Diese Liga ist Spannung pur. Kein Jahr vergeht in der Kreisliga A ohne Herzschlag-Finale. Die Aufstiegsfrage ist vor dem letzten Spieltag am Sonntag zwar geklärt. Meister SV Bienen und der Zweite SV Rees haben es geschafft. Doch die spannende Frage ist, wer neben dem TuS Haffen-Mehr und dem VfR Mehrhoog runter in die Kreisliga B muss.
Vier Teams zittern: Wesel Anadolu Spor (38 Punkte, Torverhältnis minus 17), DJK Barlo (37, minus 10), 1. FC Bocholt II (36, minus 2) und GW Flüren (36, minus 9). Eine Mannschaft wird's auf jeden Fall erwischen. Vielleicht sogar zwei. Wenn sowohl der VfL Rhede II als auch der SV Spellen, die am Sonntag Endspiele im Rennen um den Ligaverbleib bestreiten, den Klassenerhalt in der Bezirksliga nicht schaffen, gibt's vier Absteiger in der Kreisliga A.
Die schlechteste Ausgangsposition hat GW Flüren nicht nur, weil die Mannschaft auf einem Abstiegsplatz steht. Sie tritt auch beim Meister BW Bienen an. "Doch das ist nicht unser größtes Problem. Viel schlimmer ist es, dass wir auf die anderen Plätzen gucken müssen", sagt Trainer Tihomir Borojevic. Sprich: GWF ist auf Schützenhilfe angewiesen, wenn die Rettung gelingen soll.
Borojevic wird am Sonntag laufend über die Resultate der Rivalen informiert. Er hat die Hoffnung, dass der 1. FC Bocholt II, der den Zehnten DJK Lowick empfängt, oder Anadolu Spor, das den Siebten SV Haldern erwartet, Federn lassen. Die DJK Barlo hat GWF nicht auf der Rechnung, weil sie Schlusslicht TuS Haffen-Mehr erwartet.
"BW Bienen ist nicht Bayern München oder Borussia Dortmund. Deshalb rechnen wir uns durchaus Chancen auf einen Erfolg gegen das beste Team der Liga aus. Wenn er gelingt, müssen wir sehen, was die Konkurrenz macht. Es wäre schon bitter, wenn wir gewinnen und mit 39 Punkten absteigen würden", sagt Borojevic.
Wesel Anadolu Spor hat zwar zwei Punkte Vorsprung vor den Abstiegsplätzen, aber das schlechteste Torverhältnis der vier noch zitternden Teams. "Ein Punkt könnte nicht reichen. Deshalb müssen wir auf Nummer sicher gehen und das Heimspiel gegen den SV Haldern gewinnen", sagt Trainer Ismet Balci.
Die Zuversicht ist beim Neuling groß, sich vor eigenem Publikum retten zu können. Balci: "Denn wir sind in Bestbesetzung und richtig gut drauf." Anadolu, das vor Wochen schon abgeschlagen zu sein schien, legte eine furiose Aufholjagd hin. Das Team gewann fünf seiner letzten sechs Begegnungen.
Roger Vienenkötter, der in der nächsten Saison den B-Ligisten BW Wertherbruch trainiert, wünscht sich in seinem letzten Spiel auf der Bank des VfR Mehrhoog einen Sieg in der Heimpartie gegen die DJK 97 Bocholt. "Das wäre ein halbwegs versöhnlicher Abschluss. Ich hatte fünf schöne Jahre beim VfR Mehrhoog, auch wenn sie mit dem Abstieg enden", sagt Vienenkötter, der das Team 2010 in die Kreisliga A geführt hatte.
BW Wesel strebt zum Abschluss einen Sieg beim VfB Rheingold an, um den Gastgeber noch von Platz vier zu verdrängen. "Wenn das gelingt, war die Saison unter dem Strich in Ordnung, auch wenn wir in der Rückserie einen Durchhänger hatten", sagt Rocco Steinert, der Spielertrainer bleibt.