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U17 und U19 im Abstiegskampf – kann die U23 überraschen? Der TSV 1860 im NLZ- Check

A- und B-Junioren beide wieder in der Bundesliga

von Kilian Drexl · 14.12.2022, 09:10 Uhr · 0 Leser
Devin Sür hat in dieser Saison sieben Scorerpunkte für die U19 des TSV 1860 gesammelt.
Devin Sür hat in dieser Saison sieben Scorerpunkte für die U19 des TSV 1860 gesammelt. – Foto: IMAGO/MIS

Die Jugendteams des TSV 1860 sind in der Winterpause. Wie haben sich die jungen Talente bisher geschlagen? Der NLZ-Check.

München – Der U19 des TSV 1860 ist im letzten Jahr der Aufstieg in die A-Jugend-Bundesliga gelungen. Damit spielen erstmals seit der Katastrophensaison 2016/17 sowohl die U19 als auch die U17 wieder in der höchsten deutschen Spielklasse.

Hat das Nachwuchsleistungszentrum des TSV 1860 München die Schwierigkeiten der letzten Jahre nun endgültig überwunden und kann sich mit seinen Jugendteams wieder im Oberhaus etablieren? Wie lief die Runde der wichtigsten Jugendteams bis zur Winterpause? Der TSV 1860 im NLZ Check.

U17 des TSV 1860 muss sich aus der Abstiegszone kämpfen

Nachdem sich das Team von Felix Hirschnagl im Vorjahr in der Bundesliga Süd/Südwest halten konnte, ist auch dieses Jahr der Klassenerhalt das Ziel der Löwen-U17. Nach 13 absolvierten Partien stehen die Münchner allerdings auf Rang 12, was in dieser Saison den Abstieg bedeuten würde. 15 Punkte hat die Mannschaft bisher gesammelt und hat damit einen Zähler Rückstand auf den 1. FC Nürnberg und das rettende Ufer. Der Klassenerhalt ist also noch in greifbarer Nähe.

Im Derby gegen den Erzrivalen und Tabellenführer FC Bayern München mussten die Junglöwen eine schmerzhafte 0:1-Niederlage einstecken, obwohl sie bis kurz vor Ende die Null gehalten hatten. Im zweiten Nachbarschaftsduell kurz vor der Winterpause durfte dann aber ein Kantersieg bejubelt werden. Die Blauen siegten im Alpenbauer Sportpark mit 5:0 gegen die SpVgg Unterhaching.

Din Avdic brachte die Sechziger mit seinem Treffer zum 1:0 auf die Siegerstraße und präsentierte sich auch saisonübergreifend als treffsicherster Löwe. Sechs Tore hat der 16-Jährige bisher auf dem Konto.

Klassenerhalt im Aufstiegsjahr? U19 des TSV 1860 hat kleines Punktepolster auf die Abstiegsränge

Als Aufsteiger präsentierte sich die U19 des TSV 1860 bisher stabil. Mit 16 Punkten nach zehn Partien steht die Mannschaft von Trainer Jonas Schittenhelm in der Tabelle auf Rang acht. Damit haben die Löwen genauso viele Punkte wie Lokalrivale Bayern München auf dem Konto, der mit einer deutlich höheren Erwartungshaltung in die Saison gegangen war. Im direkten Duell zum Saisonauftakt setzte es allerdings eine 1:4-Derby-Pleite bei den Roten. Der Vorsprung auf einen Abstiegsplatz beträgt vier Punkte.

Gegen die Vorstädter aus Unterhaching behielt der Löwe aber wieder die Oberhand. In der Schlussviertelstunde drehten Devin Sür und Kapitän Mansour Ouro-Tagba einen 0:1-Rückstand durch zwei verwandelte Foulelfmeter und durften sich am Ende über einen 3:1-Sieg vor heimischer Kulisse freuen. Die beiden sind gemeinsam mit Tim Kloss auch die erfolgreichsten Torschützen der Münchner. Alle drei erzielten vier Saisontreffer.

Alles möglich in der Bayernliga - Kann die Wundertüte U23 nochmal oben angreifen?

Die Schmöller-Elf liegt in der Bayernliga Süd zur Winterpause auf einem stabilen Rang sieben. In 21 Spielen konnte die Reserve 34 Punkte einfahren und verlor insgesamt nur dreimal. Zu häufig mussten sich die Blauen aber mit einem Remis zufriedengeben – ganze 10 Mal gab es eine Punkteteilung. Der Abstand auf den Tabellenzweiten FC Memmingen beträgt fünf Punkte. Damit liegt ein Regionalliga-Aufstieg in der engen Bayernliga noch im Bereich des Möglichen.

