
Im Relegations-Duell mit dem FC Gerolfing hat der SV Aschau am Ende knapp das Nachsehen. Auch, weil Fairplay beim SVA tatsächlich vorgelebt wird.
Aschau – Ein Tor fehlt dem SVA am Ende zum Aufstieg in die Bezirksliga. Aufgrund der 1:2-Niederlage im Hinspiel hätte seine Mannschaft einen Sieg gebraucht, um den Traum vom Aufstieg wahr werden zu lassen. Am Ende blieb es aber bei einem Remis, das Gerolfing den Aufstieg beschert. Dementsprechend getrübt ist aktuell die Stimmung beim Kreisligisten.
„Die Enttäuschung ist riesig. Die Busfahrt gestern Abend war dementsprechend sehr ruhig. Jeder war leise“, sagt SVA-Coach Thomas Deißenböck im Gespräch mit Fussball Vorort/FuPa am Tag nach dem dramatischen Relegations-Rückspiel gegen den FC Gerolfing. Vorwerfen kann Deißenböck seinen Spielern aber nichts: „Wir waren die bessere Mannschaft gegen Gerolfing, haben einfach unsere Chancen nicht gemacht. Leider haben wir uns am Ende für den riesigen Aufwand nicht belohnt.“
„Es war eine absolut skurrile Situation.“
Thomas Deißenböck, Trainer des SV Aschau, über den zwischenzeitlichen Führungstreffer.
Der größte Aufreger der Partie ereignete sich etwa zehn Minuten vor Schluss beim Stand von 1:1. Die Gerolfinger spielten den Ball ins Seitenaus, damit sich zwei ihrer Spieler behandeln lassen konnten. Im Anschluss warf der SVA den Ball in Richtung des Strafraums der Gastgeber zurück. Die Gastgeber machten aber nur sehr zögerlich Anstalten, das Spiel wieder aufzunehmen.
„Einer von uns hat den Ball genommen und wollte ihn zum gegnerischen Torwart spielen. Dabei hat er ihn ein bisschen angelupft und den Gegenspieler getroffen, der dann zu Boden gegangen ist. Ich habe dann nur noch gesehen, wie unser Spieler den Ball querspielt und der Stürmer ihn ins leere Tor schiebt“, beschreibt Deißenböck die Slapstick-Szene zur Führung. „Es war eine absolut skurrile Situation, keiner hat sich irgendwie gefreut.“

„Im Endeffekt war es der Fairplay-Gedanke.“
Thomas Deißenböck begründet die Entscheidung, dem FC Gerolfing ein Tor zu schenken.
Im ersten Moment rechnete der 31-Jährige mit einem Eingreifen des Schiedsrichters: „Ich habe gedacht, der Schiri pfeift jetzt ab und lässt das Tor nicht zählen.“ Der Pfiff blieb aber aus, schließlich war das Tor aus einer normalen Spielsituation erzielt worden. Es folgte eine gewaltige Protestwelle der Heimmannschaft. „Die Gerolfinger sind auf unsere beteiligten Spieler losgegangen, haben die beschimpft und geschubst. Die Bank ist auch zu uns rübergelaufen und hat uns beschimpft“, berichtet Deißenböck.
Nachdem das Spiel für einige Minuten unterbrochen war, bewiesen die Aschauer ihren Sportsgeist. Vom Anstoß weg ließen die Gäste Ex-Nationalspieler Christian Träsch vom FC Gerolfing durchlaufen, der ohne Gegenwehr ausglich. „Im Endeffekt war es der Fairplay-Gedanke“, erklärt Deißenböck die Entscheidung. „Wenn wir das nicht gemacht hätten, wäre die letzte Viertelstunde wahrscheinlich richtig eklig geworden.“
Das 2:2 war dann auch der Endstand, trotz energischer Bemühungen des SV Aschau. Nach Hin- und Rückspiel setzt sich der FC Gerolfing damit knapp durch. Thomas Deißenböck nimmt die Niederlage sportlich: „Wenn du vier Relegationsspiele überstehst, hast du das am Ende des Tages auch verdient“, sagt er über den Bezirksliga-Aufsteiger.
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„Es bleiben alle da. Keiner wechselt den Verein.“
Thomas Deißenböck kann in der neuen Saison auf ein eingespieltes Team setzen.
Mit dem letzten Jahr ist der SVA-Coach trotzdem zufrieden. „Es war eine grandiose Saison, die richtig viel Spaß gemacht hat“, bilanziert Deißenböck. „Das ist eine ganz besondere Mannschaft mit einem wirklich super Charakter.“ Auf diese Mannschaft kann der 31-Jährige wohl auch in der kommenden Spielzeit bauen: „Es bleiben alle da. Keiner wechselt den Verein. Vielleicht hören ein, zwei auf, aber ansonsten bleiben wir alle beieinander.“
Dementsprechend positiv gestimmt, sieht Deißenböck dem nächsten Anlauf in der Kreisliga entgegen: „Wir wollen immer oben mitspielen, wir haben die Qualität dazu“, zeigt der Aschauer Trainer sich angriffslustig. „Die Liga wird nächstes Jahr relativ gut sein. Von dem her, oben mitspielen und dann schauen wir, was passiert.“ (feg)