
Kaiserslautern. Am gestrigen Donnerstagabend ist der Bus des 1.FC Kaiserslautern in der deutschen Hauptstadt angekommen. Mit an Bord waren die A-Junioren-Fußballer der Pfälzer, die mit einer großen Ambition die lange Anreise von 650 Kilometern auf sich genommen haben. So lebt der Traum vom Double, so soll nach dem Verbandspokalsieg in der vergangenen Woche nun auch der bedeutsame DFB-Pokal gewonnen werden. In diesem Wettbewerb steht das Team nämlich auch im Endspiel und kämpft dort am Samstagmorgen um 11 Uhr mit dem Ligakonkurrenten SC Freiburg um den Titel. Der Respekt seitens der Pfälzer ist groß. Christian Stegmaier, Co-Trainer der Lauterer, sagt: „Das ist ein sehr guter Gegner, der einen technisch anspruchsvollen und schönen Fußball spielt.“
Für den 27-Jährigen und den FC Kaiserslautern ist es etwas ganz Besonderes, im Olympiapark in Berlin vertreten zu sein. „Das ist schon ein Brett. Im DFB-Pokal ist die Crème de la Crème des deutschen Fußballs vertreten.“ Und bei Betrachtung der Spiele zuvor kann dem nur beigepflichtet werden. So kegelten die pfälzer A-Junioren die Spitzenteams FC Bayern München, SV Werder Bremen und TSG 1899 Hoffenheim mit grandiosen Leistungen aus dem Pokal. In Runde eins behauptete sich der FCK als Favorit in Rostock. Im Finale baut Stegmaier nun auch auf die Unterstützung der Fans, die schon im Verbandspokal in Worms gegen den FSV Mainz 05 zum 3:2-Sieg nach Verlängerung verholfen hat. „Für mich war es das größte Fußballereignis, was ich miterleben durfte. Auf die Stimmung, die unser Anhang erzeugt hat, bin ich extrem stolz. Das hat jeden Einzelnen von uns gepusht“, skizziert Stegmaier.
Der dritte Triumph über die 05er, die auch in der Liga zweimal den Lauterern unterlagen, habe gut getan. „Für die FCK-Seele war das sehr wertvoll“, berichtet der Industriekaufmann. Mit einem Sieg am Samstag würde der FCK der bisherigen Saison die Krone aufsetzen, spielte das Team als Neunter doch auch eine respektable Runde in der Bundesliga. „Ein einstelliger Tabellenplatz hat unsere Zielvorgabe erfüllt. Jetzt können wir aus einer guten bis sehr guten Saison eine exzellente Saison machen.“
Die Bilanz ist aufgrund der Änderungen in der Hinrunde auch nicht selbstverständlich. Denn die damalige sportliche Misere bei den Profis schwappte auch auf den A-Junioren-Bereich über. In Alexander Bugera wurde der U19-Cheftrainer als Co-Trainer zu den Profis hochgezogen, was auch zu einer Schwächephase der A-Junioren führte. Doch nach den Startschwierigkeiten erwies sich Marco Laping, gekommen vom Verbandsliga-Spitzenreiter Arminia Ludwigshafen, als guter Nachfolger.
Alle Erfolge sind aber vor allem dem Team zuzuschreiben, wie Stegmaier unterstreicht. „Wir sind in der glücklichen Position, Jungs mit Charakter entwickeln zu können. Bei uns sind auch einige interessante Spieler dabei und der Verein setzt alles daran, die Jungs einzubinden – manche über den Umweg U21.“
Und Stegmaiers Zukunft? „Ich werde beim FCK bleiben, es fehlt nur noch die Unterschrift.“ In welcher Funktion er nächste Saison bei den Pfälzern unterwegs ist, ist noch offen. Oder er darf es nicht sagen. Jedenfalls sei das erste Jahr für den Ex-Gau-Odernheimer Coach positiv gelaufen. Neben den sportlichen Erfolgen hat der Inhaber der DFB-Elite-Jugend-Lizenz viel von den Trainern Bugera und Laping mitnehmen können.