Umso mehr wird es die kleinen Löwen also ärgern, dass sie eigentlich nochmal drei Zähler mehr auf dem Konto hätten. Am 6. Spieltag errang 1860 II einen 1:0-Sieg in FC Memmingen, welcher später vom Sportgericht in eine 0:2-Niederlage umgemünzt wurde. Michael Köllners Stiefsohn Alexander Freitag stand auf dem Platz, obwohl er nur einen Tag vorher in der 3. Liga zum Einsatz kam. Damit verstieß der TSV 1860 gegen die Statuten des Verbandes.

Nachdem Kevin Goden bei den Profis aussortiert wurde und der Verein keinen Abnehmer für ihn gefunden hatte, kam er in 20 von 21 Spielen der U23 zum Einsatz. Mit zehn Treffern konnte er auf sich aufmerksam machen. Ein Transfer im Winter würde den Löwen finanziell guttun. Auch Marco Mannhardt spielt mit 7 Toren als zentraler Mittelfeldspieler eine starke Saison.

Die Hoffnungsträger des TSV 1860: Bekommen Sür, Glück und Wicht bald ihre Chance bei Michael Köllner?

Nach Senkrechtstarter Leandro Morgalla ist in dieser Saison mit Marius Wörl dem nächsten NLZ-Spieler der Durchbruch bei den Profis gelungen. Bei den Sechzigern drängen sich weitere Talente auf. Da die Löwen immer wieder betonen, auf junge Spieler aus der Region setzen zu wollen, hoffen einige auf ihre Chance.

Einer der Hoffnungsträger ist Devin Sür. Er glänzte bisher als Leistungsträger in der U19 und kommt auf sieben Scorerpunkte in Spielen. Der 18-jährige Deutsch-Türke absolvierte bereits die Vorbereitung bei den Profis und stand dreimal im Kader, blieb aber in der 3. Liga noch ohne Einsatzminuten. Allerdings konnte der quirlige Außenstürmer in Testspielen und im Toto-Pokal, wo ihm drei Torvorlagen gelangen, mit ansprechenden Leistungen überzeugen.

Nathan Wicht ist bei der U19 genauso wie Sür unangefochtener Leistungsträger und trainiert ebenso bereits bei den Profis. Der Schweizer Juniorennationalspieler ist im zentralen Mittelfeld zu Hause, wurde aber in den Vorbereitungsspielen dieser Saison von Michael Köllner auch als Außenverteidiger eingesetzt. Der 18-Jährige kann auf zwei Kurzeinsätze in der 3. Liga in der letzten Spielzeit zurückblicken, in dieser Saison sammelte er noch keine Einsatzminuten. Wicht, auf den viele bei 1860 große Stücke halten, wurde in der Vergangenheit aber immer wieder durch Zwangspausen zurückgeworfen.

Zufrieden ist man bei den Löwen auch mit der Entwicklung von Innenverteidiger Michael Glück. Der junge Österreicher überzeugte bei seinen Auftritten im Toto-Pokal und machte Lust auf mehr. Gegen Tabellenführer Elversberg wechselte ihn Michael Köllner kurz vor Schluss ein. Er könnte vor allem zum Thema werden, wenn Leandro Morgalla den TSV im Sommer verlassen sollte.

Ausblick: U17 und U19 mit machbarem Restprogramm im Abstiegskampf

Drei Spiele stehen für die U17 nach der Winterpause noch auf dem Programm, um das Ruder rumzureißen und den Klassenerhalt zu schaffen. Dabei geht es neben Mainz 05 noch gegen Aufsteiger und Kellerkind Astoria Walldorf und zum Saisonfinale zum Tabellenschlusslicht 1. FC Saaarbrücken. Die Saarländer konnten erst zwei Punkte sammeln. Die Hirschnagl-Elf hat also vieles in der eigenen Hand.

Für die U19 gilt es ihren Vier-Punkte-Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz in den verbleibenden sechs Partien zu verteidigen. Bis auf Tabellenführer Mainz 05 hat die Mannschaft von Jonas Schitttenhelm aber keine ganz dicken Brocken mehr vor der Brust. Von den verbleibenden Gegnern steht sonst nur der FC Augsburg knapp vor den Sechzigern in der Tabelle.

Die U23 sollte in dieser Spielzeit eigentlich nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben, sollten die Löwen nicht in ein komplettes Leistungstief fallen. 13 Partien sind noch zu absolvieren. Das Polster auf einen Abstiegsrelegationsplatz beträgt 12 Zähler. Mit fünf Punkten Rückstand auf den Aufstiegsrelegationsplatz befindet sich die Zweite sogar eher noch im erweiterten Aufstiegsrennen. Allerdings könnte ein möglicher Aufstieg nur mit einem zeitgleichen Aufstieg der ersten Mannschaft in die 2. Bundesliga einhergehen. (Kilian Drexl)