2026-05-15T09:36:57.455Z

Relegation

ASV Cham: Drei Wochen zwischen Liga und Relegation

Aufgrund der „Causa Greuther Fürth“ steckt der Oberpfälzer Bayernliga-Vizemeister in einer ungewöhnlichen Situation

von Florian Würthele · Heute, 12:05 Uhr · 0 Leser
Alles bereit: Bis zu 3000 Zuschauer dürfen dem Relegationsspiel im Stadion an der Further Straße beiwohnen.
Alles bereit: Bis zu 3000 Zuschauer dürfen dem Relegationsspiel im Stadion an der Further Straße beiwohnen. – Foto: ASV Cham/privat

Der Termin steht fest, der Gegner noch nicht. Nächsten Freitag, den 29. Mai, um 18.30 Uhr bestreitet der ASV Cham das Relegations-Hinspiel um den Aufstieg in die Regionalliga. Als Schauplatz dient das altehrwürdige Stadion an der Further Straße. Das Interesse am größten Spiel der jüngeren Vereinsgeschichte ist gewaltig. Frühzeitig waren über den Vorverkauf alle 400 Sitzplatzkarten vergriffen. Im besten Falle rechnen die Verantwortlichen mit annähernd 3000 Zuschauern. Dies ist auch die Zuschauer-Obergrenze, die gemeinsam mit dem BFV vereinbart wurde. Beim Thema Spielvorbereitung steckt die Mannschaft von Cheftrainer Faruk Maloku in einer bizarren Situation.

Denn: Zwischen Chams letztem Ligaspiel in der Bayernliga Nord (0:1-Niederlage in Stadeln am 9. Mai) und dem Relegations-Auftakt liegen knapp drei Wochen. Grund dafür: Zum einen waren die Kreisstädter ja am letzten Spieltag spielfrei. Zum Zweiten schaffte die SpVgg Greuther Fürth in der 2. Bundesliga doch noch den Sprung auf den Abstiegs-Relegationsplatz. Dies hat für Cham weitreichende Folgen. Sollte das „Kleeblatt“ in der Relegation an Essen scheitern und absteigen, würde die Fürther U23 aus der Regionalliga Bayern in die Bayernliga zwangsversetzt. Dann würde die eigentlich abgestiegene Viktoria Aschaffenburg einen Platz nach oben rücken – und wäre der Relegationsgegner des ASV Cham. Schafft Fürth jedoch den Klassenerhalt, würden die Oberpfälzer auf Fürth II treffen, das die Regionalliga-Spielzeit als Tabellen-16. beendete.

Aufgrund dieser Konstellation verschieben sich für den Vizemeister der Bayernliga Nord die Relegationstermine. Statt des ursprünglich vorgesehenen 19. Mai findet das Hinspiel erst am 29. Mai statt. „Es wäre schöner gewesen, hätten wir bereits am Dienstag gespielt, keine Frage.“ Daraus macht Chams Sportlicher Leiter Michael Plänitz keinen Hehl. „Jetzt haben wir den kleinen Schock verdaut, ich bin voller Vorfreude.“ Die lange Pause zwischen Liga und Relegation macht die Vorbereitung sicher nicht einfacher. Für diese Woche gab Maloku seinen Schützlingen trainingsfrei. Die Spieler absolvieren individuell Läufe. „Wenn am Wochenende kein Spiel ist, ist die Spannung unter der Woche automatisch nicht die größte. Die Pause bietet sich jetzt einfach an. Dadurch kriegt jeder den Kopf ein bisschen frei“, erklärt Plänitz diese Maßnahme. „Ab Montag werden Körper und Geist wieder hochgefahren. Nächste Woche wird ganz normal trainiert, um Schwung aufzunehmen.“ Der Funktionär ist sich sicher: „Dann werden alle wieder hochmotiviert sein.“ Ob man nächsten Freitag voll da sei oder nicht, liege jedenfalls nicht unbedingt an dieser Zwangspause, aus der Plänitz auch einen positiven Aspekt ziehen kann: „Kleine Verletzungen und Wehwehchen können auskuriert werden.“

Für den Umzug vom Kappenberger Sportzentrum im Quader, der eigentlichen Bayernliga-Spielstätte des ASV, ins Stadion an der Further Straße gibt es gute Gründe: „Das haben alle miteinander entschieden – Spieler, Trainer, Vorstände. Wir haben die Jungs im Stadion trainieren lassen – die meisten haben dort ja noch nicht gespielt – und haben uns das angeschaut. Ganz demokratisch wurde abgestimmt. Letztlich waren alle der Überzeugung, dort kann es auch funktionieren. Der dortige Platz ist besser als im Quader, wo auch die Parkplatzsituation eine schwierige ist. Im Stadion ist der Rahmen mehr gegeben und eines solchen Relegationsspieles mehr würdig“, erläutert Michael Plänitz.

Bleibt die Frage offen: Greuther Fürth II oder Viktoria Aschaffenburg? Chams langjähriger Abwehrchef hat an und für sich keinen Wunschgegner: „Davon würde ich nicht sprechen wollen. Es ist ja auch nicht fair. Jeder hätte es verdient. Wobei für Fürth ein Zwangsabstieg natürlich umso bitterer wäre.“ Plänitz sieht es pragmatisch: „Wir nehmen es so, wie's kommt. Man kann sich viel wünschen, beeinflussen können wir es ohnehin nicht. Wir werden uns auf beide vorbereiten können – wenngleich es schon unterschiedliche Spiele werden würden.“ Wer auch immer letztlich die Mannschaft wird, gegen die der ASV Cham den erstmaligen Regionalliga-Aufstieg verwirklichen könnte: „Ziel ist es, uns von der besten Seite zu ziehen“, sagt Plänitz, der auf eine große Zuschauerkulisse spekuliert und an die Fußballinteressierten aus der Region appelliert: „Ein Gros der Relegation ist dann bereits abgeschlossen. Wenn das Wetter passt, würden wir uns freuen, wenn viele Zuschauer kommen. Je mehr Zuschauer, umso besser ist es ja. Alle sind gern gesehen. Wir sind nicht umsonst ins Stadion umgezogen.“