
Mit seinen Führungsqualitäten und seiner Zweikampfstärke wurde der 1,90 Meter große Verteidiger auch zum besten Defensivakteur des Turniers gewählt. Kurz vor dem dritten Finalsieg in Folge sprach Gugganig mit FuPa über die Bedeutung des U19 Cups, den Verein und seine persönlichen Ziele.
Herr Gugganig, welchen Stellenwert hat das Turnier im Vergleich zum Liga-Alltag?
Gugganig: Der Reiz, ein solches Turnier zu spielen, ist sehr hoch. Wir haben es zweimal gewonnen - dreimal in Folge hat es noch keine Mannschaft in der Turniergeschichte geschafft. Da ist der Ansporn groß.
Wie hoch ist die Qualität beim U19 Cup. Lässt sich das Turnier mit der Youth League - der Königsklasse der U19 - vergleichen?
Gugganig: Mit seiner internationalen Qualität kommt das Turnier in Düsseldorf der Youth League schon recht nahe. Allerdings hat die Youth League eine ganz andere Größenordnung, vor allem wenn wir von einem Ort zum nächsten fliegen.
Die Ergebnisse im Turnier sprechen für sich. Was macht Ihr besser als die anderen Mannschaften?
Gugganig: Unsere Spielweise spielen nicht viele europäische Vereine. Wir attackieren früh und spielen ein sehr hohes Pressing - das mögen andere Teams nicht.
Wie habt ihr euch auf Eure Gegner vorbereitet?
Gugganig: Der Trainer hat sich über die Teams informiert und uns taktische Anweisungen gegeben. Zum Beispiel, auf welche Weise der Gegner spielt und mit welchen Mitteln er am besten bezwungen werden kann.
Ihr habt sogar in den einzelnen Spielen mehrfach die Taktik umgestellt. Liegt ein Schwerpunkt im Jugendbereich RBs im Taktiktraining?
Gugganig: Wichtig ist, dass jeder weiß, was er zu tun hat. Im Turnier hat auch nicht jeder Spieler auf seiner Stammposition gespielt, aber wir sind flexibel.
In was für einem Umfeld bewegt Ihr euch - wie kann man sich das Trainingsgelände vorstellen?
Gugganig: Wir haben fünf Plätze, eine überdachte Halle für den Winter und einen riesigen Wellnessbereich. Auch die Eishockey-Academy gehört zum Vereinsgelände dazu.
Ist das der Vorteil eines großen Sponsors?
Gugganig: Nun, es ist besser, wenn sich die Spieler wohlfühlen. RB hat die Mittel dazu. Wir haben viele gute Spieler von vielen unterschiedlichen Nationen, die hier bestens gefördert werden.
Nun äußern viele Menschen gegenüber RB auch Kritik. Wie sehr bekommt man die als Spieler mit und wie geht man damit um?
Gugganig: Natürlich merkt man das, aber das ist meiner Meinung nach auch ein gewisser Neid, weil wir die Mittel zur Verfügung haben. Wir lesen natürlich, was über uns geschrieben wird, aber wir geben unsere Antwort dann auf dem Platz.
Wie bist du persönlich zum Verein gekommen?
Gugganig: Ich bin aus Kärnten vor eineinhalb Jahren nach Salzburg gewechselt.
Und bei eurem Farmteam, dem FC Liefering, hast du schon einige Einsätze in der zweiten österreichischen Liga feiern können. Wie sehr vereinfacht das System den Übergang vom Jugend- in den Seniorenbereich?
Gugganig: Das ist für uns junge Spieler natürlich optimal, um im Erwachsenenfußball anzukommen. Obwohl das Durchschnittsalter beim FC Liefering 19 Jahre beträgt, können wir mit unserer Philosophie dort jeden schlagen. Auch wenn man zu Beginn merkt, dass man körperlich zulegen muss.
Kommen wir zur abschließenden Frage: Siehst du deine Zukunft auch in Österreich oder was ist dein Ziel?
Gugganig: Die Liga in Österreich ist nicht die beste. Trotzdem ist es das Ziel, sich dort erst einmal zu etablieren und dann irgendwann in das Ausland zu wechseln. Mein Lieblingsverein ist Bayern München, die haben mich schon immer beeindruckt.
Christoph Zabkar führte das Gespräch