
Am Dienstag, 6. Januar, fällt in Bobingen der Startschuss für die 34. Landkreismeisterschaft des Landkreises Augsburg im Hallenfußball. Für die 48 Mannschaften, die diesmal an den Start gehen, und auch für die Fans ist einiges neu.
Erstmals wird nämlich nach den an Futsal angelehnten Fifa-Richtlinien für Hallenfußball gespielt. Zusätzlich werden die acht Turniere der Hauptrunde auch in einem neuen Spielsystem ausgetragen. Statt mit Gruppenspielen, Halbfinale und Endspiel kämpfen die jeweils sechs Mannschaften im Modus „Jeder gegen jeden“ um den Turniersieg und die damit verbundene Qualifikation für die Endrunde am 25. Januar in Diedorf, die weiter im bewährten K.-o.-System ausgetragen wird.
Michaela Schuster, die Sportbeauftragte des Landkreises, begründet die Modus-Umstellung damit, dass damit dem Wunsch vieler Vereine nachgekommen worden sei, die bei den Turnieren nicht Gefahr laufen wollten, nur zwei Spiele zu bestreiten und dann wieder nach Hause fahren zu müssen. Georg Bucher aus Schwabmünchen, der die Turniere in Bobingen, Schwabmünchen und Königsbrunn leiten wird, stellt heraus, dass nach dem neuen Modus jede Mannschaft fünf Spiele bestreiten darf. Bislang waren es bestenfalls vier Spiele – aber nur dann, wenn der jeweilige Verein das Finale erreichte.
Für Bucher ist der neue Modus „einen Versuch wert.“ Sollte er bei den Zuschauern und Vereinen wenig Gegenliebe finden, hält er es durchaus für denkbar, im nächsten Jahr wieder zum alten Modus zurückzukehren. Die Gefahr, dass ein Turnier frühzeitig entschieden ist und dass dann am Schluss die Spannung fehlt, sieht er zwar auch, doch er glaubt nicht daran, dass generell schon vorzeitig die Luft raus ist. Auch er selbst hat alles dafür getan: „Bei der Erstellung der Spielpläne habe ich darauf geachtet, dass am Ende des Turnieres jeweils die Mannschaften aufeinandertreffen, die von der Papierform her am stärksten einzuschätzen sind.“
Allerdings ist die Bestimmung der Favoriten schwierig. Bestes Beispiel ist der Rekord-Landkreismeister und Titelverteidiger TSV Bobingen. Wenn der Bezirksligist annähernd in Bestbesetzung antritt, ist er nicht nur beim Auftaktturnier in Bobingen wieder der Topfavorit, sondern er dürfte dann auch bei der Endrunde in Diedorf wieder zum engsten Favoritenkreis gehören. Sollten die Bobinger aber – wie in den vergangenen Jahren schon ab und zu praktiziert – nur mit einer punktuell verstärkten Reserve antreten, könnten ihnen am Dienstag die Lokalrivalen Großaitingen, Wehringen und Türk SV Bobingen durchaus gefährlich werden.
Zurück zum Modus: Hier will sich Bucher künftig nach den Wünschen der Vereine richten. Deshalb müssen die nach den acht Hauptrundenturnieren einen Fragebogen ausfüllen und sich unter anderem erklären, ob sie zum alten Modus zurückkehren wollen oder weiter nach dem Modus „Jeder gegen jeden“ spielen wollen. Der Modus könnte sich nächstes Jahr also wieder ändern. Die Spielregeln dagegen nach jetzigem Stand nicht. Übergangsweise durften die Fußballer im vergangenen Winter bei den Titelkämpfen auf Kreisebene noch mit Bande und breiteren Toren spielen. Heuer gibt es keine Banden mehr und es wird mit einem sprungreduzierten Ball auf die kleineren Handballtore gespielt. Eine Rückkehr zum „alten“ Hallenfußball wird es wohl nicht mehr geben.
Zwar gibt es bei den Vereinen teilweise weiter Vorbehalte gegen den an Futsal angelehnten Hallenfußball nach Fifa-Regeln, doch die werden weniger. Dafür sorgen auch die jüngsten Erfahrungen bei den Turnieren um die schwäbische Meisterschaft. In Königsbrunn sahen die Zuschauer beispielsweise ein spannendes Turnier auf hohem technischem Niveau mit vielen schönen Spielzügen. „Nach diesem Turnier kann keiner mehr sagen, Futsal ist langweilig“, stellt Georg Bucher klar. Er räumt ein, dass er anfangs selbst kein Freund von dem an Futsal angelehnten Hallenfußball war: „Das stimmt schon. Inzwischen gefällt mir das aber sehr gut.“
„Sehr zufrieden“ ist er mit der Beteiligung bei den diesjährigen Titelkämpfen. Allen Unkenrufen zum Trotz hat die Umstellung auf die an Futsal angelehnten Fifa-Richtlinien nicht dafür gesorgt, dass reihenweise Vereine nicht mehr gemeldet haben. Im vergangenen Jahr, als noch „richtiger“ Hallenfußball gespielt wurde, gingen 51 Mannschaften an den Start. Heuer sind es 48. Kurzfristig noch abgesagt hat die SpVgg Deuringen. Für sie geht in Diedorf nun als Nachrücker eine zweite Mannschaft des örtlichen TSV an den Start und trifft im Turnierverlauf unter anderem auch auf die eigene erste Mannschaft.
Im Süden des Landkreises haben fast alle Vereine gemeldet. Nicht mehr dabei ist im Vergleich zum Vorjahr lediglich der SV Reinhartshausen. Nicht dabei sind außerdem der VfB Mickhausen und der TSV Walkertshofen, die wegen fehlenden Trainingsmöglichkeiten in der Halle allerdings auch schon in den letzten Jahren nicht mitgespielt haben. Wieder ins Teilnehmerfeld zurückgekehrt ist dagegen der FC Kleinaitingen.
Nicht gespielt werden kann heuer wegen Bauarbeiten in der Halle in Meitingen. Davon profitiert der Süden des Landkreises etwas, denn statt wie bisher zwei, werden hier diesmal in der Hauptrunde drei Turniere ausgetragen. Sowohl beim Auftakt in Bobingen als auch bei den Turnieren in Königsbrunn und Schwabmünchen erwartet Georg Bucher aufgrund der vielen Lokalderbys einen guten Zuschauerzuspruch.