnauer Reserve. Das Spiel in der Kreisliga 1 am Mittwochabend endete 1:1 – und damit ließ sich, trotz aller Hoffnungen in Richtung Aufstiegsplätze, gut leben aus Sicht des ASV. „Man muss sehen, gegen wen wir gespielt haben“, sagte der Coach.
Es war hier nicht zu erkennen, welches Team um die vorderen Ränge mitmischen will und welches ums Überleben kämpft. Michael Schmid sagte anerkennend: „Wir werden nicht jede Woche gegen so einen Gegner spielen.“ Der TSV Murnau II habe seine Mannschaft „ordentlich aufgepeppt“. Gleich fünf Mann (Torwart inklusive) aus dem Landesliga-Kader standen auf dem Feld. Nun war das in der Vergangenheit zwar schon öfter der Fall gewesen bei Heimspielen des TSV, doch häufig war danach auch ein Klagen zu vernehmen, dass es eben gar nicht so leicht ist, einigermaßen fremde Teile einzupassen. Diesmal fügten sie sich blendend ein.
Torschütze Fabian Erhard ragte heraus. Als ständiger Unruheherd, der mittlerweile gelernt hat, seine Größe von über zwei Metern gewinnbringend einzusetzen. Er saugte Bälle nicht nur an, verteidigte und verteilte sie – und zog wie in der Szene kurz vor der Pause auch knallhart ab. Sein Flachschuss zum 1:1 war nicht zu parieren. „Vor ihm haben wir gewarnt. Mit seinen langen Gräten ist er über 90 Minuten nicht ganz wegzuverteidigen“, erklärte Michael Schmid.
In Hälfte eins kam Habach gegen diese Wucht noch gut an. Die Gäste installierten Manuel Diemb als Scharnier zwischen Abwehr und Angriff, genauso aber auch als ordnende Hand für unruhige Phasen. „Wenn Leute ausbrechen, hast du einen Spieler, der sie einfängt. In so einem Spiel ist er Gold wert“, schwärmte Schmid. Wenig überraschend war der frühe Landesliga-Mann an beinahe allen nennenswerten Offensiv-Aktionen des ASV beteiligt. Das Führungstor schoss er noch – per Freistoß, seine Spezialdisziplin. „Den trifft er traumhaft“, sagte sein Trainer.
Die übrigen großen Chancen waren – wie auch das Übergewicht im zweiten Abschnitt – bei den jungen Murnauern zu verorten. Zwei Lattentreffer verzeichneten sie, beim zweiten hüpfte der Ball auf der Linie auf und ab. Manch Murnauer wünschte sich ihn im Kasten, doch Torhüter Felix Schürgers beteuerte hinterher, dass er sich vor der Torlinie befand. Im nächtlichen Flutlicht war die Szene kaum aufzulösen. Entsprechend wenig Beschwerden erreichten Schiedsrichter Johannes Pongratz, der eine wohltuend legere Linie fuhr und nur das Nötigste in diesem harten, aber fairen Derby pfiff.
Was sich von dieser starken Leistung der Murnauer konservieren lässt, bleibt abzuwarten. So sah’s übrigens auch Trainer Andreas Haidl. „Das wird sich herausstellen. Im Derby war jeder motiviert, das ist ein Selbstläufer.“ Habach nahm freudig zur Kenntnis, dass sein neues Defensivkonstrukt auch einem Gegner standhält, der fußballerisch eher dem Bezirksliga-Format zuzurechnen ist. Schmid sagt: „Wenn du das heute schaffst, sollte das auch gegen Gegner mit weniger Qualität klappen.“