2026-01-09T09:36:09.492Z

Vereinsnachrichten
Am liebsten wirbelt das Bruder-Duo gemeinsam auf der linken Außenbahn: Dennis Ritz (rechts) im Mittelfeld, der vier Jahre ältere Marco in der Verteidigung. 	Foto: Guido Ritz
Am liebsten wirbelt das Bruder-Duo gemeinsam auf der linken Außenbahn: Dennis Ritz (rechts) im Mittelfeld, der vier Jahre ältere Marco in der Verteidigung. Foto: Guido Ritz

Zwei wie Pech und Schwefel

Marienborner Ritz-Brüder sind teils ganz unterschiedlich – aber unzertrennlich

Marienborn. Im Elternhaus gab es einen großen Flur, mit zwei Stehlampen. „Die sind häufiger mal geflogen“, erzählt Marco Ritz. Wenn der 29-Jährige in Kindertagen mit seinem vier Jahre jüngeren Bruder Dennis nicht im Garten gegen den Ball trat, dann musste es drinnen sein. Seit bald acht Jahren, als Dennis aus der A-Jugend in die Aktiven wechselte, unter Vater Guido Ritz als Chefcoach, spielt das Bruder-Duo bei der TuS Marienborn zusammen.

Dem anderen die Position „geklaut“

Zuletzt gab Flügelflitzer Dennis Ritz den Linksverteidiger – Marcos angestammte Position. „Er ist selbst Schuld, verreist zweimal drei Wochen, und der Coach kommt eben immer wieder auf wilde Ideen“, lacht der 25-Jährige. „Gefühlt hat ja jeder schon mal Linksverteidiger gespielt“, grinst der Kalifornien- und Thailand-Urlauber. Am liebsten ist ihm natürlich die Kombination mit sich selbst hinten und seinem Bruder als Linksaußen. Von „blindem Verständnis“ sprechen sie beide. „Feiner Kicker, guter Techniker“, sagt Dennis über seinen älteren Bruder, „ich war schon als kleiner Junge bei seinen Spielen dabei, da guckt man sich ein bisschen was ab.“ „Ist ganz okay geworden bei ihm“, bestätigt Marco augenzwinkernd.

Beide Brüder fingen bei der TuS an zu kicken, wuchsen in Marienborn auf. Dennis ging als A-Junior mal für ein Jahr nach Weisenau, Marco in der U 19 nach Gonsenheim. Der alte Platz am Wildpark führte zu Adduktorenproblemen: „Ich habe nur noch mit Schmerztabletten gespielt.“ Für zwei Jahre hörte er mit dem Fußball auf, dann kam Dennis ins Aktiven-Alter, Guido Ritz war Chefcoach und das Vater-Söhne-Trio endlich vereint. Es ging von der B-Klasse in die Verbandsliga, ein Mainzer Fußballmärchen. „Wir sind ultrajung, können uns entwickeln“, findet Dennis. Die Oberliga, von Trainer Ali Cakici immer wieder in den Mund genommen, als Ziel? „Warum nicht“, sagen beide.

Einer ist der Techniker, der andere rennt viel

So gut sie sich auf dem Platz verstehen, austauschbar sind die Brüder nicht. Marco Ritz arbeitet in der Marktforschung, Dennis bei einem Finanzdienstleister. „Er ist Linksfuß, ich Rechtsfuß, er hat dunkle Haare, ich bin blond“, blickt Dennis auf seinen Bruder, „Marco kommt über die Technik, ich renne viel.“ Damit stellt der Kapitän nach über 100 TuS-Toren und nochmal so vielen Vorlagen sein Licht unter den Scheffel. Dennis lebt inzwischen wieder in Marienborn, sein Bruder in der Altstadt. „Opi“ steht als Spitzname im Fupa-Steckbrief, als Geburtstag hat Etienne Portmann den 24. Dezember 1969 eingetragen. „Da hat Etti sich einen Scherz erlaubt, weil ich der Älteste bei uns bin“, sagt Marco. 20 Jahre darf man abziehen, Heiligabend als Geburtstag stimmt.

Als „Senior“ darf man auch mal etwas kürzer treten. „Er ist nicht gerade als Trainingsweltmeister bekannt“, blickt Dennis auf seinen Bruder, „aber in Topspielen zeigt er immer überragende Leistungen.“ Ein bisschen besser ist es schon geworden unter der Woche, betont Marco. Rein-Raus-Micky-Maus, Cakicis Lieblingsübung, „geht immer, das ist das beste Spiel überhaupt“. „Normales Training – das wäre sehr komisch für uns“, grinst Dennis, Wechseln kommt für beide nicht mehr in Frage. Karriereziele? „Das, was die TuS erreicht, wird unser Maximum sein. Davon ein Teil zu sein, reicht mir völlig“, sagt Dennis. „Die TuS war ja schon mal in der Landesliga, jetzt ist es wie eine Wiedergeburt. Das Familiäre hat den Verein damals schon geprägt.“ Wer wüsste das besser als das Bruder-Duo.



gegen Rüssingens Brasilien-Truppe

De Lima, Tavares de Souza, Dos Santos, Oliveira, da Silva, De Oliveira Silva – viel brasilianisches Flair bringt die TuS Rüssingen am Sonntag (15 Uhr) mit an die Kirschhecke- Trainer Ali Cakici hofft auf ein „attraktives Spiel, in dem wir zeigen, was wir drauf haben“. Mit drei Zählern Rückstand auf Rang drei können die Marienborner einen Sprung nach vorne schaffen.

Aufrufe: 05.4.2019, 10:30 Uhr
Torben SchröderAutor