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Interview

"Vielleicht setzen wir uns zu Hause zu sehr unter Druck"

KOL FULDA MITTE: +++ Kapitän Mike Tron spricht über Saisonstart seiner SG Lauter +++

von Kai Kopf · 28.08.2015, 15:00 Uhr · 0 Leser
Mike Tron.
Mike Tron.

Lauterbach. Im Lager der SG Lauter waren sich alle Beteiligten vor dem Saisonstart in der Fußball-Kreisoberliga Fulda Mitte der Tatsache bewusst, dass es ein sehr schwieriges Jahr werden wird. Auf der einen Seite stand der erhebliche Aderlass, den allein die Vorgänger-Spielgemeinschaft SG Maar/Heblos/Wallenrod mit sieben Abgängen zum VfL Lauterbach hinnehmen musste. Zum anderen galt es, die Kräfte - auf und neben dem Platz - des aufgenommenen TV Frischborn in die Spielgemeinschaft zu integrieren. Nach vier Punktspielen lässt sich konstatieren, dass die Mannschaft von Trainer Sebastian Schmidt keinesfalls der Musik hinterherlaufen muss.

Einer derjenigen Spieler, die vorneweg marschieren, ist Maike Tron. Der Mittelfeldmotor befindet sich in einer ausgezeichneten Form und hat bereits zwei Dreierpacks für seine Mannschaft erzielt. Der 29 Jahre alte Kapitän weiß allerdings, dass die bislang gesammelten sechs Zähler kein Ruhekissen sind. Im Interview mit dem Lauterbacher Anzeiger bekräftigt der frischgebackene Ehemann, dass in jeder Begegnung über die regulären 90 Minuten hinaus volle Konzentration nötig ist, um weiterhin Punkte für den Kreisoberliga-Klassenerhalt des Teams der Stammvereine TV Frischborn, HAS Heblos, TV Maar und TSV Wallenrod zu sammeln.

Vier Spiele, zwei Siege, zwei Niederlagen: Wie bewerten Sie den Saisonstart der SG Lauter?

Eher durchwachsen. In den Heimspielen gegen Künzell II (1:2) und Horas (3:4) holen wir mit ein bisschen Glück zwei oder sogar vier Punkte zu Hause.

Wie erklären Sie es sich, dass Ihr Team auswärts so erfolgreich ist, während zu Hause beide Spiele verloren worden sind?

Gute Frage! Vielleicht setzen wir uns zu Hause zu sehr unter Druck. Beispielsweise gegen Horas: In der ersten Halbzeit lief gar nichts zusammen - und wir liegen zur Pause mit 0:3 in Rückstand. Und in der zweiten Halbzeit konnten wir eigentlich frei aufspielen, weil wir nichts mehr zu verlieren hatten. Mit Glück und ein bisschen mehr Entschlossenheit holen wir noch einen Punkt - oder sogar drei Punkte. Die Chancen waren da.

Für Sie selbst läuft es unterdessen fast schon perfekt: Sechs Tore, dazu noch ein paar Torvorlagen stehen zu Buche. Wie erklären Sie sich ihre gute Form, hat es auch etwas damit zu tun, dass Sie seit dieser Saison Spielführer sind?

Ja das stimmt. Ich konnte die Vorbereitung ohne großartige Blessuren durchziehen - bis auf ein paar Mal, als ich mal verhindert war wegen der Hochzeitsvorbereitungen. Da hat sogar der ,,Seb" (SG-Trainer Sebastian Schmidt, Anmerkung der Redaktion) ein Auge zu gedrückt (schmunzelt). Es kann durchaus möglich sein, dass das Kapitänsamt mich noch mehr beflügelt. Aber Spieler wie Marco Hühn, Thorsten Munser und Andreas ,,Ide" Greb versuchen, einen immer wieder zu pushen - auch wenn es mal nicht so läuft.

Angesichts von zehn Gegentoren in vier Partien hat es nicht den Anschein, dass die Defensive sehr sattelfest ist. Wo liegen aus Ihrer Sicht die Gründe dafür?

Wir müssen in jedem Spiel versuchen, 90 Minuten plus Nachspielzeit voll konzentriert zu sein. Denn jeder kleine Fehler wird in dieser Klasse sofort bestraft. Bei Ballverlust in der Vorwärtsbewegung müssen wir uns schneller wieder ordnen. Das dauert bei uns noch zu lange.

Sie kurbeln die Offensive der SG Lauter an, die mit 16 Treffern bislang die meisten in der gesamten Klasse erzielt hat. Nun geht es gegen die SKG Gersfeld, die in vier Partien erst fünf Gegentreffer kassiert hat. Wie hart ist diese Nuss, die Ihre Mannschaft am Sonntag zu knacken hat?

Die Nuss wird sehr hart sein, denn die Spiele gegen die SKG Gersfeld waren immer knapp und hartumkämpft. Aber ich denke, dadurch, dass wir auswärts spielen, ist bestimmt etwas drin (schmunzelt). Und Tore können wir ja auch schießen...