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TBS Pinneberg mit Blick Richtung Landesliga

von Mathias Reß · 26.08.2021, 13:15 Uhr · 0 Leser
Das neu geformte Team des TBS Pinneberg.
Das neu geformte Team des TBS Pinneberg. – Foto: Johannes Speckner

Eher etwas unscheinbar. So präsentierte sich der Bezirksligist TBS Pinneberg die letzten Jahre. Nicht auffällig aber doch mit voller Leidenschaft ging und geht man an der Müßentwiete seinem Hobby und seiner Liebe zum Sport nach. Gäste waren schon immer herzlich willkommen und wurden sehr freundlich empfangen. Und was das Sportliche betrifft, hatte man sich zuletzt auch mit kleinen Erfolgen zufriedengegeben. Doch jetzt passiert etwas: Nach dem letzten Abstieg im Sommer 2018 soll es nun zurück in die Landesliga gehen. Dafür haben die Verantwortlichen des Türk-Birlikspor Pinneberg einen für die Bezirksliga beachtlichen Kader mit einem sehr renommierten Trainer zusammengestellt.

Trainer Andjelko Ivanko ist begeistert von seiner Mannschaft
Trainer Andjelko Ivanko ist begeistert von seiner Mannschaft – Foto: Johannes Speckner
„Gleich das erste Gespräch mit den Verantwortlichen lief sehr gut. Sie waren wirklich so sympathisch, dass ich noch am selben Abend zugesagt habe“, erinnert sich Neu-Trainer Andjelko Ivanko an die erste Begegnung beim TBS. „Eigentlich dachte ich mir, dass ich nicht in die Bezirksliga gehen möchte. Aber in dem Gespräch passte auf Anhieb einfach alles. So, dass ich nur zusagen konnte.“ In seiner Vergangenheit arbeitete Andjelko Ivanko viel mit dem Nachwuchs des Niendorfer TSV zusammen und zeichnete sich im Herrenbereich zuletzt als Coach des Wedeler TSV und des SV Rugenbergen in der Oberliga Hamburg aus.

Wer schon mit dem kroatischen Trainer zu tun hatte, weiß, dass Andjelko Ivanko ein Trainer ist, der klare Ziele verfolgt. Der 54-Jährige besitzt einen sehr guten Fußballsachverstand. Seine Kompetenz ist ihm genauso wenig abzusprechen, wie seine sehr aufmerksame und liebenswerte Art. Ein Trainer, der es versteht, das perfekte Gleichgewicht zwischen „Zuckerbrot und Peitsche“ zu halten. Immer mit dem Ziel vor Augen, zusammen mit seiner Mannschaft die Hürde zu nehmen, die man sich gemeinsam vorgenommen hat. In dem Fall soll das der Aufstieg in die Landesliga sein.

„Wenn man so eine Mannschaft hat, wie wir sie haben, muss man aufsteigen. Wenn man das nicht schafft, dann trägst du als Trainer deinen Teil der Verantwortung. Egal welche Umstände dann dazu geführt haben könnten. Deshalb habe ich gesagt: Wenn wir nicht aufsteigen, dann nehme ich das auf meine Kappe.“ Eine klare Haltung des Trainers. „Natürlich wird es in so einer Liga mit starken Teams wie zum Beispiel den Kummerfelder SV oder den SC Egenbüttel sehr schwer. Dafür arbeiten wir aber auch hart und trainieren dreimal pro Woche. Und genau diesen Aufwand betreiben wir sicherlich nicht, um noch zwei oder drei Jahre in der Bezirksliga zu bleiben, sondern um die Landesliga zu erreichen.“

Abdullah Yilmaz (re.) im Einsatz für den TBS Pinneberg.
Abdullah Yilmaz (re.) im Einsatz für den TBS Pinneberg. – Foto: Johannes Speckner
Dafür haben die Verantwortlichen zusammen mit Trainer Andjelko Ivanko nun einen Kader geformt, der in einer Bezirksliga seinesgleichen sucht. Im ersten Heimspiel der noch jungen Saison gegen den Heidgrabener SV brachten nur die ersten Elf schon Erfahrungen von insgesamt 469 Oberliga- und 441 Landesligaeinsätzen mit. Hinzu kamen 28 Regionalligaeinsätze von Verteidiger Abdullah Yilmaz, der erst diesen Sommer aus Wandsbek vom Oberligisten Concordia nach Pinneberg wechselte. Weitere Akteure wie André Alves Lopes, Cevin Clausen, Rafat Waseq, Tarek Abdalla, Juro Julardzija und Joel Weiß, um nur ein paar weitere höherklassige Kicker zu nennen, gehören ebenfalls zum bestens ausgewählten Kader für die Mission „Landesligaaufstieg 2022“. Akteure wie zum Beispiel der ehemalige Profi und U21 Nationalspieler Nordmazedoniens Ersen Asani fehlten sogar noch beim Heimauftakt des TBS Pinneberg. Andjelko Ivanko über sein neues Team: „Es war schon unser Plan, dass wir genug Spieler mit Oberliga- und Landesligaerfahrung holen. Damit, sollten wir aufsteigen, dann nicht wieder direkt eine neue Mannschaft geformt werden muss.“

Doch wenn es einem Klub gelingt, sich so qualitativ neu aufzustellen, wird an manchen Orten oftmals schnell darüber spekuliert, wie teuer so ein Team doch für den Verein sein muss. Deshalb bezog Trainer Andjelko Ivanko auch dazu eine klare Stellung: „Teilweise war es tatsächlich schwer, die erfahrenen Spieler so zu überzeugen, dass sie unseren sportlichen Weg mit uns gehen wollen. Und die Spieler, die wir überzeugen konnten, kamen auch sicher wegen der sportlichen Perspektive. Es ist nicht so, wie viel darüber gesprochen wird, dass die Spieler eine sehr große Aufwandsentschädigung dafür bekommen. Das ist mir auch wichtig, dass es eben nicht so ist. Die Leidenschaft zum Sport sollte an erster Stelle stehen. Diese Gefühle dürfen nicht kaputt gehen.“

Und wenn genau diese Leidenschaft auf den Platz gebracht wird, stehen die Chancen für einen Aufstieg im nächsten Sommer zumindest schonmal ganz gut. Eine außergewöhnliche Qualität bringt der TBS Pinneberg jetzt zumindest schon mit. Sowohl auf als auch neben dem Spielfeld.