Mit 4 : 0 siegte die Heidelberger Studentenauswahl im Finale gegen die Uni Würzburg.
Mit 4 : 0 siegte die Heidelberger Studentenauswahl im Finale gegen die Uni Würzburg. – Foto: J. Weisbrod

Heidelberg erstmals Deutscher Hochschul-Meister im Fußball

Studentenauswahl beim 4 : 0-Finalsieg gegen die Uni Würzburg "summa cum laude"

Zum ersten Mal in der 636 Jahre alten Geschichte der Ruprechts-Karls-Universität sind die Heidelberger Studentenfußballer Deutscher Hochschul-Meister. Auf dem schmucken Fußballcampus, auf dem u. a. der Landesliga-Vizemeister ASC Neuenheim zuhause ist, stürmten die Schützlinge von Trainer Thorsten Damm vor den Augen von FC Bayern-Cotrainer Xaver Zembrod mit einem 6 : 0-Sieg durch die Tore von Paul Brömmer, Carlos Davila, Max Lichti, Niklas Holderer (2) und Louis Leistikow ins Finale ein.

Die Studenten der Julius-Maximilians-Universität Würzburg qualifizierten sich für dieses Highlight mit einem hart umkämpften 2 : 1-Erfolg gegen die Uni Tübingen.

Von wegen akademische Viertelstunde! Schon nach drei Minuten und einer Flanke des überragenden Niklas Holderer (1. FC Mühlhausen) hat u. a. der wuchtige Neuner Louis Leistikow das Tor im Großformat vor sich. Doch auch sein Schuss wird abgeblockt. Die Gelbschwarzen aus Würzburg können die Heidelberger Druckmaschine zunächst stoppen und verlagern das Geschehen phasenweise in deren schattigere Hälfte. Den gefälligen Kombinationen fehlt jedoch die für die Heidelberger Beziehungskiste bedrohliche finale Zuspitzung.

Das 4-1-4-1-System von Trainer-Fuchs Thorsten Damm, Sportlicher Leiter beim Oberligisten SU Neckarsulm, funktioniert im ersten Durchgang noch nicht reibungslos. Zwar lässt die Viererkette wenig Abschlüsse zu, doch Sturm-Alleinikow Louis Leistikow steckt noch im Würzburger Klammergriff. So ist es nach der Trinkpause ein flotter Konter über die linke Schiene, der statt mit einer Flanke mit einem Bogenschuss an die Würzburger Latte endet (29.).

Psychologisch günstig: Führung kurz vor, Erhöhung kurz nach der Pause!

Kurz darauf die erlösende Führung für die ferrari-roten Ruperto Carolaner. Drei Minuten vor dem Ende der 35-Minuten-Halbzeit zirkelt Standard-Maestro Thomas Mlecko einen Eckball von der rechten Seite so raffiniert auf das Würzburger Tor, dass der Ball ohne Berührung im langen Eck landet. Ein kleiner Geniestreich des Verbandsliga-Spielers vom FC Zuzenhausen!

Zum psychologisch nicht weniger ungünstigen Zeitpunkt für die Würzburger Maximilianer schlagen die trotz der Hitze kaltblütigen Heidelberger erneut zu. Sechs Minuten nach dem Wiederanpfiff des exzellenten Schiedsrichters Adrian Bartoschek (TSV Wieblingen) zaubert Niklas Holderer einen Freistoß über die gelbschwarze Wand hinweg exakt ins Lattenkreuz (41.).

Dass der vielseitige Mühlhausener auch aus dem Spiel heraus treffen kann, beweist er fast im Anschluss. Der wie ein Ackergaul rackernde Mittelstürmer Louis Leistikow (FV Leutershausen) legt feinfüßig quer. Niklas Holderer nimmt den Ball elegant mit, verlädt den Würzburger Keeper und vollstreckt DIN-genau zum vorentscheidenden 3 : 0 (47.) ins Eck.

Nächstes Jahr bei der Uni-Europameisterschaft in Albanien?

Die spielstarken Würzburger Studenten realisieren nun schmerzlich, dass sie dieses schwierige Examen angesichts des Rückstands und der tropischen Hitze nicht mehr erfolgreich bestehen können. Im Gegenteil: Sturmtank Niklas Leistikow belohnt sich und sein Team mit dem Quattro Turbo zum 4 : 0-Endstand (65.).

Mit diesem Erfolg hat das verschworene Team von Trainer Thorsten Damm, im Hauptberuf Akademischer Mitarbeiter der Uni Heidelberg, in der Exzellenz-Geschichte der ältesten Universität Deutschlands nun auch im Fußball ein neues Kapitel geschrieben. Dass diese Jungs auch exzellent feiern können, unterstreichen sie nachdrücklich u. a. im Humba-Humba-Doppelpass mit ihren ausgelassenen Fans.

Der bescheidene Meistercoach Thorsten Damm blickt schon voraus: "Durch diesen Titel sind wir jetzt für die Europäische Hochschul-Meisterschaft qualifiziert, die angeblich nächstes Jahr in Albanien stattfinden wird."

Das Aufgebot des Deutschen Hochschul-Meisters 2022:

Bene Gröll, Carlos Davila, Frederic Johannes, Jannis Halter, Joshua Voigt, Lewis Paling, Louis Leistikow, Luca Pedretti, Marc Lutz, Max Lichti, Mika Roskamm, Niklas Holderer, Sebastian Weihrich, Thomas Mletczko, Vincent Bauder, Maik Groß, Nils Gutzeit, Paul Brömmer

Aufrufe: 05.7.2022, 09:15 Uhr
Joseph WeisbrodAutor

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