
Alzey. Am Ende war das Aufatmen hörbar. Bei den 90 Zuschauern im Wartbergstadion genauso wie beim RWO-Trainer Sascha Winsi. Denn obwohl die Alzeyer beim 2:0 im Landesliga-Nachholspiel gegen Phönix Schiffserstadt über weite Strecken eine gute Partie abgeliefert hatten, musste doch bis zum Schluss um den Sieg gebangt werden. Bis der eingesechselte Trainer-Bruder Manuel Winsi in der Nachspielzeit das erlösende 2:0 markierte. ,,In der ersten Halbzeit hatten wir viele Chancen, auch noch das zweite oder dritte Tor zu machen, und auch in der zweiten Halbzeit hatten wir Chancen, aber Schifferstadt kam immer besser ins Spiel. So mussten wir es eben erst in der 90. Minute machen", war Coach Winsi mit dem gesehenen trotzdem weitestgehend zufrieden.
Dautaj trifft zum 18. Mal
Die Alzeyer waren von Beginn an hoch konzentriert und setzten die Pfälzer enorm unter Druck. So war es wenig verwunderlich, dass schnell die ersten Chancen möglich wurden. Bereits in der dritten Minute schlenzte Vllaznim Dautaj einen Freistoß an den Pfosten. Es war nur der Auftakt einer Reihe guter bis bester Möglichkeiten, die nur durch eine Unachtsamkeit in der Abwehr unterbrochen wurde. Keeper Jens Maaß ließ einen eigentlich schon sicher gefangenen Ball nach einer leichten Behinderung durch einen eigenen Mitspieler noch einmal fallen, doch der folgende Schuss von Phönix-Spielertrainer Marc Lautenschläger wurde gut geblockt.
Danach ging es wieder nur in eine Richtung - auf das Gästetor. Hatte Dautaj mit seinem zweiten Freistoß, den er knapp am langen Eck vorbeizog noch im Pech, war es bei der Riesenchance von Björn Grimm schon fast Unvermögen. Völlig frei trat der Flügelstürmer nur drei Meter vor der Torlinie über den Ball. Es war in der 23. Minute die riesige Chance zur Führung. Seine Nachlässigkeit war aber nur neun Minuten später wieder vergessen, als er bei einem lehrbuchartig vorgetragenen Konter die Übersicht behielt und den Ball auf den besser postierten Dautaj quer legte. Der 25-Jähige hämmerte den Ball zwar nicht sehr platziert in die Maschen, doch die Härte des Schusses ließ den guten Joachim Bohrer im Tor der Schifferstadter keine Abwehrmöglichkeit. Es war die vollkommen verdiente Führung der in dieser Phase in allen Belangen überlegenen Rot-Weißen und Dautajs 18. Saisontreffer.
Nach dem Seitenwechsel riss irgendwann allerdings der Faden, kamen die Rot-Weißen nicht mehr zwingend vor den gegnerischen Kasten. Doch von den Gästen aus der Pfalz ging auch nach dem Seitenwechsel nicht wirklich Gefahr aus. ,,Wir stehen hinten momentan richtig gut, da muss eine Mannschaft erst einmal Chancen gegen uns herausspielen", lobte Dautaj, der auch am zweiten Alzeyer Treffer als Vorlagengeber beteiligt war, die eigene Hintermannschaft. Dass es allerdings bis in die Nachspielzeit gedauert hatte, bis der Sack endlich zugebunden war, konnte auch er nicht ganz verstehen. ,,Wir müssen unsere Chancen nur konsequenter nutzen, dann ist die Sache schon in der ersten Halbzeit gegessen."
RWO Alzey: Maaß - Höngen, Hornung, Dreger, Schröder - Ehrhardt, Boos - Wesner (72. M. Winsi), Dautaj, Grimm (90. +2 Wissmann) - Abichou (78. Jakob).