
Diesen Saisonverlauf hatte sich Verbandsligist Viktoria Urberach ganz anders vorgestellt. Nach dem Abschied von Trainer Lars Schmidt, den es zum SC Hessen Dreieich zog, fand der Club mit dem 36 Jahre alten Jens Wöll im Sommer eine interne Nachfolgeregelung. Großen Problemen zu Saisonbeginn folgte der Sturz in die Abstiegszone. Inzwischen scheint sich der frühere Hessenligist aber gefangen zu haben und konnte im Herbst wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt einfahren.
Wie zufrieden seid ihr mit der abgelaufenen Halbserie?
Mit der aktuellen sportlichen Situation kann der FC Viktoria Urberach trotzdem (noch) nicht zufrieden sein. Nach 20 gespielten Partien findet sich das Team von Trainer Jens Wöll auf Platz 14 wieder und hat weiter vier Zähler Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz. „Wir haben uns das natürlich alles etwas anders vorgestellt“, gesteht Trainer Jens Wöll. Besonders zum Saisonbeginn zeigte sein Team deutliche Probleme im Defensivbereich. Diese konnten die Blau-Weißen aber in den letzten zwei Monaten korrigieren und zurück in die Spur finden. Von den letzten zwölf Partien verloren die Rödermarker nur drei, feierten im Gegenzug aber fünf Siege, darunter auch ein 3:2 beim Hanauer SC. „Daran gilt es im neuen Jahr anzuknüpfen“, sagt der 36-Jährige.
Was lief in der ersten Saisonhälfte gut, und wo gibt es noch Verbesserungsbedarf?
„Man muss ganz klar sagen, dass wir besonders am Anfang der Saison einige Spiele falsch angegangen sind“, so Wöll. Dies wurde erst nach dem überzeugenden 5:1-Erfolg gegen Aufsteiger Ginsheim II Mitte Oktober besser. Seitdem zeigt die Mannschaft ein anderes Gesicht. „Dieses Spiel war eine Art Knotenlöser. Danach haben wir endlich angefangen, konstant zu punkten“, erklärt der Coach.
Wie ist Euer Verletztenstand? Hattet Ihr diesbezüglich Pech oder meist die volle Kaderstärke?
„Von Verletzungspech blieben wir in der laufenden Saison weitestgehend verschont“, freut sich Wöll. Neben den beiden Langzeitverletzten Giuseppe Serra und Patryk Czerwinski, gab es keine weiteren Ausfälle zu beklagen.
Gibt es Veränderungen im Team?
Stand jetzt plant man, mit unverändertem Kader in die zweite Halbserie zu gehen. Trainer Wöll möchte sich aber eine Hintertür offen lassen: „Wir werden uns das Team in der Vorbereitung genau anschauen. Fällt uns auf, dass wir auf einer Position nicht gut genug besetzt sind, kann es passieren, dass wir tatsächlich noch was machen werden.“
Wie lauten eure Ziele für den Rest der Saison 2019/20?
Mit dem Ziel "Einstelliger Tabellenplatz" war Viktoria Urberach in die neue Saison gestartet. Eine Vorgabe, die man in Anbetracht der schwierigen sportlichen Lage nun nach unten korrigieren muss. „Aktuell geht es nur darum, irgendwie da hinten raus zu kommen und den Klassenerhalt zu schaffen“, stellt Wöll klar.
Gibt es ein Spiel, auf das Ihr Euch noch besonders freut? Und wenn ja, warum?
„Ich denke, dass alle Spiele ihren besonderen Reiz haben. Die Rückrunde hält viele schöne Partien für uns bereit, auf die wir uns jetzt schon freuen“, sagt der Trainer.
Wer war für euch bislang die positive Überraschung?
Wie viele andere nennt der 36-Jährige hier Aufsteiger Germania Großkrotzenburg, die sich mit 30 Punkten ins Tabellenmittelfeld gespielt haben und in der ersten Saisonhälfte einige respektable Ergebnisse einfahren konnten.
Von welcher Mannschaft hättet ihr dagegen mehr erwartet?
Wöll nimmt kein Blatt vor den Mund: "Von der eigenen Mannschaft", sagt der Coach. Zeit genug, die bislang enttäuschende Runde zu retten, bleibt der Elf aus dem Rödermarker Ortsteil allerdings noch. Das erste Endspiel um den Klassenerhalt steht am 1. März an, wenn man bei Eintracht Wald-Michelbach antreten muss. Zum Saisonfinale hat das Team am 31. Mai den Tabellenzweiten Hanau zu Gast, der Mitte Dezember drei Punkte wegen eines Schlages eines Zuschauers gegen den Schiedsrichter abgezogen bekommen hat.
Welcher Spieler in eurer Liga hat euch bislang am meisten beeindruckt?
Hier nennt Wöll vor allem Aret Demir von eben jenem Hanauer SC. Der Deutsch-Türke ist einer der Garanten für den bisherigen Erfolg des Teams aus der Brüder-Grimm-Stadt. Mit seinen zehn Treffern aus 15 Partien gehört der 24-Jährige derzeit zu den torgefährlichsten Mittelfeldspielern der Liga.
Tipp der FuPa-Redaktion
Viktoria Urberach ist eines von vielen Teams, die um den Verbleib in der Verbandsliga kämpfen. Da einige Mannschaften im Tabellenkeller in den letzten Spielen punkten konnten, kamen die Rödermarker trotz ihrer zwischenzeitlichen Stabilisierung nicht so recht vom Fleck. Und so wird es für Jens Wöll und sein Team ein Kampf, der bis zum letzten Spieltag andauern wird. Am Ende aber reicht es aber ganz knapp zum Klassenerhalt für den früheren Hessenligisten.