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Vereinsnachrichten

Umbruch in Südhessen - TSV Pfungstadt stellt sich neu auf

Neues, dreiköpfiges Trainerteam für den Frauen-Hessenligisten +++ Cornelia Jegler wieder "nur" noch Spielführerin

von Jassem Samir · 27.03.2022, 00:50 Uhr · 0 Leser

"Ohne Trainer musste Cornelia Jegler die Pfungstädter als Spielertrainer anführen. Das entstandene Chaos durch die Trennung des alten Trainers hat sich in der Bilanz der ersten Saisonhälfte widergespiegelt.

Walid Miwand, Jassem Samir und Christoph Bender: So heißt das neue Trainerteam der Damenmannschaft aus Pfungstadt. Damit wurde Cornelia Jegler als Interimscoach Ende Januar abgelöst und kann sich nun darauf konzentrieren, als Kapitänin die Mannschaft anzuführen.

Erfahrung, Lizenz und Kompetenz

Als Tabellenletzter in der Abstiegsrunde der Oberliga Hessen startet das Team mit dem neuen Trainerteam, welches neben Erfahrung, die Trainer B-Lizenz und Kompetenz durch das Studium mitbringt.

In 13 Jahren konnte Jassem Samir bereits von Kreisklasse bis Juniorenbundesliga Erfahrungen sammeln. Im Mädchen- und Frauenfußball war er als Co -Trainer in der U17-Bundesliga bei Eintracht Frankfurt und bei den Damen bei Viktoria Schaafheim, die er von der Gruppenliga bis zu Verbandliga begleitete. Bis zum Oktober letzten Jahres trainierte Jassem die U19 von Spvgg 03 Neu-Isenburg. Bis zum Jahreswechsel hospitiert er anschließend bei Herren und U19 Verbandligateams bei drei unterschiedlichen Vereinen.

„Nachdem ich die Regionalliga Mannschaft der TSG Neu-Isenburg hätte übernehmen sollen und wir aufgrund der Mannschaftsauflösung die Zusammenarbeit beenden mussten, wollte ich keine Frauenmannschaften mehr trainieren, allerdings hatte Christoph sehr gute Argumente mitgebracht“, so Jassem. „Zusätzlich verstehen und ergänzen wir uns. Uns reizte natürlich die Rolle des Außenseiter im Abstiegskampf. Deswegen bin ich mir auch sicher es zu bereuen, wenn ich Christoph abgesagt hätte.“

Viel Know how bringt Christoph Bender durch sein Studium in Fachrichtung Sportwissenschaften mit, aber das war noch nicht alles. Der 27 jährige B-Lizenz Inhaber hat bereits Erfahrung in der Regionalliga Nord bei FC Viktoria 1889 als Co-Trainer sammeln können. Zuletzt stand Christoph Bender als Cheftrainer bei BG Marburg an der Seitenlinie und weiß ganz genau was auf Den TSV kommen wird. „Mir war von Anfang an klar, dass wir eine Herkulesaufgabe angenommen haben und wir mit dieser Herausforderung unser Können als Trainer unter Beweis stellen müssen. Neben dem Potenzial, über den die Mannschaft und der Verein verfügt, habe ich ein gutes Trainerteam zusammenstellen können. Mit Walid, der sich komplett um die athletischen Belange der Spielerinnen kümmert, Jassem der mir seinem Führungsstil eine gute Stütze für mich ist, sowie Harald Exner, der den Pfungstädterinnen erhalten bleibt. Auch wenn es sehr schwierig war Spielerinnen nach Pfungstadt einzuladen, konnten wir mit Sabrina Khamkami (SG Bornheim), Sasha aus der Ukraine, Chantal Hahn, Tina und Pia Bender (alle 3 Vereinslos) unseren Kader ergänzend verstärken. Somit sind wir nun ganz gut aufgestellt. Dazu muss man auch leider gestehen, dass wir einige Verluste zu verzeichnet hatten wie Anna Marie Heimsch (unbekannt), Maria Horst (Auslandssemester), Nici Schüttler (Karriereende) und Nadine Simon (Verletzungsbedingt?/Karriereende?).“

So bringt auch Walid die nötige Vielfalt mit, um den Fitnessstand der Mannschaft auf Oberliga-Niveau zu bringen. Als Sportpsychologe arbeitet Walid zusätzlich als Sportlehrer an einer Schule und im Gym als Fitness- und Rehatrainer. In der Vergangenheit hat er mit unterschiedlichen Profi-Sportlern zusammengearbeitet und kennt den Fußball in und auswendig, da er selbst bei Rot-Weiß Walldorf Fußball gespielt hatte.

„Christoph hatte mich nur gefragt und ich hab zugesagt. In der Vergangenheit wollten wir bereits ein gemeinsames Projekt angehen und nun bin ich Pfungstädter. Die Mannschaft hat viel Potenzial. Es fehlt nur die Überzeugung der eignen Kräfte, sobald sie diese Erkenntnis gewinnen, wird diese Mannschaft den Klassenerhalt problemlos schaffen können.“

Die Vorbereitung war für die Pfungstädter sehr hart, neben ein wöchentliches Athletiktraining-Programm sowie eine knackige Vorbereitung, entwickelte die Mannschaft von Woche zu Woche mehr Selbstvertrauen und wuchs zu einem Team zusammen. Neben den kompakten Programm hat es Testspiele gegen Tura Niederhöchstadt, Polizei SV Mannheim, Hassia Dieburg, SG Bornheim, Kickers Aschaffenburg, Eintracht Frankfurt IV und Viktoria Schaafheim gegeben. Mit einer etwas durchwachsenen Bilanz, wo 2 Spiele gewonnen, 1 Unentschieden und 4 verloren wurden, blickt die komplette Mannschaft mit Hoffnung auf den Klassenerhalt.

Ein misslungener Start in der Abstiegsrunde zeichnete sich durch die 1:4 Pleite auf heimischen Platz. Nach der 1:0 Führung durch Nele Jansen, befanden sich die Südhessen auf Wolke 7. Ein Doppelschlag von Tabea Leonangeli brach den Pfungstädter das Genick. So verliert das Team von Bender und Samir den Siegeswillen und wurde dann durch ein Kick and Rush Spiel der Gäste überrumpelt . Es waren die Geschwister Gross, die in der 74 und 89 Minute das Ergebnis erhöhten.

Bender und Samir ist es bewusst, dass Sie nun die Spieler auffangen müssen und Sie von jedem belächelt werden diese schwierige Aufgabe angenommen zu haben.

Durch die überraschenden Ergebnissen am Samstag Abend, steht Pfungstadt mit 7 Zähler hinter Eintracht Frankfurt 4, Pilgerzell und Kassel. Auch wenn der TSV mit einem Bein in der Verbandliga steht, werden die beiden Trainer bis zum Ende an den Klassenerhalt glauben bis der letzte Hoffnungsschimmer erloschen ist. Im kommenden Spiel wird ein sehr starker Gegner mit BG Marburg erwartet.