
Um die Kirche im Dorf zu lassen, das war nicht das primäre Ziel der Eisernen. Man wollte anders als im Vorjahr (0:3) einfach nicht baden gehen. Das gelang. Lediglich der strömende Regen machte die Köpenicker nass. Und trug durch das Aufweichen des Bodens mit dazu bei, dass am Ende einige Konter nicht gut ausgespielt wurden.
Es hatte ein bisschen was von Déjà-vu. Wie im Vorjahr spielte Union eine gute erste Hälfte. 70 Prozent Ballbesitz bis zur 40. Minute. Dann kam der FSV durch Leckie einmal gefährlich auf (40.) und dessen nächste Chance per Kopf saß (41.).
Trainer Uwe Neuhaus ärgerte sich schon über die Entstehung. „Dass Schönheim da rausrückt, darf nicht sein. Danach habe ich gar nicht mehr genau gesehen, wer da alles wo rumsteht. Scheinbar sind wir am anfälligsten, wenn wir hinten in Überzahl stehen. Das war in Bielefeld schon genauso“, ärgerte sich der 53-Jährige.
Denn er wusste, gegen die gut organisierten Frankfurter ist es äußerst schwierig, nach einem Rückstand wieder zurückzukommen. Zumal die Hessen dann ihrerseits bei Kontern gern den Sack zubinden.
Doch anders als im Vorjahr zeigte sich Union verbessert. Und cleverer. Torsten Mattuschka setzte sich per Bauerntrick (links vorbeispielen, rechts am Mann vorbeikommen) gegen Oumari durch. Die Frankfurter wollen den Ball gar im Aus gesehen haben, doch Tusche findet von der Grundlinie Kreilach in der Mitte und der haut das Ding trocken in die Maschen (57.).
Schon sein dritter Treffer. Im fünften Spiel! Als defensiver Mittelfeldspieler!
Nach dem Tänzchen mit dem Torschützen freute sich auch Capitano Mattuschka ein Loch in den Bauch. Mit einem typischen Tusche-Spruch: „Ich habe meine Riesenschnelligkeit ausgespielt und bin vorbeigeblitzt.“
Ganz klar: Union ist ein Stück weiter als im Vorjahr. Ein echtes Spitzenteam nimmt halt auch mal einen Punkt mit. Und da sind die Köpenicker auf einem guten Weg. Einem verdammt guten Weg.