2025-12-03T05:51:34.672Z

Ligabericht

Vatanspor dreht das Spiel in wilden sieben Minuten

TSV Ronsdorf II – SG Vatanspor 3:4 (2:0) +++ VfB Solingen – SC Ayyildiz Remscheid 1:3 (1:2) +++ Sportring Solingen 80/95 – SV Wermelskirchen 4:4 (2:1)

Für die SG Vatanspor war die Situation haariger, als es die Tabellensituation in der Bezirksliga suggeriert hat. Die Solinger hatten nur vier Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz, gleichzeitig aber zumeist zwei Spiele mehr absolviert als die Konkurrenz. Dringend musste die SG also bei der Reserve des TSV Ronsdorf gewinnen. Und danach sah es bis kurz nach der Halbzeitpause überhaupt nicht aus.

0:2 lag das Team von Ganija Pjetrovic zur Pause hinten. Unmittelbar nach Wiederanpfiff setzte es sogar den 0:3-Dämpfer. "In der ersten Halbzeit sind wir für zwei einfache Fehler bestraft worden", analysiert der Trainer. Während eigene Möglichkeiten durch Sahin Sezer am Pfosten oder Burak Agkün über dem Tor landeten, präsentierten sich die Wuppertaler erheblich effektiver. "Aber wir haben zum Glück sogar nach dem 0:3 noch ans uns geglaubt." Petrit Spahija war die zentrale Figur während einer furiosen Aufholjagd. Der Stürmer setzte beim 1:3 Burak Akgün in Szene, traf per Strafstoß nach Foul an Rodrigue Deadwood und setzte mit dem Ausgleich noch einen drauf. Binnen sieben Minuten glich Vatanspor aus und hatte viel Zeit, die Führung nachzulegen. Zusätzlich profitierten die Gäste vom Platzverweis gegen Valerij Abermet, den der Unparteiische beim Foul an Deadwood ausgesprochen hatte.

"Chancen hatten wir für drei Spiele. Zum Glück haben wir wenigstens noch ein Tor gemacht", freut sich Ganija Pjetrovic. Akgün versenkte auf Spahija-Vorlage zum 4:3-Endstand. Alle Angriffsbemühungen des TSV Ronsdorf II scheiterten genauso wie die zahlreichen Möglichkeiten mit dem fünften Tor alles klar zu machen. Es war der erste große Befreiungsschlag der SG Vatanspor auf dem Weg zum Klassenerhalt. Der zweite soll am Sonntag gegen die TG Hilgen folgen.

VfB blamiert sich gegen Ayyildiz

Eigentlich hatte es sich der VfB Solingen vorgenommen, "dem Solinger Fußball Schützenhilfe zu leisten", wie es Vorstandsmitglied Manuel Habljak formulierte. Dass es aber ganz anders kam, der Tabellenzwölfte Ayyildiz Remscheid im Bezirksliga-Abstiegskampf drei wichtige Punkte aus der Klingenstadt mitnehmen konnte, das erzürnte Habljak nach dem Abpfiff maßlos. "Man kann ja mal verlieren. Wichtig ist dabei aber, wie man sich als Mannschaft präsentiert hat. Und ich kann nur sagen, dass einige Spieler ab sofort unter Bewährung stehen", kündigte Habljak stinkesauer Konsequenzen aus der leblosen gestrigen Vorstellung der Baverter an.

Die Schlappe der allerdings erneut nur mit einer "Oldie-Notelf" angetretenen Baverter zeichnete sich bereits in der ersten Halbzeit ab. Zwar optisch überlegen, produzierte die Mannschaft von Trainer Uwe Rütjes besonders im Spielaufbau ohne Not zahllose Fehler, die die Remscheider zu schnellen und gefährlichen Kontern nutzen konnten. Als Momo Hosseini am Mittelkreis der Ball unter der Schuhsohle durchrutschte, ging es ganz schnell. Vasfi Ince stürmte auf der rechten Seite los, passte in die Mitte, wo Eduard Repp (18.) den Ball freistehend zur Führung der Gäste über die Linie drücken konnte. Nach einer halben Stunde näherte sich dann aber auch der VfB dem gegnerischen Tor an, doch zweimal verfehlte Davide Lo Martire (31./33.) das Ziel.

Schlafmützig zeigte sich die VfB-Defensive auch beim zweiten Treffer der Gäste. Nachdem Florian Kölmel hervorragend gegen Abel Mokonen geklärt hatte, schalteten die Solinger kollektiv ab – der Ball kam zurück in den Strafraum und Oktay Alcay (37.) hatte wenig Mühe, aus kurzer Distanz das 2:0 für Ayyildiz zu erzielen. Hoffnung keimte bei den Solingern auf, als Hosseini (45.) per Kopf mit dem Halbzeitpfiff verkürzte.

Wer sich erhofft hatte, dass der VfB sich in der zweiten Halbzeit engagierter präsentieren und eine Aufholjagd starten würde, sah sich schnell getäuscht. Ayyildiz stand weiter sehr sicher in der Defensive und setzte mit schnellen Kontern viele Nadelstiche. Die Entscheidung in der Partie fiel in der 81. Minute, als Silo Seydo nach einfachem Doppelpaß im Strafraum das insgesamt verdiente 3:1 gelang.

Sportring kassiert Höchststrafe in der Nachspielzeit

Jörg Fischer mag es kaum glauben. Seine Sportring-Fußballer standen im Bezirksliga-Nachholspiel gegen den SV Wermelskirchen so kurz vor einem Sieg. Doch spät in der Nachspielzeit kassierten die Höhscheider nicht nur den aus ihrer Sicht frustrierenden Ausgleich. Es war gleichzeitig die Höchststrafe, weil das 4:4 ausgerechnet durch den nach vorne geeilten Torhüter des SV Wermelskirchen erzielt worden war. Nach Lukas Kleins Tor jubelten die Gäste, als hätten sie gerade den Klassenerhalt geschafft.

Dabei hilft der Punkt den Wermelskirchenern ebenso wenig weiter wie dem Sportring. Um die Abstiegsränge zu verlassen, helfen ausschließlich Siege. Dem waren die Solinger deutlich näher. Riccardo Montepeloso und Domenico Vitale hatten die Höhscheider zwei Mal in der ersten Halbzeit in Front gebracht. Der SVW glich jeweils aus. Was dann passierte, brachte Jörg Fischer fast so sehr auf die Palme wie die Schlussphase. Schiedsrichter Alexander Lingelbach zeigte Juan Mingolla für ein Foul die Gelbe Karte. "Dann wollte er ihn zu sich rufen, was Juan nicht gehört hat", erklärt der Trainer. Prompt gab es die Gelb-Rote Karte hinterher. "Sowas habe ich in meiner gesamten Zeit noch nicht erlebt. Einfach lächerlich."

Zu zehnt lief es dennoch erfolgreich weiter. Vitale und Paul Pytlik per Foulelfmeter sorgten für einen 4:2-Vorsprung. Doch der reichte nicht. Mario Sommer traf zum Anschluss eine Minute vor Ende der regulären Spielzeit. Danach warfen die Gäste alles nach vorne. "Drei Minuten wollte der Unparteiische nachspielen lassen", hadert Fischer. "Das Tor fiel in der 95. Minute." Die Höhscheider waren bedient. "Natürlich haben wir auch zu tief gestanden, aber das war eine Niederlage für uns." Unter dem Strich bleibt trotzdem ein Achtungserfolg nach zehn Niederlagen in Folge.

Aufrufe: 026.4.2013, 08:48 Uhr
Rheinische Post / trdAutor