
Wiesbaden/Rheingau-Taunus (lahr/nn). Mit zwei Auswärtssiegen im Rücken treten die beiden Rheingauer Fußball-Verbandsligisten Spvgg Eltville (Mi., 20 Uhr, in Niedernhausen) und SG Walluf (Do., 20 Uhr, gegen Biebrich 02) zu den Derbys in der Englischen Woche an. Protagonisten bei den vergangenen Erfolgen waren auf Eltviller Seite Angreifer Robin Kliemt und sein Wallufer Gegenpart Nils Balder.
Beide zeichnet eine unwahrscheinliche Schnelligkeit und enormer Zug zum Tor aus, der auf diesem Niveau seinesgleichen sucht. Balder (24) schätzt seine Zeit auf 100 Meter auf 11,2 Sekunden. „Wenn er 11,2 läuft, laufe ich 11,19“, witzelt Kliemt. Während für den Neuzugang aus Hallgarten die Verbandsliga noch Neuland ist, kennt Balder die Klasse noch aus Wörsdorfer Zeiten. „Die Liga verändert sich stetig, deshalb ist das schwer mit vergangenen Spielzeiten zu vergleichen“, schränkt Balder allerdings ein. Den Saisonstart der SG betrachtet er mit gemischten Gefühlen: „Bei der Niederlage gegen Cleeberg hatten wir noch mit Einstellungsproblemen zu kämpfen. Die Stimmung nach dem 4:0-Sieg über Gießen II war da schon deutlich besser.“
Kliemt ist mit dem Start seiner Eltviller mehr als zufrieden. „Über die zwei Siege und meinen persönlichen Start bin ich natürlich sehr glücklich“, freut sich der 25-Jährige auch über seine drei Treffer. „Die Liga ist schon deutlich robuster und körperbetonter als noch die Gruppen- oder Kreisoberliga“, ergänzt Kliemt. Den kommenden Gegner aus Niedernhausen kennt er noch aus der letzten Gruppenliga-Runde. „Sie kommen über eine mannschaftliche Geschlossenheit und haben mit Kapitän Manuel Ulm einen starken Einzelspieler in ihren Reihen“, urteilt die neue Nummer neun der Rosenstädter. Für SVN-Innenverteidiger Marcel Krabler wird es zudem ein Wiedersehen mit seinen alten Eltviller Kollegen geben. Balders Prognose für das Duell mit Biebrich: „Ich erwarte ein spannendes Spiel, bei dem Einstellung und Wille entscheidend sein werden. Mit Orkun Zer, David Meurer und Moritz Christ haben die 02er ein starkes Grundgerüst.“
De Sousa federt Gürs Fehlen ab: Zwei Unentschieden zum Auftakt: Nazir Saridogan, Chefcoach von Biebrich 02, ist damit nicht zufrieden. „In Pohlheim war das beim 2:2 nach 0:2 ein Topspiel von uns, beim 1:1 gegen Steinbach waren es zwei verschenkte Punkte.“ In Walluf müssen die 02er nun erneut auf ihren Spielmacher Necmi Gür verzichten, der an einem Muskelfaserriss im Oberschenkel laboriert. Umso wichtiger sei es gewesen, findet Saridogan, mit Mike De Sousa auf den letzten Drücker noch einen Offensivspieler verpflichtet zu haben. „Mit ihm war ich nicht nur aufgrund seines Tores zufrieden. Er hat als hängende Spitze Bälle geholt und Laufduelle gewonnen. Wir wollten einen Spieler, der uns sofort weiterhilft. Das ist bei ihm der Fall.“
Mit 200 Fans kalkulieren: Ebenso wie die Wallufer gegen Biebrich darf der SV Niedernhausen gegen Eltville aufgrund der politischen Zugehörigkeit zum Rheingau-Taunus-Kreis (auf den Fußball bezogen zählt der SVN zu Wiesbaden) inklusive Teams, Offizieller und Schiedsrichter 250 Personen auf seine Anlage lassen. „Wir kalkulieren mit 50 Personen auf dem Spielberichtsbogen und sind entsprechend gewappnet, 200 Besucher reinzulassen“, könnte sich der Sportliche Leiter Stephan Mohr ein „ausverkauftes Haus“ vorstellen. Davon abgesehen hat er sein umfangreiches Kontaktfeld genutzt, um Ersatz für den ausgeschiedenen Keeper Ramiz Ahmad zu bekommen. Das gelang Mohr in Gestalt von Carlos Rudolph. Der in der Region früher bestens bekannte Schlussmann wird Ende Oktober 54, befinde sich aber für sein Alter in einem „bemerkenswerten Fitnesszustand“, erläutert Mohr. Rudolph ist für das A-Liga-Team des SVN eingeplant, um bei Bedarf im Verbandsliga-Kader auszuhelfen.