
Seine Freude konnte ihm niemand verwehren, denn es mutete schon eindrucksvoll an, mit welcher Galligkeit und mit welchem Selbstverständnis der Lokalmatador die Partie anging. Während in der Vergangenheit immer mal wieder der letzte Wille abhandengekommen war und sich ein paar folgenschwere Konzentrationsschwächen eingeschlichen hatten, fehlte von solchen Nachlässigkeiten nun jegliche Spur. „Unter dem Strich bin ich sehr glücklich“, bekräftigte Trainer Suker. „Wenn man gewinnt, ist man das immer. Aber mit der Art und Weise bin ich schon seit Wochen zufrieden.“
Der Grund dafür ist offenkundig. „Wir haben eine gute Mentalität, eine richtig gute Einstellung zum Spiel“, sagte der 45-Jährige. „Wir sind ein hervorragendes Team. Das ist die Basis, um durch ein gutes Gefühl und eine Erfolgsserie dann auch gut Fußball zu spielen.“ Letzteres tat seine Mannschaft gegen den Kiezklub in jedem Fall. Bereits unmittelbar nach dem Anpfiff setzte Enrique Lofolomo gleich eine erste Duftmarke. Im Anschluss an eine Ecke zimmerte der Mittelfeldspieler die Kugel nur hauchdünn am Tor vorbei.
Erfolgreicher war Angreifer Burak Yesilay kurz vor dem Pausenpfiff, als er im Strafraum an den Ball kam, ein, zwei Haken schlug und den Führungstreffer erzielte. Verschnörkelt, nett anzusehen – und mit der erhofften Krönung. „Das“, erläuterte Suker hinterher, „war Burak, wie er leibt und lebt.“ Und mit einem Augenzwinkern fügte er an: „Der kann den Ball nicht normal reinschießen. Wenn er ein bisschen einfacher spielen würde, könnte er noch viel mehr Tore machen. Aber das muss man ihm auch irgendwo lassen, denn das zeichnet den Jungen aus.“
Vollends einverstanden war der Coach ebenfalls mit der Grundstabilität seines Teams, vornehmlich in der Defensive. Insbesondere die beiden Innenverteidiger Jamil Siebert und Nikell Touglo räumten in der letzten Linie rigoros auf. „Aber es waren nicht nur die beiden, sondern es ist die Mannschaft, die in beide Richtungen arbeiten muss“, konstatierte Suker. „Trotzdem ist es schon so, dass wir gerade im zentralen Bereich richtig gute Leute haben.“ Lediglich in einer Situation kam kurzzeitig Gefahr auf, als Keeper Justin Möllering eine Hereingabe nach vorne abtropfen ließ, St. Paulis Tom Protzek den Ball aber nicht ins verwaiste Tor, sondern gegen den Pfosten beförderte. Daher blieb es beim hochverdienten Fortuna-Sieg. An einem Tag, an dem vieles anders war.