Rüdiger Fuhrmann (links) ist nicht mehr Übungsleiter des ASV Cham. Die Nachfolge tritt der bisherige Co-Trainer Christian Ranzinger an.
Rüdiger Fuhrmann (links) ist nicht mehr Übungsleiter des ASV Cham. Die Nachfolge tritt der bisherige Co-Trainer Christian Ranzinger an. – Foto: Torsten Ertl

Cham setzt auf »Stallgeruch« - Fuhrmann hört sofort auf

Der Bayernligist wird in der kommenden Saison von Christian Ranzinger und Josef Holler trainiert +++ Rüdiger Fuhrmann hat seinen Dienst quittiert

Der ASV Cham hat Nägel mit Köpfen gemacht und die Trainerfrage für die Spielzeit 2021/2022 geklärt: Christian Ranzinger und Josef Holler werden die Bayernligatruppe der Kreisstädter in der neuen Saison coachen. Während Ranzinger bereits seit 2017 als Assistenzcoach Teil des ASV-Trainerteams war, ist Holler aktuell noch spielender Chefanweiser des Kreisliga-Primus FC OVI-Teunz, der kurz vor dem direkten Wiederaufstieg in die Bezirksliga steht. Der bisherige Coach Rüdiger Fuhrmann, der nach der Corona-Zwangspause im vergangenen Sommer seine zweite Amtsperiode beim ASV Cham antrat, hat seinen Posten - unmittelbar nach dem ihm mitgeteilt wurde, dass der Verein nicht über das Saisonende hinaus mit ihm plant - mit sofortiger Wirkung zur Verfügung gestellt. Wenn die seit Monaten unterbrochene Runde doch noch zu Ende gespielt werden kann, wird Ranzinger vorübergehend als allein verantwortlicher Chefanweiser fungieren.
"Rüdiger Fuhrmann ist ein absoluter Fachmann, der gute Arbeit geleistet hat. Wir hätten deshalb auch begrüßt und unterstützt, wenn er die Saison bei uns fertig gemacht hätte - wenngleich derzeit niemand vorhersagen kann, ob nicht doch noch abgebrochen wird", lässt Jürgen Kreipl, der neue sportliche Leiter des ASV Cham, wissen. Für den 59-jährigen Trainerfuchs aus Luhe-Wildenau verlief das zweite Gastspiel am Quader alles andere als nach Wunsch. Neben der Corona-Problematik machte auch Ex-Trainer Andreas Lengsfeld, der nach seinem Übungsleiter-Rückzug kurzzeitig als sportlicher Leiter fungierte, öffentlich kein Geheimnis daraus, dass er mit seinem Nachfolger nicht konnte und nahm daraufhin in der Winterpause seinen Hut. Die sportliche Bilanz von Fuhrmann war in Ordnung. Zwar setzte es bei der SpVgg Ansbach eine klare 0:5-Schlappe, dann konnte aber gegen den amtierenden Vizemeister DJK Gebenbach ein 3:3-Remis geholt und das Schlusslicht SV Viktoria Kahl klar mit 4:0 in die Schranken verwiesen werden. "Die Verantwortlichen haben mir mitgeteilt, dass es kommende Saison eine Neu-Ausrichtung auf der Trainerposition geben wird. Diesen Entschluss habe ich zu akzeptieren. Der Verein hat nun aber auch zu akzeptieren, dass ich meine Konsequenzen ziehe und meine Tätigkeit beim ASV Cham mit sofortiger Wirkung beende", erläutert Rüdiger Fuhrmann.

