
Der Termin steht fest, der Gegner noch nicht. Nächsten Freitag, den 29. Mai, um 18.30 Uhr bestreitet der ASV Cham das Relegations-Hinspiel um den Aufstieg in die Regionalliga. Als Schauplatz dient das altehrwürdige Stadion an der Further Straße. Das Interesse am größten Spiel der jüngeren Vereinsgeschichte ist gewaltig. Frühzeitig waren über den Vorverkauf alle 400 Sitzplatzkarten vergriffen. Im besten Falle rechnen die Verantwortlichen mit annähernd 3000 Zuschauern. Dies ist auch die Zuschauer-Obergrenze, die gemeinsam mit dem BFV vereinbart wurde. Beim Thema Spielvorbereitung steckt die Mannschaft von Cheftrainer Faruk Maloku in einer bizarren Situation.
Denn: Zwischen Chams letztem Ligaspiel in der Bayernliga Nord (0:1-Niederlage in Stadeln am 9. Mai) und dem Relegations-Auftakt liegen knapp drei Wochen. Grund dafür: Zum einen waren die Kreisstädter ja am letzten Spieltag spielfrei. Zum Zweiten schaffte die SpVgg Greuther Fürth in der 2. Bundesliga doch noch den Sprung auf den Abstiegs-Relegationsplatz. Dies hat für Cham weitreichende Folgen. Sollte das „Kleeblatt“ in der Relegation an Essen scheitern und absteigen, würde die Fürther U23 aus der Regionalliga Bayern in die Bayernliga zwangsversetzt. Dann würde die eigentlich abgestiegene Viktoria Aschaffenburg einen Platz nach oben rücken – und wäre der Relegationsgegner des ASV Cham. Schafft Fürth jedoch den Klassenerhalt, würden die Oberpfälzer auf Fürth II treffen, das die Regionalliga-Spielzeit als Tabellen-16. beendete.
Aufgrund dieser Konstellation verschieben sich für den Vizemeister der Bayernliga Nord die Relegationstermine. Statt des ursprünglich vorgesehenen 19. Mai findet das Hinspiel erst am 29. Mai statt. „Es wäre schöner gewesen, hätten wir bereits am Dienstag gespielt, keine Frage.“ Daraus macht Chams Sportlicher Leiter Michael Plänitz keinen Hehl. „Jetzt haben wir den kleinen Schock verdaut, ich bin voller Vorfreude.“ Die lange Pause zwischen Liga und Relegation macht die Vorbereitung sicher nicht einfacher. Für diese Woche gab Maloku seinen Schützlingen trainingsfrei. Die Spieler absolvieren individuell Läufe. „Wenn am Wochenende kein Spiel ist, ist die Spannung unter der Woche automatisch nicht die größte. Die Pause bietet sich jetzt einfach an. Dadurch kriegt jeder den Kopf ein bisschen frei“, erklärt Plänitz diese Maßnahme. „Ab Montag werden Körper und Geist wieder hochgefahren. Nächste Woche wird ganz normal trainiert, um Schwung aufzunehmen.“ Der Funktionär ist sich sicher: „Dann werden alle wieder hochmotiviert sein.“ Ob man nächsten Freitag voll da sei oder nicht, liege jedenfalls nicht unbedingt an dieser Zwangspause, aus der Plänitz auch einen positiven Aspekt ziehen kann: „Kleine Verletzungen und Wehwehchen können auskuriert werden.“