
Vor 500 Zuschauern im Stadion Müllerwiese sah das zunächst auch gut aus. Pavel Patka brachte die Hausherren in der 33. Minute mit 1:0 in Führung. Doch die Freude der Bautzener währte nicht lange. Nur vier Minuten später gelang dem Neustrelitzer René Pütt der 1:1-Ausgleich. Damit ging es dann auch in die Halbzeitpause. In den letzten 25 Minuten der Partie gab es insgesamt noch fünf Auswechslungen, am Spielstand änderte das allerdings nichts mehr. In der Tabelle bleibt Budissa gleichauf mit Meuselwitz (15./0:0 im Heimspiel gegen Hertha BSC II) mit 34 Punkten auf Platz 14.
Zu den Dauerbrennern bei Budissa zählt Defensivspieler Denny Krahl. Der 24-Jährige bestritt am Sonntag sein 30. Punktspiel in dieser Saison. Bereits mit 18 feierte er sein Debüt in der ersten Männermannschaft. Unter Trainer Thomas Hentschel mauserte er sich in der Oberliga und Regionalliga zum Stammspieler. In der Aufstiegsserie 2013/14 absolvierte er bereits 20 Oberliga-Einsätze. Trotz etlicher Neuzugänge vor dem ersten Viertligajahr der Bautzener verteidigte der 1,78 m große Linksfuß seine Position im Team und entwickelte sich zum Leistungsträger, „der kontinuierlich und zuverlässig seine Möglichkeiten nahezu ausgeschöpft hat“, wie es Hentschel nach dem Klassenerhalt 2015 formulierte.
Am 11. Mai 1991 in Räckelwitz geboren, begann Denny Krahl in seinem Heimatort Nebelschütz mit dem Fußball. Auch Vater und Opa jagten einst dem runden Leder nach. „Mein erster Trainer war Volker Wielert“, berichtet der gelernte Kfz-Mechatroniker, der seit 2014 eine Weiterqualifikation absolviert. „Voraussichtlich bin ich im Juni fertig und darf mich danach staatlich geprüfter Elektrotechniker nennen.“
Schule, Beruf und Sport immer unter einen Hut zu bekommen, ist auch für Budissas Linksverteidiger keine einfache Sache. Die Eltern Marlies und Thomas sowie Bruder Mirko, der früher auch am Ball war, stehen ihm stets zur Seite. „Dafür bin ich ihnen sehr dankbar“, sagt Denny Krahl. Nach seinem Wechsel nach Kamenz spielte er bis 2006 für den SV Einheit. Danach folgte der Wechsel zur FSV Budissa Bautzen.
Inzwischen wohnt der noch ledige Abwehrspieler in der Spreestadt. „Den Wechsel habe ich bis heute nicht bereut. Und es ist für mich sehr angenehm, von der Wohnung bis zum Trainingsgelände nur fünf Minuten mit dem Rad unterwegs zu sein.“ Inzwischen wird der Marktwert von Denny Krahl mit 75 000 Euro angegeben (transfermarkt.de). Ein sportliches Vorbild oder einen Lieblingsclub hat er „derzeit nicht“.
War Denny Krahl zu Nachwuchszeiten meist auf der zentralen Mittelfeldposition unterwegs, so wurde er im Männerbereich vorwiegend hinten links eingesetzt. „Seitdem spiele ich mit Freude auf dieser Position“, sagt er. Und er spielt auch mit großer Freude für Budissa, obwohl er selbst die laufende Saison als durchwachsen ansieht. „Weil wir in den entscheidenden Spielen gegen gleichwertige Mannschaften nicht die möglichen Punkte holen konnten.“
Zweifel, dass die Bautzener auch zukünftig eine gute Rolle in der 4. Liga spielen werden, kommen bei Denny Krahl nicht auf: „Wir sind eine starke Truppe und ich bin ich mir sicher, dass wir auch in der kommenden Regionalliga-Serie eine gute Rolle spielen werden.“