Ranzinger: »Es ist durchaus ein Privileg, als ganz junger Trainer in der Bayernliga arbeiten zu dürfen«


Mit Christian Ranzinger und Josef Holler werden künftig zwei langjährige Spieler das Sagen bei den Kreisstädtern haben. Das Duo wird sportlich weitgehend gleichberechtigt sein, die genauen Kern-Aufgabenbereiche werden erst noch abgestimmt. "Mit Atze und Sepp haben wir eine Lösung gefunden, die optimal zu unserem neuen Weg passt. Wir wollen wieder mehr Stallgeruch in den ganzen Laden bringen und sind überzeugt, dass uns das mit diesem Duo gelingen wird. Beide sind in der Mannschaft und im Verein hoch angesehen und brennen auf die Aufgabe", sagt Kreipl. Christian Ranzinger war als Leistungsträger und Kapitän über Jahre der Leitwolf der ASV-Truppe. Auch unter Aufstiegstrainer Lengsfeld übernahm der 36-Jährige bereits wichtige Aufgaben als Co-Trainer. Dennoch tritt die Chamer Kultfigur die neue Aufgabe mit einer Portion Respekt an: "Es ist durchaus ein Privileg, als ganz junger Trainer in der Bayernliga arbeiten zu dürfen. Für mich ist das eine Ehre und ich freue mich natürlich riesig, dass Sepp Holler und mir das Vertrauen geschenkt wird. Der ASV Cham ist mein Herzensverein, mit dem ich in den vielen Jahren Höhen und Tiefen mitgemacht habe. Ich kenne die Mannschaft in- und auswendig und weiß, in welchen Bereichen wir ansetzen müssen. Dennoch wird es eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, zumal uns ein paar wichtige Spieler wegbrechen werden. Auch die neue Rolle wird zweifelsohne eine Umstellung werden, da ich nun bestimmt auch mal die eine oder andere harte Entscheidung treffen muss. Aber ich traue mir das zu und bin guter Dinge, dass wir das im Team alles gut hinbekommen werden."

Josef Holler wird gemeinsam mit Christian Ranzinger die Chamer Bayernligakicker coachen.
Josef Holler wird gemeinsam mit Christian Ranzinger die Chamer Bayernligakicker coachen. – Foto: Robert Geisler


Josef Holler coachte im Chamer NLZ bereits die U15 in der Bayernliga, ehe er im Sommer 2019 seine erste externe Übungsleiter-Station als Spielertrainer des Kreisligisten FC OVI-Teunz antrat. Beim Bezirksliga-Absteiger leistete der frühere Junioren-Bundesligaspieler des SSV Jahn Regensburg vorzügliche Arbeit und der Wiederaufstieg des Fusionsvereins, mit dem er Totopokal-Sieger im Fußballkreis Cham-Schwandorf wurde, ist nur mehr Formsache. "Die Bayernliga ist sportlich gesehen eine sehr attraktive Spielklasse, der ASV Cham für mich eine absolute Herzensangelegenheit. Auch wenn mir der Abschied aus OVI-Teunz nicht leicht fällt, freue ich mich unheimlich auf die neue Aufgabe und über das Vertrauen der Verantwortlichen in ein junges Trainerteam. In meiner noch jungen Trainerlaufbahn möchte ich gemeinsam mit Atze eigene Akzente setzen, um den Verein in der Liga zu stabilisieren. Das wird nicht einfach, aber wir gehen positiv an die Sache heran", gibt der B-Lizenzinhaber zu Protokoll.

Fußballchef Kreipl kündigt erste Neuverpflichtungen an


Auch in Sachen Neuverpflichtungen wird sich demnächst etwas tun beim Tabellenelften der Bayernliga Nord. "Wir werden in den kommenden Tagen etwas präsentieren", lässt der umtriebige Jürgen Kreipl wissen. Ob Rüdiger Fuhrmann nochmal auf einer Trainerbank zu sehen sein wird, lässt er sich offen: "Corona und jetzt die Geschichte in Cham haben mir ein Stück weit die Freude am Fußball genommen. Aber vielleicht kehrt irgendwann der Spaß zurück und es gibt nochmal eine interessante Aufgabe. Wenn das Fall ist, möchte ich es nicht ausschließen, wieder etwas zu machen."

8752 Aufrufe28.2.2021, 11:00 Uhr
Thomas SeidlAutor

Verlinkte Inhalte